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Deutschland
Westerzgebirge                        
 
 

 
Die Preßnitztalbahn

 

Kennt ihr die Schmalspurbahn "Preßnitztalbahn" im Westerzgebirge? Wer ein Faible für alte Schmalspurbahnen hat und eine gemütliche Fahrt durch eine ansehenswerte Landschaft liebt, dem ist eine Fahrt mit dieser Museumsbahn nur zu empfehlen.
Allerdings musste ich feststellen, dass ich trotz häufigen Aufenthalts im Westerzgebirge nie etwas von dieser Bahn gehört und auch nichts gelesen hatte - aber Dieter, mein seit Jahren treuer Mitstreiter bei HDA, wohnt nicht nur hier, sondern kennt sich bestens im Erzgebirge aus. Er hat mir schon viele schöne Gegenden hier gezeigt, Ausstellungen und verschiedene Museen haben wir besucht.
Und während eines Besuchs bei ihm, im Mai 2006, sind wir zu dieser Museumsbahn -so wird diese Schmalspurbahn auch genannt- gefahren. Bei gutem Wetter und Sonnenschein ging es wie immer durch gepflegte Orte und landschaftlich schöne Gegenden, z.T. mit Feldern, auf denen der Raps blühte.

 

Seit Mitte 2000 erreicht die Preßnilztalbahn wieder den Bahnhof Steinbach. Viele Jahrzehnte erfüllte die kleine Bahn zuverlässig ihren Dienst, bis sie als letzte Schmalspurbahn in der DDR aufgrund der durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen als Reisezug 1984  ihren Dienst einstellte und1986 auf dem Reststück von Wolkenstein nach Niederschmiedeberg der letzte Güterzug fuhr. Anschließend begann die Demontage der Gleisanlagen. Im Sommer 1989 erinnerte fast nichts mehr an die Eisenbahn.
Doch damit wollten sich Eisenbahnfreunde nicht abfinden. Seit dem Frühjahr 1990 trafen sie sich in Jöhstadt, um den Wiederaufbau des oberen Streckenabschnittes als Museumsbahn in Angriff zu nehmen. Pfingsten 1992 konnte eine Dampflok auf den ersten Metern Gleis wieder im Einsatz erlebt werden, Pfingsten 1995 fuhren die Museumszüge schon von Jöhstadt bis nach Schmalzgrube.
Seit August 2000 erreichen die Züge nach 8 Kilometern auch wieder den Bahnhof Steinbach.
Fahrräder, Kinderwagen und im Winter natürlich auch Schlitten und Skier werden bei der Preßnitztalbahn gern im Gepäckwagen befördert, und das auch noch gratis.
Und wir kamen nun in den Genuss dieser Initiative. Wir stellten das Auto ab und gingen zum Bahnhof. Es wurde eine schöne und gemütliche Fahrt durch beeindruckende Landschaften. Während dieser Fahrt kann man auch Essen und Trinken für das leibliche Wohl erwerben.

 

Nach Ankunft auf dem Bahnhof Steinbach füllen die Dampflokomotiven am denkmalgeschützten Wasserhaus ihre Wasservorräte für die Rückfahrt auf. Kurzum An jeder der Stationen lohnt es sich, die Umgebung zu erkunden, ganz gleich ob als Wanderer, Radfahrer oder besonders technikinteressierter Eisenbahnfan.

Der Bau dieser Schmalspurbahn ist eng mit dieser erzgebirgischen Region verbunden. Je mehr Waren hergestellt wurden und verschickt werden mussten, desto dringender wurde die Entwicklung von Transportmöglichkeiten. So wurde 1866 erstmals der Bau einer Eisenbahn durch das Preßnitztal gefordert, die ursprünglich von Wolkenstein über Jöhstadt bis nach Böhmen fahren sollte. Nach der Eröffnung der ersten sächsischen Schmalspurbahn von Wilkau nach Kirchberg im Jahr 1881 wandten sich Vertreter der Stadt Jöhstadt und der Orte im Preßnitztal immer nachdrücklicher an die damals zuständige Behörde für Bahnbauprojekte in Sachsen. Im Jahr 1890 willigte die sächsische Regierung endlich ein und beschloss den Bau einer Schmalspurbahn von Wolkenstein nach Jöhstadt. In den folgenden Monaten wurde dann in den Tälern der Preßnitz und des Schwarzwassers mit einfachen Mitteln wie Schaufeln, Schubkarren, Flaschenzügen und kleinen Bauzügen hart gearbeitet. Pfingsten 1892 war es soweit - die kleine Bahn mit 750 mm Spurweite konnte eingeweiht werden, sie fuhr die 23km lange Strecke von Wolkenstein vorbei u.a. an Niederschmiedeberg, Steinbach und Schmalzgrube bis Jöhstadt. Dabei waren immerhin ca.50 Brücken zu überqueren, und an zahlreichen Wegübergängen musste von Anfang an kräftig geläutet werden:

Internetlinks:

Pressnitztalbahn                                                                                                   Bilder: © Monika Frunzke  

 

 

 

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