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Deutschland
Die Lausitz

Die Lausitz ist eine Region im
Osten Sachsens
und Süden Brandenburgs sowie
in den polnischen Woiwodschaften Niederschlesien (Województwo
Dolnoslaskie) und Lebus (Województwo Lubuskie). Sie gliedert
sich von Nord nach Süd in Nieder-, Oberlausitz und Lausitzer Gebirge. Heute bildet der Spreewald den nördlichsten Teil der
Niederlausitz; ursprünglich reichte sie bis zum Müggelsee. Die Lausitzer Neiße bildet seit 1945 die Grenze zwischen dem deutschen und dem polnischen
Teil der Lausitz.
Die Lausitz wird im Nordwesten durch den Fläming und im Westen durch die Schwarze Elster
begrenzt, im Osten reicht sie bis nach Polen. Die östliche Grenze ist dort in
etwa die Bober. Die Lausitz unterteilt sich in zwei landschaftlich völlig
unterschiedliche Teile, die Ober- und Niederlausitz. Die Niederlausitz ist
größtenteils ein Tiefland, das bis ins 19. Jahrhundert hinein noch von
ausgedehnten Mooren und Kiefern-Eichen-Fichten-Wäldern bedeckt war. Die
Oberlausitz dagegen zeigt ein ganz anderes Bild, sie führt vom Oberlausitzer
Bergland bis hoch zum Zittauer Gebirge (höchste Erhebung: Lausche 793m). Die Grenze zwischen Ober- und
Niederlausitz verläuft nahezu entlang einer Linie Hoyerswerda-Weißwasser und
deckt sich dann westlich nahezu mit der heutigen Grenze zwischen Brandenburg und
Sachsen. Die Oberlausitz endet auf halber Strecke zwischen Kamenz und
Großenhain, die Niederlausitz westlich einer Linie
Luckau-Finsterwalde-Lauchhammer.
Hauptorte sind für die Niederlausitz: Cottbus, Guben, die historische Hauptstadt der Nieder-L.,
Luckau, Finsterwalde, Senftenberg, Spremberg, Bad Muskau, im Spreewald Vetschau/Spreewald (Wetošow), Lübben, Lübbenau. Für die Oberlausitz sind die Sechsstädtebundorte Bautzen, Görlitz , Kamenz,
Löbau, Zittau bedeutend, auch Niesky, Hoyerswerda und Weißwasser.
Die Lausitz ist die Heimat der Sorben, des neben den Kaschuben kleinsten slawischen Volkes. Die Sorbische Sprache
ist auch heute noch als zweite Sprache in dieser Region präsent (zweisprachige
Straßen- und Ortsschilder, sorbische Theater, sorbische Schulen). Der Gebrauch
der Sprache ist in den letzten 50 Jahren allerdings sehr stark zurückgegangen.
Einerseits liegt das an vielen deutschsprachigen Zuwanderern zwischen 1945 und
1989, andererseits ist in der Lausitz seit 1990 ein starker Wegzug vor allem der
jungen ansässigen Bevölkerung zu verzeichnen, die in der neuen Heimat die
sorbische Sprache nicht benutzt.
Nach dem Ersten
Weltkrieg gab es Bestrebungen für einen Lausitzer Freistaat; nach dem Zweiten Weltkrieg forderten der in Prag ansässige Sorbische Nationalausschuss den
Anschluss an die Tschechoslowakei. Bei den Verhandlungen zum
Einheitsvertrag wurde von Vertretern der Domowina (Dachverband der Sorben der Ober- und Niederlausitz)
gefordert, die gesamte Lausitz Sachsen zuzusprechen. Nach Volksbefragungen in
den Kreisen Senftenberg, Hoyerswerda und
Bad
Liebenwerda, die eine Mehrheit für Sachsen nur im Kreis Hoyerswerda ergaben,
wurden nur der Kreis Hoyerswerda und der Kreis Weißwasser sächsisch.
Regionalistische Bestrebungen im Zuge der Länderneugliederung von 1990
(Inititative "Für eine ungeteilte Lausitz") fanden kaum Widerhall.
Wenigen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland dürfte heute noch bekannt
sein, dass Spremberg (Grodk) vor
dem Zweiten Weltkrieg der geographische Mittelpunkt Deutschlands war. Ein
Gedenkstein im Ort gab Auskunft darüber.
Bilder:
© Monika
Frunzke
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