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Deutschland
Städte
Regensburg
Regensburg
ist bayerische kreisfreie Stadt, sie ist Hauptstadt des Regierungsbezirkes
Oberpfalz. In
ihr leben125 200 Einwohner. Regensburg hat eine Universität, seit 1812
ist sie Residenz der Fürsten Thurn und
Taxis.
Besonders anschauenswert sind zahlreiche
mittelalterliche Bauten: gotischer Dom (13.-16. Jh.; reiche
Innenausstattung), Altes Rathaus mit Reichssaal, ehemaliges Benediktinerkloster
St. Emmeram mit bedeutenden Grabmälern.
In Regensburg findet man chemische, elektrotechnische, Textil- und
Nahrungsmittelindustrie sowie den Maschinenbau und natürlich einen Donauhafen.
Der Haidplatz ist einer der ältesten und traditionsreichsten Plätze von
Regensburgs historischer Altstadt. Er hat seinen Ursprung in einer
langgestreckten dreieckigen Wiese ("Heide") westlich vom ehemaligen
Römercastell. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden hier prächtige Gebäude,
Berühmtheiten begannen sich die Klinke in die Hand zu geben und die Regensburger
feierten spektakuläre Feste.
Berühmtheiten und bemerkenswerte
Bauten
Größen der Geschichte besuchten seit der frühen Neuzeit den Gasthof "Zum
Goldenen Kreuz" auf der Nordseite des Haidplatzes. Kaiser Karl V. war hier
Stammgast, wann immer er an Reichstagsversammlungen teilnahm. Bei seinem letzten
Aufenthalt in der Stadt verliebte sich der Frauenfreund in die schöne
Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg. Das Resultat der heißen Affäre
rettete 24 Jahre später das Abendland vor den Türken: Don Juand'Austria, der
Held der Seeschlacht von Lepanto. Der Saal im Erdgeschoß des damals wohl
bedeutendsten deutschen Gasthofs war Treffpunkt der Mächtigen von König Ludwig
I. von Bayern bis hin zum späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. von Preussen oder
Kaiser Franz Josef I. von Österreich. Heute ist dieser Saal das In-Café auf dem
Platz.
Neben dem "Goldenen Kreuz" steht das klassizistische
Thon-Dittmer-Palais, ein altes Traditionsgebäude, das zuletzt zum Eigentum der
Kaufmannsfamilie v. Thon-Dittmer gehörte. Weitreichende internationalen
Beziehungen machten die Dittmers zu Regensburgs erfolgreichsten Handelsherren
des 18. Jahrhunderts. Inzwischen residieren hier Kulturreferat, Volkshochschule,
Stadtbücherei und Deutsch- Amerikanisches Institut. An lauen Sommerabenden gibt
es im Renaissance Arkadenhof des Palais ein breitgefächertes Kulturangebot, von
klassischen Konzerten bis hin zu Stummfilm-Tagen. Aber auch viele moderne Künstler/innen
schätzen den eleganten Arkadenhof des Thon-Dittmer-Palais´ für die Präsentation ihrer
Kunstobjekte.
Zurück auf dem Haidplatz hat man - bei Blickrichtung auf die
Domtürme - das Gebäude der "Neuen Waag" vor sich. Hier war seit dem Mittelalter
die Stadtwaage eingerichtet nebst einer "Herrentrinkstube", wo sich dazumal die
Ratsherren nach anstrengenden Beratungen erholen konnten. Im Erdgeschoss des
Hauses, im gotischen Gewölbe der ehemals hier gelegenen Hauskapelle, ist das
beliebte steinerne "Stadtmäuschen" versteckt. Berühmtheit erlangte die "Neue
Waag" durch die Religionsgespräche von 1541: Philipp Melanchthon und Johannes
Eck suchten im Turm der "Neuen Waag" nach einem Ausgleich zwischen den
Konfessionen.
Feste
Seit alters her
feiern die Regensburger rauschende Feste auf dem Haidplatz. So fanden hier
beispielsweise im Mittelalter nicht selten Ritterturniere mit zum Teil über 300
Teilnehmern statt.
Zu den weniger erfreulichen Sensationen zählte die Bedrohung der Stadt um die
Jahrtausendwende durch den, laut Sage, überdimensional gebauten heidnischen
Ritter Krako. Doch konnte ihn der Regensburger Ritter Dollinger in einem in
jeder Hinsicht fantastischen Zweikampf besiegen. Die an special effects nicht
arme Geschichte wird seit Sommer 1996 szenisch aufgeführt.
Im 17. Jahrhundert versuchte dann ein bekannter französischer Chirurg den
Platz auf einem Drahtseil zu überqueren. "Erschwerend" kam hinzu, daß er sich am
ganzen Körper mit Feuerwerkskörpern behing. Sein dramatischer Absturz, begleitet
von der Explosion sämtlicher Geschosse, würde sogar heute weltweit für
Schlagzeilen sorgen.
Das sommerliche Bürgerfest auf dem Haidplatz unserer
Tage bietet "nur" Akteure wie Stelzengeher, Jongleure oder Feuerspeier. Während
des Jahres werden hier von Kunsthandwerkern regelmäßig Töpfer- und Metallkunst,
Holzprodukte und Schmuck angeboten. Das überregional geschätzte Jazz-Weekend und
der Regensburger Kultursommer schließlich tun ein weiteres, den Haidplatz heute
zu Regensburgs Flaniermeile zu machen.
Geschichte
Aus dem römischen Lager Castra Regina entstanden, dann
kirchlicher Mittelpunkt (Bistum Regensburg, 798-1821), wirkte es bis nach
Böhmen hinein und erlangte überdies Bedeutung als Handels- und Verkehrszentrum.
1245 wurde Regensburg Reichsstadt, 1256 erfolgte der Beitritt zum Rheinischen Städtebund. 1486 kam
die Stadt zu Bayern; seit
1521 steht sie unter habsburgischem Schutz. Reformatorische Ansätze wurden seit der
Berufung der Jesuiten 1589 zurückgedrängt. Seit der 2. Hälfte des 16.
Jh. war Regensburg die Stadt der Reichstage, seit 1664 des
"Immerwährenden Reichstags". 1803 gehörte Regensburg zum neu geschaffenen
Fürstentum Regensburg, das 1810 an Bayern
kam. Veranlasst durch die Umgestaltungsmaßnahme des Regensburger Neupfarrplatzes
erfolgten seit Sommer 1995 bis Anfang 1997 großflächige archäologische
Ausgrabungen im ehemaligen jüdischen Viertel.
Dieses Judenviertel lag
innerhalb der Keimzelle der Altstadt Regensburgs, nämlich im Bereich des
römischen Legionslagers vom Ende des 2. Jh. Die jüdische
Gemeinde Regensburgs gilt als eine der ältesten in Deutschland. Definitiv fassbar
sind Juden archivalisch zwar erst für das Jahr 981, doch liegt aufgrund
indirekter Hinweise eine noch frühere Ansiedlung einer Judengemeinde nahe.
Im 12. und 13. Jahrhundert hat sich das Regensburger
Judenviertel zu höchster Bedeutung entwickelt. Allein die Regensburger
Talmudschule ist in dieser Zeit ein geistiges Zentrum von europäischem Rang.
Juden betätigen sich als Fernhändler und tragen stark zur wirtschaftlichen
Entwicklung der Stadt bei.
Im Jahr 1519 werden die
Juden - zu diesem Zeitpunkt etwa 500 Personen - durch den Rat der Stadt
vertrieben, das Judenviertel wird systematisch abgebrochen, wodurch der heutige
Neupfarrplatz entstand. Ungefähr 30 Häuser dürfte das Ghetto auf einer Fläche
von etwa 2 Hektar umfaßt haben.
Erst die archäologischen Ausgrabungen seit Ende 1995 bis Anfang 1997
anlässlich einer neuen Platzgestaltungsmaßnahme konnten viele vergessene Fakten
wieder ans Tageslicht bringen: In großen Bereichen des Neupfarrplatzes
konnten weite Teile des mittelalterliches Ghettos freigelegt und dokumentiert
werden.
Von den 1519 zerstörten Gebäuden künden sehr qualitätvolle Kelleranlagen
aus romanischer und gotischer Zeit, die sich noch im Boden erhalten haben.
Brunnen, Treppenanlagen, Fußböden und Straßenpflaster gaben Auskunft von der
ehemaligen Struktur des jüdischen Viertels. Als Sensation darf die Entdeckung von Grundrissen der romanischen und
gotischen Synagoge gelten, welche man bis dahin an völlig anderer Stelle
vermutet hatte.
Einen
weiteren glanzvollen Akzent, der bundesweit für Aufsehen sorgte, setzte der
Schatzfund von 624 goldenen Gulden aus der Zeit des ausgehenden 14.
Jahrhunderts, welcher unter dem Kellerboden eines jüdischen Hauses verborgen
gelegen hatte.
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