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Die Erde und ihre Länder
Nordafrika - Gambia

Gambia  -  Hauptstadt: Banjul

 

Gambia zieht sich als schmaler Streifen beiderseits des Flusses Gambia 320 km landeinwärts. Es hat eine flachwellige Oberflächenform, die zumeist von Savanne, Sumpfland und einigen Wäldern bedeckt ist, und gehört dem wechselfeuchten Klimabereich der randlichen Tropen an.

Die überwiegend islamische Bevölkerung gehört größtenteils zu den westafrikanischen Völkerstämmen der Malinke, Fulbe, Wolof und Diola. Das jährliche Bevölkerungswachstum ist mit 4,0% eines der höchsten der Welt. Die Analphabetenrate liegt bei rund 65%.

 

Das Land

Lage

Westafrika;

Grenzen

Im Westen Atlantischer Ozean, sonst Senegal

Zeitzone

MEZ -1 Stunde

Fläche

11 295 km2 (25 % Wald, 14 % Ackerland, 8 % Wiesen und Weiden)

Ausdehnung

W-O 350 km, N-S bis 45 km

Landesnatur

Flussebenen am Gambia, sandige Hügelländer, sanft ansteigende Plateaus

Höchster Punkt

Plateaus im Osten bis 200 m

Gewässer

Gambia (Fluss)

Klima

Tropisches, wechselfeuchtes Klima; Banjul 31,4 °C/1396 mm

  

Die Menschen

Bevölkerung

1,268 Mio. Ew. (Mandingo, Fulbe, Wolof)

Bevölkerungsdichte

112 Ew./km2

Stadtbevölkerung

30 %,  ( Analphabetismus der Bevölkerung 61%)

Lebenserwartung

Frauen 48 Jahre, Männer 45 Jahre

Religion

Islam

Sprache

Englisch; Mandingo, Wolof, Ful (alle Schulkinder sprechen im Unterricht nur Englisch)

Wichtige Städte

Serekunda

 

Wirtschaft
Währung 1 Dalasi = 100 Bututs
Anteil der Wirschaftssektoren/BIP Landwirtschaft 27 %, Industrie 14 %, Dienstleistungen 59 %
Exportgüter Erdnüsse und-erzeugnisse, Fisch und Fischprodukte, Baumwolle
Straßen 2386 km

Wirtschaft und Verkehr
Die wirtschaftliche Grundlage des Landes sind der Fremdenverkehr und die Landwirtschaft.
Die Erdnusskultur liefert geschälte Erdnüsse, Erdnussöl und Ölkuchen für den Export. Zweitwichtigstes Ausfuhrprodukt ist die Baumwolle. Für den Eigenbedarf werden Reis (siehe Bild), Hirse, Mais, Bananen u.a. angebaut. Die Fischereiwirtschaft hat wachsende Bedeutung und liefert Exportüberschüsse.
Die Industrie ist bis auf mehrere Ölmühlen und Fisch verarbeitende Betriebe noch wenig entwickelt.
Hauptverkehrsader ist der Fluss Gambia. Banjul verfügt über einen Tiefseehafen und den einzigen Flughafen des Landes

Geschichte
Das heutige Gambia war wie Senegal im 13. und 14. Jh. Teil des Mali-Reiches. Mitte des 15. Jh. wurde die Küste von Portugiesen entdeckt; 1588-1752 kämpften englische und französische Kaufleute um die Handelsvollmacht an der Gambia-Mündung, die 1765 britisch wurde und zusammen mit Senegal als Kolonie Senegambien verwaltet wurde. 1807 kam Senegal an Frankreich, während Gambia britischer Besitz blieb und 1821 Sierra Leone unterstellt wurde. 1843-1902 war es britische Kolonie, erhielt dann den Status eines Protektorats und 1963 innere Autonomie.
Seit 1965 ist Gambia unabhängiger Staat im Commonwealth. Durch die neue Verfassung von 1970 wurde das Land präsidiale Republik. Staatspräsident bzw. Regierungschef war seit der Unabhängigkeit Sir
Jawara, Führer der "People's Progressive Party". Korruption, steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne und Auswüchse des modernen Tourismus schufen ein Klima der Unzufriedenheit, das 1981 zu sozialistischen Putschversuchen führte, die nur mit Hilfe senegalesischer Truppen niedergeschlagen wurden. Diese Abhängigkeit beschleunigte den schon lange geplanten Zusammenschluss der beiden Staaten zu der Konföderation Senegambia (1982), sie bestand 7 Jahre. 1994 wurde Jawara durch einen Militärputsch gestürzt, eEine Junta unter Führung von Jammeh übernahm die Macht. 1996 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum einer neuen Verfassung zu. Im gleichen Jahr wurde Jammeh zum zivilen Präsidenten gewählt.

Gambia heute
Von allem  Eigenartigen der Kolonialgeschichte ist Gambia ohne Zweifel das seltsamste: Das Land dehnt sich nur wenige Kilometer beiderseits des gleichnamigen Flusses aus, doch reicht es rund 350 km von der Atlantik-Mündung ostwärts tief in den westafrikanischen Sahel hinein und schneidet das Nachbarland Senegal praktisch in zwei Teile. Gambia besitzt lediglich in Flussnähe einige Wälder und besteht ansonsten aus Savanne, die ostwärts immer trockener wird. Vor dem Eintreffen der ersten portugiesischen Seefahrer im Jahre 1447, denen die Engländer die Siedlungen an der Küste abkauften, stand dieses Gebiet während des 13. und 14. Jh. unter dem Einfluss des ganz Westafrika beherrschenden Mali-Reiches, später unter dem der Fulani- oder Fulbestaaten.
Die Bevölkerung von über 1,2 Millionen Einwohnern gehört überwiegend zum Volk der Sudanneger. Die stärkste Gruppe sind mit rund 44 % die Mandingo, zu denen auch die Bambara und Malinke gehören, gefolgt von den Fulani oder Fulbe (18 %), die hauptsächlich von der Viehzucht leben. Der Anteil der Wolof, ein Volk von Händlern und Kaufleuten, beträgt nach den letzten Volkszählungen etwa 12 %. Der Rest der Bevölkerung gliedert sich in Serahulis, Sarakolle und Diola, die zu den ältesten Einwohnern Gambias gerechnet werden.
Der Staat Gambia ist das Ergebnis europäischer Auseinandersetzungen um die Inbesitznahme von Regionen. Frankreich bekam schließlich auf der Berliner Afrika-Konferenz von 1884 den großen Senegal zugesprochen, die britische Krone erhielt die kleine Kolonie Gambia. Die beiderseits des Flusses lebenden Völker wurden jedoch in der Kolonialzeit nur scheinbar durch eine in der Savanne unerkennbare Grenze getrennt. Allein eine winzige Elite wurde britisch ausgebildet. Die englische Sprache, englische Gesetze und Lebensgewohnheiten prägten das Alltagsleben in der kleinen Hauptstadt Bathurst, die erst in den 1970er Jahren in Banjul "afrikanisiert" wurde. In ihr gab es eine den ethnischen Clans entsprechende Mehrparteien-Demokratie nach britischem Vorbild. Die Verfassung aber garantierte dem seit der Unabhängigkeit 1965 ununterbrochen regierenden Präsidenten Jawara praktisch die uneingeschränkte Herrschaft. Die Monopolisierung der Macht löste 1982 einen nur wenige Tage dauernden blutigen Aufstand aus. Dieser wurde durch die von der Regierung zu Hilfe gerufenen Truppen des Nachbarlandes Senegal niedergeschlagen.
Deshalb willigte der Präsident 1982 in den von Senegal geforderten Zusammenschluss zur "Senegambischen Föderation" ein. Sie sollte neben einer engen Zusammenarbeit im Sicherheits- und Transportwesen auch die Bildung einer Wirtschafts- und Währungsunion veranlassen. Doch bis auf ein gelegentlich tagendes gemeinsames Parlament blieb sie durch die stillschweigende Weigerung der gambischen Führung nur Papier. 1989 wurde sie auch offiziell aufgekündigt. 1994 übernahm eine Militärjunta unter Führung von Jammeh die Macht. Nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung 1996 ließ sich Jammeh zum zivilen Präsidenten wählen.
         

Wirtschaft
Gambia lebt zu einem geringen Teil von Reisanbau in Flussnähe und von dem Erdnussanbau in der Savanne. Von überragender wirtschaftlicher Bedeutung ist der Tourismus. Seit den 1960er Jahren wurden an den Atlantik-Stränden von ausländischen Konzernen mehr als ein Dutzend Hotel-Komplexe errichtet. Doch außer Strand, Hochseefischerei und Bootsfahrten auf dem Fluss hat das Ferienland Gambia nicht viel zu bieten. In den wenigen Monaten der trockenen Wintersaison sorgen die Touristen, vornehmlich aus Skandinavien, Großbritannien und Deutschland, für eine alljährliche kurze Beschäftigung. Gleichzeitig aber schaffen sie zunehmend soziale Probleme, zumal in den übrigen Monaten Massenarbeitslosigkeit herrscht.

Trotz allem: Uns hat es hier gefallen!
                                                                                                                                     
Bilder: © Monika Frunzke

Seite erstellt: 2004
Seite geändert: 13.01.2010

              

 

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