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Deutschland
Die Lausitz
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Königshainer Berge
Die Königshainer Berge, in der östlichen Oberlausitz westlich von Görlitz
gelegen, sind ein ausgedehntes, meist bewaldetes Granitgebiet. Ihre höchste
Erhebung befindet sich im südlichen Teil, der Ahlberg (411m) in den
Kämpferbergen. Die Königshainer Berge werden vom
Schwarzen Schöps im Westen und vom Weißen Schöps im Osten umrahmt. Der
Hochstein (406m), die Kämpferberge (411m), der Totenstein (373m) und der
Teufelsstein sind die bekanntesten und meistbesuchtesten Felsengruppen des
kleinsten Gebirges Deutschlands.
Die Gegend der Königshainer Berge muss schon immer attraktiv gewesen sein, was
Funde von Zeugnissen wechselnder Besiedlung in vorgeschichtlicher Zeit belegen.
Faszinierend fand dieses kleine Gebirge auch schon der preußische König
Friedrich Wilhelm IV., der bei seinem Besuch im Jahre 1844 den Totenstein und
später auch den Hochstein unter besonderen Schutz stellen ließ. Wie sich
herausstellen sollte, war dieses Schutzbedürfnis durchaus berechtigt, denn durch
Abbau von Granit wurde die einst mit Felsgruppen übersäte Landschaft stark verändert.
Die Berglandschaft birgt viele naturkundliche
Besonderheiten in sich. Seit Ende des 18. Jh. erfolgte hier der Abbau des
Königshainer Granits. Durch den vor etwa 200 Jahren begonnenen Steinbruchbetrieb wurde er abgetragen, um an das begehrte Baumaterial zu gelangen. Granit aus den
Könishainer Bergen wurde bei vielen Bauten im nahen Görlitz, aber auch am
Reichstagsgebäude in Berlin, am neuen Fichtelberghaus und für den Leuchtturm von
Kap Arkona auf Rügen verwendet. Einer der bedeutendsten Felsen, der dem Abbau
noch um 1930 zum Opfer fiel, war der Firstenstein. Auf seinem Gipfel trug er
eine Gedenksäule für den Pionier der wissenschaftlichen Erforschung des
Gebietes, C. A. G . von Schachmann (1725-1789). Endgültig eingestellt
wurde der Steinbruchbetrieb im Jahre 1975. Interessierte Besucher finden einen
Lehrpfad, ein Museum sowie eine Freiluftausstellung zum ehemaligen Granitabbau
vor. Als 1975 der letzte Steinbruch seinen Betrieb einstellte,
blieben tiefe Löcher zurück. Einige von ihnen füllten sich in der Folgezeit mit
Wasser und verleihen der Landschaft einen zusätzlichen Reiz. In eindrucksvoller
Form kann man sich auf dem 1992 angelegten Natur- und Steinbruchlehrpfad einen
Einblick verschaffen, wie schwer die Arbeit in früherer Zeit gewesen ist.
Innerhalb des Lehrpfades wird auf Besonderheiten der Flora und Fauna
hingewiesen. Eine Attraktion sind die in den 60er Jahren angesiedelten Mufflons.
Die Königshainer Berge wurden 1974 nicht zuletzt wegen ihrer besonderen
Bedeutung als Ausflugs- und Erholungsziel zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.
Der einstige Raubbau kann zwar nicht
rückgängig gemacht werden, hat aber andererseits auch wieder neue faszinierende
Formen hervorgebracht. In den Königshainer Bergen befinden sich einige Gegenden,
in denen eine Reihe ehemaliger Granitsteinbrüche klettertechnisch erschlossen wurde.

Hochsteinfelsen
Teufelsstein
Totenstein
Als Ausflugsgebiet am meisten besucht ist jedoch der nördliche
Teil um den Hochstein (406m).
Die heute noch vorhandenen Granitfelsen sind
die Überreste von ehemals etwa 100 freistehenden, bis 24m hohen Felstürmen,
welche die Königshainer Berglandschaft zwischen Hochstein und Schwalbenberg
überragten. Als Naturdenkmal und
Bodendenkmal ist der Totenstein geschützt. Um den Steinbruch Kolosseum befindet
sich ein Vogelschutzgebiet, dessen Betreten streng verboten ist.
Hier wohnt z.B. der Uhu. Die geschützten Vögel waren z.B. ein wesentlicher Grund, weshalb die Autobahn A4 nicht über, sondern durch die Berge geführt wurde.
Die Kletterziele der Königshainer
Berge konzentrieren sich im nördlichen Teil um den Hochstein. Sie umfassen acht
natürliche, freistehende Felsen, die aber von der Rückseite ohne oder durch
kurze Kletterei ersteigbar sind und deshalb als Massivwände gelten, und neun
Steinbruchwände mit Höhen bis 30m und lohnenden Aufstiegen.
So ist ein wunderschöner Dorfplatz in
dem Ort Königshain entstanden, der Ausgangspunkt für die
Entdeckung des Dorfes sein kann. Das Dorfgebiet selbst ist geprägt durch große
Drei- und Vier- Seitbauernhöfe an den Talrändern und kleinen Häusleranwesen im
Auenbereich.
Hauptattraktion ist aber das Schloss Königshain mit seinen
vielen historisch interessanten Nebenanlagen und der großen Parkanlage. Hier
sind besonders das Kutschenmuseum und der nach Erdteilen bepflanzte
landschaftlichen Teil der ausgedehnten Parkanlage zu nennen.
Weit über die Grenzen
der Lausitz und sicher auch über Deutschland hinaus sind aber Königshain und die Königshainer Berge ganz
sicher durch den Autobahntunnel, durch den seit einigen Jahren die Autobahn
A4 geführt wird.
Gut beschilderte Wanderwege
führen in die Königshainer Berge. Auch eignen sich die vielen kleinen, wenig
befahrenen Ortsverbindungsstraßen gut für ausgedehnte Radtouren. Naheliegende
Ausflugsziele sind die historische Altstadt von Görlitz, die Talsperre
Quitzdorf, das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft und
der Spielpark Zentendorf, die Stadt Görlitz mit ihrem um 1220
bis 1250 entstandenen Stadtkern sowie das Naturschutzgebiet "Rotstein" bei
Sohland mit seiner vielfältigen Flora.
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