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Die Rosstrappe    

Es war einmal ein Riese namens Bodo, der sich in die schöne Brunhilde, die Tochter des Böhmenkönigs, verliebte.
Brunhilde verabscheute Bodo, weil ihr Herz schon dem jungen Harzkönig gehörte. An dem Vorabend des Hochzeitstages, der wider ihren Willen festgelegt worden war, entfloh Brunhilde mit ihrem weißen Rosse. Fluchend verfolgte sie der Riese Bodo bis in den Harz, wo plötzlich ein Abgrund von grauenvoller Tiefe vor ihnen gähnte. Unten im Tal schlängelte sich ein reißendes Bergflüsschen dahin. Ihr Mut und die Verzweiflung trieben Brünhilde zu dem  tollkühnen, aber gelungenen Sprung über den Abgrund. Sie verlor dabei aber ihre Krone. Der Riese folgte ihr, aber sein Pferd schaffte den Sprung nicht und er stürzte in die Tiefe.
Nach ihm wurde das Flüsschen benannt, die Bode, und die Sage berichtet, dass Bodo noch heute dort unten sitzt und die Krone bewacht. Der Hufabdruck von Brunhildes weißem Ross ist noch heute auf einer Felsplatte (auf der Rosstrappe) zu sehen.

                                                                                                                               Erzähler: Bernd Hannappel

 

 

 

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