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Deutsch - Literaturtheorie
Lehrreiche Literatur


Lehrreiche Literatur

Fabel:

-
 ist eine
literarische Kurzform mit vergleichsweise festen und gut eingrenzbaren Merkmalen in einer
   Fabel treten in einer Naturkulisse
verschiedene Tiere auf (selten auch Pflanzen und Dinge)

-  sie kann in Versen oder Prosa abgefasst sein.

-  In knapper, zugespitzter Form voranschaulicht die Fabel einen moralischen Lehrsatz oder eine    praktische  Lebensweisheit

Klassische Gliederung: Ausgangssituation, Konflikt, Ergebnis
In der
Ausgangssituation werden die zum Verständnis des folgenden Textes notwendigen Informationen gegeben - vor allem, welche Figuren handeln

-  Konflikt beruht auf Gegensatz, z.B. 2 Tiere mit gegensätzlichen Eigenschaften

- Die Konfrontation läuft in Form von Rede u. Gegenrede bzw. Aktion und Gegenreaktion ab

-  Am Schluss steht das Ergebnis, aus dem sich die Deutung der Fabel ergibt. Typ.


Fabelpersonen:            -Fuchs steht für Schlauheit

-Esel für dumm und naiv

-Wolf für gierig

              -Z.B. vom Wolf und Lämmlein: es wird gezeigt, dass der Stärkere dem Schwächeren keine Chance gibt

Merkm
Merkmale der Fabeln:

Es sind kurze Geschichten, in denen Tiere, Gegenstände, auch Menschen wie Menschen handeln und sprechen. Es werden Charaktereigenschaften oder gesellschaftliche Verhältnisse kritisiert. Jede Fabel enthält eine Lehre, die Fabelmoral.


Beispiel:
Fabeln von G. E. Lessing

Der Löwe und der Hase

Ein Löwe würdigte einen drolligen Hasen seiner näheren Bekanntschaft. „Aber ist es denn wahr“, fragte ihn einst der Hase, „dass euch Löwen ein elender krähender Hahn so leicht verjagen kann?“

„Allerdings ist es wahr“, antwortete der Löwe, „und es ist eine allgemeine Anmerkung, dass wir großen Tiere durchgängig eine gewisse kleine Schwachheit an uns haben. So wirst du, zum Exempel, von dem Elefanten gehört haben, dass ihm das Grunzen eines Schweins Schauder und Entsetzen erwecket.“

„Wahrhaftig?“, unterbrach ihn der Hase. „Ja, nun begreif`ich auch, warum wir Hasen uns so entsetzlich vor den Hunden fürchten.“

            
Parabel:
(bedeutet: Gleichnis, Vergleich)

- eine einfache metaphorische Erzählung, die dazu benutzt wurde, einen erzieherischen

Gedanken, eine sittliche Idee o. eine Lebensweisheit sinnfällig zu verdeutlichen - bekannte Parabeln sind die des neuen Testaments ( dort auch Gleichnis genannt)

Beispiel: Lessings „Ringparabel" aus „Nathan der Weise“

Aus: Lessing „Nathan der Weise“

Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe jeder von euch um die Wette.
Die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott,
Zu Hülf!

Ballade:
(
ital. Tanzen)

- in Frankreich im 14./15. Jh.

- streng gebaute Gedichtform, in der sich der Kehrreim nach jeder Strophe wiederholt

- wurde in England zunächst nachgeahmt aber schon im 15.J.h. in ein Erzählgedicht umgewandelt, in dem ein dramatischen Ereignis geschildert wird

      
      
Merkmale der Ballade:

Balladen haben immer große Themen zum Inhalt, z.B. Frieden, Liebe, Freundschaft, Katastrophen... 
Sie enthalten epische (erzählende), dramatische (Handlung, wörtlich Rede...) und lyrische (Gedichtform, Reim...) Elemente, weshalb sie Goethe als „Ur-Ei der Literatur“ bezeichnete.
Jede Ballade enthält eine Lehre, das Balladenurteil.

Beispiel:

Goethe, Willkommen und Abschied
1789 geschrieben

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht;
Der Abend w
iegte schon die Erde,
Und an den Bergen h
ing die Nacht:

Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Aug
en sah.

Der Mond von einem 'Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
D
ie Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerl
ich mein Ohr;

Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In me
inen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floss von dem süßen Blick auf mich;

Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und
jeder Atemzug für dich.

Ein rosenfarbnes Frühlingswettcr
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich - ihr Götter!
Ich hofft
' es, ich verdient' es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In dein
en Küssen welche Wonne!
In deinen Augen welcher Schmerz!

Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu
werden
Und lieben, Götter, welch ein Glück!


                                                                                                                Autor: Sandra Sliwa      

 

 

 

 

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