
|
|
||||
|
|

Deutschland
Das Erzgebirge
Schlema
Schlema
ist eine Gemeinde im Landkreis Aue-Schwarzenberg. Hier wohnen auf einer Fläche von 15,3
km² etwa 5700
Einwohner. Der Ort entwickelt den Tourismus insbesondere im
Wellness- und
Gesundheitsbereich. Durch ihn führt die Silberstraße.
In der mehr als 600-jährigen Geschichte erlebte der
Ort so manches Auf und Ab. Im 12. Jahrhundert besiedelt, lebten die bäuerlichen
Einwohner des Tales ruhig dahin. In den umliegenden Forsten verdienten Köhler
ihren Lebensunterhalt und Eigenlöhner förderten Eisen- und Kupfererze. Nach
dem „Berkgeschrei" wurde Schlema Gemeindedorf Schneebergs und
trat erst mit der Erfindung der blauen Farbe, gewonnen aus Kobalterz, aus
dem Schatten der großen Schwester heraus. Später sollte hier das weltgrößte
Kobaltblaufarbenwerk entstehen und seine Produkte in die weite Welt verkaufen.
Im Jahre1909 wurde durch den Werksbaumeister des Blaufarbenwerkes,
Richard Friedrich, ein spektakulärer Fund im alten Markus-Semmler-Stollen
gemacht. Er entdeckte radioaktive Heilwässer und war der geistige Begründer
des weltberühmten Radiumbades Oberschlema. Der Ort nahm als Heilbad eine atemberaubende
Entwicklung. Zugreisende aus Paris und St. Petersburg erreichten ihr Ziel
in Oberschlema. In über mehr als 30 Jahren reisten Patienten aus der ganzen
Welt in das Radiumbad, um hier Heilung von ihren Rheumaleiden zu finden.
Nach
dem furchtbaren Krieg hoffte man 1945 auf einen Neuanfang. Bereits in jenem
Jahr waren wieder mehr als 2000 Gäste im Ort, trotz der Schwierigkeiten
mit Energieversorgung und Nahrungsmitteln. Der Ruf des Ortes hatte
auch jene Zeit überstanden.
Dann, ab 1946, setzte im Ort der neuerliche
Bergbau in Dimensionen ein, wie ihn das Erzgebirge in den Jahrhunderten
zuvor nicht erlebt hatte. Uran hieß das Erz, welches die Weltpolitik maßgeblich
beeinflusste und das Ende des berühmten Kurortes besiegelte. Bereits 1948
arbeiteten im Ort mehr als 15000 Bergleute. Schächte wurden mitten im Ort
geteuft, unter Schlema ein gigantisches Bergwerk von 40 Millionen Kubikmetern
Hohlraum bis in eine Tiefe von 1.800 Metern, errichtet. Das ehemalige Kurgebiet
erinnerte im Jahre 1990 eher an eine Mondlandschaft. Heute befindet sich in Schlema/Hartenstein
im Schacht 371 das tiefste Besucherbergwerk Europas.
Der Neuanfang wurde ab 1991 begonnen, neue Heilquellen
erschlossen und ein Kurmittelhaus im neuen Kurpark errichtet. Ältere Heimatfreunde,
welche das ehemalige Radiumbad Oberschlema aus eigenem Erleben kennen, sprechen
heute von dem Wunder von Schlema, an welches so mancher vorher nicht glauben
konnte.
Ein halbes
Jahrhundert nach Abriß des alten Radiumbades ist Schlema seit 1998 wieder
Kurort. Dass die Schlemaer Heilwässer Wirkung zeigen, hat die Vergangenheit
bewiesen. Während der Blüte des einst weltberühmten Radiumbades Oberschlema
lockte der gute Ruf viele Kranke zum Kurbaden in das
Erzgebirge.
Seit 1990 wurden im
Zuge der Sanierung umfangreiche Renaturisierungsmaßnahmen volbracht. Die
Bergbaufolgelandschaft erlangte wieder Leben, die Infrastruktur wurde
hergestellt, der Beginn einer Renaturisierung
beschleunigt.
Der Ort, seine sehr schöne Umgebung, vielfältige Veranstaltungen ziehen heute
wieder viele Gäste an.
So fand auch in diesem Jahr, am 18. September 2004,
das
traditionelle internationale Blasmusikfest statt. Das sollte man nicht verpassen
- diese Veranstaltung zieht wohl viele Besucher
an.
Und wenn man nicht in Schlema wohnt,
hat man vielleicht auch ein Stück durch das Erzgebirge zu fahren. Und bei
schönem Wetter kann man da nicht nur die Sonne genießen, sondern oft auch
eine einzigartige Sicht.
Bilder:
© Monika Frunzke
![]()