

Die Erde und ihre Länder
Nordafrika - Gambia
Gambia - Hauptstadt: Banjul
Gambia zieht sich als schmaler Streifen
beiderseits des Flusses Gambia 320 km landeinwärts. Es hat eine flachwellige
Oberflächenform, die zumeist von Savanne, Sumpfland und einigen Wäldern bedeckt
ist, und gehört dem wechselfeuchten Klimabereich der randlichen Tropen
an.
Die überwiegend islamische Bevölkerung gehört
größtenteils zu den westafrikanischen Völkerstämmen der Malinke, Fulbe, Wolof
und Diola. Das jährliche Bevölkerungswachstum ist mit 4,0% eines der höchsten
der Welt. Die Analphabetenrate liegt bei rund 65%.
Das Land
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Wirtschaft und Verkehr
Die wirtschaftliche Grundlage des
Landes sind der Fremdenverkehr und die Landwirtschaft.
Die Erdnusskultur liefert
geschälte Erdnüsse, Erdnussöl und Ölkuchen für den Export. Zweitwichtigstes
Ausfuhrprodukt ist die Baumwolle. Für den Eigenbedarf werden Reis (siehe Bild), Hirse, Mais,
Bananen u.a. angebaut. Die Fischereiwirtschaft hat wachsende Bedeutung und
liefert Exportüberschüsse.
Die Industrie ist bis auf mehrere Ölmühlen und Fisch
verarbeitende Betriebe noch wenig entwickelt.
Hauptverkehrsader ist der Fluss
Gambia. Banjul verfügt über einen Tiefseehafen und den einzigen Flughafen des
Landes
Geschichte
Das
heutige Gambia war wie Senegal im 13. und 14. Jh. Teil des
Mali-Reiches. Mitte des 15. Jh. wurde die Küste von Portugiesen
entdeckt; 1588-1752 kämpften englische und französische Kaufleute um die
Handelsvollmacht an der Gambia-Mündung, die 1765 britisch wurde und zusammen mit
Senegal als Kolonie Senegambien verwaltet wurde. 1807 kam Senegal an Frankreich, während Gambia
britischer Besitz blieb und 1821 Sierra Leone unterstellt wurde. 1843-1902 war es
britische Kolonie, erhielt dann den Status eines Protektorats und 1963 innere
Autonomie.
Seit 1965 ist
Gambia unabhängiger Staat im Commonwealth. Durch die neue Verfassung von 1970
wurde das Land präsidiale Republik. Staatspräsident bzw. Regierungschef war seit
der Unabhängigkeit Sir Jawara, Führer der "People's Progressive Party". Korruption,
steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne und Auswüchse des modernen Tourismus
schufen ein Klima der Unzufriedenheit, das 1981 zu sozialistischen
Putschversuchen führte, die nur mit Hilfe senegalesischer Truppen
niedergeschlagen wurden. Diese Abhängigkeit beschleunigte den schon
lange geplanten Zusammenschluss der beiden Staaten zu der Konföderation
Senegambia (1982), sie bestand 7 Jahre. 1994 wurde Jawara durch
einen Militärputsch gestürzt, eEine Junta unter Führung von Jammeh übernahm die Macht. 1996 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum
einer neuen Verfassung zu. Im gleichen Jahr wurde Jammeh zum zivilen Präsidenten
gewählt.

Gambia heute
Von allem Eigenartigen der Kolonialgeschichte ist Gambia ohne Zweifel das seltsamste: Das
Land dehnt sich nur wenige Kilometer beiderseits des gleichnamigen Flusses aus,
doch reicht es rund 350 km von der Atlantik-Mündung ostwärts tief in den
westafrikanischen Sahel hinein und schneidet das Nachbarland Senegal praktisch
in zwei Teile. Gambia besitzt lediglich in Flussnähe einige Wälder und besteht
ansonsten aus Savanne, die ostwärts immer trockener wird. Vor dem Eintreffen der
ersten portugiesischen Seefahrer im Jahre 1447, denen die Engländer die
Siedlungen an der Küste abkauften, stand dieses Gebiet während des 13. und
14. Jh. unter dem Einfluss des ganz Westafrika beherrschenden
Mali-Reiches, später unter dem der Fulani- oder Fulbestaaten.
Die Bevölkerung
von über 1,2 Millionen Einwohnern gehört überwiegend zum Volk der Sudanneger.
Die stärkste Gruppe sind mit rund 44 % die Mandingo, zu denen auch die Bambara
und Malinke gehören, gefolgt von den Fulani oder Fulbe (18 %), die hauptsächlich
von der Viehzucht leben. Der Anteil der Wolof, ein Volk von Händlern und
Kaufleuten, beträgt nach den letzten Volkszählungen etwa 12 %. Der Rest der
Bevölkerung gliedert sich in Serahulis, Sarakolle und Diola, die zu den ältesten
Einwohnern Gambias gerechnet werden.
Der Staat Gambia
ist das Ergebnis europäischer Auseinandersetzungen um die Inbesitznahme von
Regionen. Frankreich bekam schließlich auf der Berliner Afrika-Konferenz von
1884 den großen Senegal zugesprochen, die britische Krone erhielt die kleine
Kolonie Gambia. Die beiderseits des Flusses lebenden Völker wurden jedoch in der
Kolonialzeit nur scheinbar durch eine in der Savanne unerkennbare Grenze
getrennt. Allein eine winzige Elite wurde britisch ausgebildet. Die englische
Sprache, englische Gesetze und Lebensgewohnheiten prägten das Alltagsleben in
der kleinen Hauptstadt Bathurst, die erst in den 1970er Jahren in Banjul
"afrikanisiert" wurde. In ihr gab es eine den ethnischen Clans entsprechende
Mehrparteien-Demokratie nach britischem Vorbild. Die Verfassung aber garantierte
dem seit der Unabhängigkeit 1965 ununterbrochen regierenden Präsidenten Jawara praktisch die uneingeschränkte Herrschaft. Die
Monopolisierung der Macht löste 1982 einen nur wenige Tage dauernden blutigen
Aufstand aus. Dieser wurde durch die von der Regierung zu Hilfe gerufenen
Truppen des Nachbarlandes Senegal niedergeschlagen.
Deshalb willigte der Präsident 1982 in den von Senegal geforderten
Zusammenschluss zur "Senegambischen Föderation" ein. Sie sollte neben einer
engen Zusammenarbeit im Sicherheits- und Transportwesen auch die Bildung einer
Wirtschafts- und Währungsunion veranlassen. Doch bis auf ein gelegentlich
tagendes gemeinsames Parlament blieb sie durch die stillschweigende Weigerung
der gambischen Führung nur Papier. 1989 wurde sie auch offiziell aufgekündigt.
1994 übernahm eine Militärjunta unter Führung von Jammeh die
Macht. Nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung 1996 ließ sich Jammeh zum
zivilen Präsidenten wählen.
Wirtschaft
Gambia lebt zu einem geringen Teil von Reisanbau in Flussnähe und von
dem Erdnussanbau
in der Savanne. Von überragender wirtschaftlicher Bedeutung ist der Tourismus.
Seit den 1960er Jahren wurden an den
Atlantik-Stränden von ausländischen Konzernen mehr als ein Dutzend
Hotel-Komplexe errichtet. Doch außer Strand, Hochseefischerei und
Bootsfahrten auf dem Fluss hat das Ferienland Gambia nicht viel zu bieten. In
den wenigen Monaten der trockenen Wintersaison sorgen die Touristen, vornehmlich
aus Skandinavien, Großbritannien und Deutschland, für eine alljährliche kurze
Beschäftigung. Gleichzeitig aber schaffen sie zunehmend soziale
Probleme, zumal in den übrigen Monaten Massenarbeitslosigkeit
herrscht.
Trotz allem: Uns hat es hier gefallen!
Bilder: ©
Monika Frunzke
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