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Deutschland
Spreewald
Der
Spreewald ist eine für Urlauber, auch Camper und Ausflügler beliebte Gegend.
Diese sumpfige Niederung beiderseits der mittleren Spree ist eine der
faszinierendsten
Landschaften in ganz Eurpa.
Der Spreewald erstreckt
sich etwa von Cottbus
bis unterhalb von Lübben. Die Spree hat hier ein sehr geringes Gefälle und ist
in zahlreiche Arme aufgespalten, die auch heute noch dem Verkehr auf
den rund 600 km schiffbaren Fließen und Kanälen zu
anderen Orten, Äckern usw. dienen. Diese natürlichen
Wasserläufe und Kanäle winden sich wie ein Labyrinth durch Wiesen, Wälder
und Äcker, aber auch durch Dörfer. Diese einmalige Kulturlandschaft in Europa
wurde 1991 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt, um ihre Ursprünglichkeit
zu bewahren.
Typisches Transportmittel ist seit jeher der flache Holzkahn,
der per Hand mit einem so genannten Holzrudel fortbewegt wird. Von zahlreichen Kahnfährhäfen aus können die schönsten Touren
durch den Spreewald unternommen werden.
Die Menschen formten diese Landschaft, als sie dem
ehemals sumpfigen Urwald Wiesen und Felder abrangen. So entstand das
unverwechselbare Mosaik von kleinflächigen Äckern, Wiesen, Wald und Gehöften,
das dem Spreewald den besonderen Reiz gibt und vielen Tierarten erst die
Ansiedlung erlaubte. Seltene
Tiere und Pflanzen sind hier beheimatet. Neben dem Weißstorch und dem Schwarzstorch gehört auch der
Fischotter zu den Tieren des Spreewaldes.
Und im Frühjahr sieht man viele schöne Pflanzen auf dem Waldboden: Leberblümchen, Frühlingsplatterbse, Schuppenwurz, Buschwindröschen, Gelbes Windröschen und Maiglöckchen zeigen dann ihre attraktiven Blüten und verströmen zauberhafte Düfte.
Buschwindröschen
Frühlingsplatterbse Gelbes
Windröschen
In den Niederungen findet sich eine extrem seltene Pflanzengesellschaft. Riesige Weißmoospolster umfassen die Stammfüße von Erlen, und so glaubt man, dass jeder Baum auf einem silbergrün schimmernden, samtigen Sockel steht. In höher gelegenen Bereichen wächst ein Mischwald, in dem neben Ahorn, Esche, Hainbuche und Stieleiche die Rotbuche dominiert.
Ahorn
Hainbuche
Rotbuche
Die Ableitung des Wassers durch Kanäle und Talsperrenbau bringen Schutz vor
Überschwemmungen und dienen der landwirtschaftlichen Nutzung: Anbau von Gemüse
und Viehwirtschaft. Vermoorte Niederungen mit Erlenbruchwald finden sich ebenfalls
in diesem
Naturschutzgebiet. Der Spreewald ist Lebensraum der Sorben.
Die Sorben, früher auch Wenden genannt, bilden die westslawische Volksgruppe (rund 60 000) in der Lausitz (im
Spreewald, um Hoyerswerda und Bautzen), sie sind überwiegend Katholiken. Sie
stammen von den seit
dem 8./9. Jahrhundert zwischen Elbe, Oder und Saale siedelnden Slawen ab und
haben ihre
eigene Sprache. Die Sorben erhielten durch das Sorben-Gesetz vom 22. 3. 1948
kulturelle Autonomie, die wie die staatlichen Förderungen seit 1991 zur Stärkung
des Volkstums führte. Bräuche, Volkskunst und Trachten haben sich besonders im
Spreewald und um Hoyerswerda erhalten.
Etwas lästig können die vielen Mücken werden, die bei einer
Fahrt durch die Fließen die Kähne umschwirren. Aber sie sind nun einmal Teile
des Ganzen und gehören zu einer solchen Lagunenlandschaft einfach dazu. Dennoch
gibt es Jahre mit sehr wenig Mücken und Jahre, in denen man es fast bereut,
gerade im Spreewald zu sein. Bis zum Juni hat man in der Regel Ruhe vor den
"Summern", danach kann es leider durchaus mal zu blutigen Stechereien kommen.
Aber die Landschaft des Spreewaldes ist sicherlich ein Trost für das heftige
Jucken.
Den Spreewald sollte man sich nicht entgehen lassen - ansehenswert sind bei einem Ausflug auch Lübben, Lübbenau, Cottbus, Schwielochsee und die anderen Seen des Unterspreewaldes.
Mehr zum Spreewald und den Sorben findet ihr auch hier.
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