
|
|
||||
|
|

Deutschland
Das Erzgebirge
Das Erzgebirge
ist ein sehr, sehr schönes Gebirge, wo es mich -unabhängig
von der Jahreszeit- immer hinzieht. Eine liebliche Landschaft
mit vielen Wäldern, bewaldete Berge, gastfreundliche Menschen
- hier fühlt man sich wohl.
Dieses Gebirge liegt im Bundesland Sachsen,
es erstreckt sich von Plauen aus in
nordöstlicher Richtung bis Dresden. Da es verhältnismäßig weitläufig ist, teilt
man es geographisch in das West- und Osterzgebirge. Im Norden wird das Erzgebirge von den
Autobahnen A72 (Hof-Chemnitz) und A4 (Chemnitz-Dresden) begrenzt. Südlich erstreckt
es sich über die sächsisch-böhmische Grenze hinaus.
Seinen Namen verdankt es den großen Edel- und Buntmetallerzvorkommen. Seit dem Mittelalter wurden Silber-, Blei-, Zink-, Kupfer- und Zinnerze abgebaut. Da sich aber allmählich viele Lagerstätten erschöpften, entwickelten sich neue Erwerbszweige wie das Klöppeln, Holzschnitzen und die Posamentenherstellung. Berühmt ist das Erzgebirge vor allem für die hier erzeugten Spielwaren. Darüber hinaus ziehen schneesichere Hänge mit gut präparierten Pisten und ausgedehnte Loipenanlagen jedes Jahr unzählige Wintersportler in die Region. Stauseen, Talsperren und Teiche, die von den Bergleuten in früheren Jahrhunderten zur Versorgung der Gruben, zur Erzwäsche und für die Holzflößerei angelegt wurden, ziehen heute Wassersportler und Angler an. Besonders geschützt sind die Trinkwassertalsperren, auf auf einigen anderen Gewässern kann man segeln, surfen, baden oder Tretboot fahren. In der kalten Jahreszeit zeigt sich das schneereiche Gebiet von der märchenhaften Seite und macht seinem Ruf als "Weihnachtsland" alle Ehre.
Das Westerzgebirge
Der
Westteil des Erzgebirges, das so genannte Westerzgebirge, erstreckt sich über
deutsches und tschechisches Gebiet. Es wird begrenzt im Westen vom Elstergebirge
und Vogtland und im Osten vom Fluss Flöha. Die Begrenzung im Norden ist im
Gelände unscharf. Im Süden wird es mit dem Fuß der erzgebirgischen Pultscholle
abgeschlossen. Die höchsten Punkte befinden sich auf dem Keilberg in Tschechien,
dem Fichtelberg in Sachsen, beide bei Oberwiesenthal und dem Auersberg (1019 m)
bei Johanngeorgenstadt.
Im Sommer kann man hier wunderbar Wandern, Radtouren
unternehmen, Sehenswürdigkeiten bestaunen, Museen besuchen und auf
unterschiedlichste Art Unterhaltung finden. Im Winter sind natürlich
Wintersportarten möglich, zumal hier auch eine der schneesichersten Gebiete auf
die Sportler warten.
Ein paar Gedanken zur Geschichte:
Mit den ersten Silberfunden bei Freiberg begann im 12.
Jahrhundert die Besiedlung des Erzgebirges. Nachdem Chemnitz und Zwickau bereits
im 13. Jahrhundert zur Markgrafschaft Meißen kamen, wurde Markgraf Friedrich IV.
1422 mit dem Kurfürstentum Sachsen belehnt, zu dem auch das Erzgebirge zählte.
1547 ging die Landesherrschaft auf die neuen protestantischen Albertiner
Kurfürsten über. Seit dem 17. Jahrhundert gewann nach Ertragsrückgängen im
Bergbau die Heimarbeit zunehmend an Bedeutung. 1946 begann unter sowjetischer
Kontrolle die Förderung von Uranerz. Während der DDR-Zeit gehörte das Erzgebirge
größtenteils zum Bezirk Karl-Marx-Stadt, bevor es 1990 dem neugegründeten
Freistaat Sachsen zugeschlagen wurde
Stellvertretend für die vielen schönen Orte, die auch
zum Urlaubmachen einladen, möchte ich nur zwei nennen.
SchwarzenbergDie "Perle des Erzgebirges",
so wird die Stadt zurecht bezeichnet, liegt malerisch am Zusammenfluss
von Schwarzwasser und Mittweida in einem tiefen Talkessel. 1830 wurde hier der
erste Eisenhammer des Erzgebirges in Betrieb genommen. Im spätgotischen Schloss
der Stadt, das unter Einbeziehung von Resten des 12. Jahrhunderts erbaut wurde,
befindet sich ein Museum, das über die Geschichte Schwarzenbergs informiert.
Besondere Attraktion ist dabei eine Nagelschmiede aus dem 19. Jahrhundert. Unbedingt
ansehenswert ist auch die St.-Georgen-Kirche, mehr dazu
hier.
Schwarzenberg
ist nicht nur eine schöne Stadt, die auch über eine gut
restaurierte Altstadt verfügt, es ist auch ein sehr guter
Ausgangspunkt für Ausflüge oder Autotouren in alle
Richtungen des Erzgebirges. Von hier aus fährt man mit dem
Auto etwa 45 Minuten bis zum Fichtelberg, natürlich immer
durch eine landschaftlich sehr schöne Gegend. Mehr zu SZB erfahrt ihr hier.
Annaberg-Buchholz
Die Stadt ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des
Oberen Erzgebirges. Sie verdankt ihre Position den Silbervorkommen, die hier im
15. Jh. gefunden wurden. Bis Mitte des 19. Jh. war der Ort der Sitz der
Bergbehörde, die Verordnungen für ganz Deutschland herausgab. Die bedeutendste
Sehenswürdigkeit Annabergs ist die aus Gneis erbaute St.-Annen-Kirche. Die
größte Hallenkirche Sachsens offenbart im Inneren eine der schönsten
Raumgestaltungen der deutschen Spätgotik. Dazu trägt vor allem das herrliche
Schlingrippen- und Schleifsterngewölbe von Jakob Heilmann sowie 100 Reliefs mit
biblischen Szenen und Lebensalterallegorien von Franz Maidburg bei.
Und für das leibliche Wohl der West-Erzgebirgs-Gäste wird natürlich auch überall sehr gut gesorgt. Besonders empfehlen kann ich aber "Die Hirtbrück" in Raschau und "Haus Fürstenberg" in Waschleithe - beide Orte liegen in der Nähe von Schwarzenberg.
Das Osterzgebirge
Auch das Osterzgebirge erstreckt sich über deutsches und tschechisches
Gebiet und wird begrenzt im Westen vom Fluss Flöha und im Osten vom Elbsandsteingebirge. Die Begrenzung im
Norden ist im Gelände unscharf und im Süden ist es der Fuß der erzgebirgischen
Pultscholle. Der höchste Punkt befindet sich auf dem
Kahleberg, 905 m hoch.
Der Bergbau prägte
entscheidend die die Landschaft und das Brauchtum. Zeugnisse der Geschichte des
Bergbaus sind bis heute in Schaustollen und Bergbaumuseen erhalten.
Das
Osterzgebirge zählt zu den schönsten Mittelgebirgen Deutschlands. Mit einer
Höhenlage von 600 bis 900 Metern ziehen sich seine Ausläufer bis an den Rand der
sächsischen Landeshauptstadt und Kulturmetropole Dresden. Ein Leckerbissen ist
z.B. eine Fahrt mit der dienstältesten Schmalspurbahn Deutschlands - mit der
"Bimmelbahn" von Freital Hainsberg nach Kurort Kipsdorf.
Das Osterzgebirge
ist ein ausgezeichnetes Wander- und Wintersportgebiet (mit
zahlreichen Skiliften, Rodelhängen und entsprechenden Ausleihmöglichkeiten)
für Anfänger und
Fortgeschrittene. In Geising ist ein modernes Eisstadion entstanden. Eine der modernsten
Rennschlitten- und Bobbahn der Welt wartet auf Urlauber und Touristen.
Altenberg erfüllt alle Rodelträume.
Man
kann aber auch Schlittenfahrten auf
Pferdeschlitten und Motorschlitten unternehmen.
Geising
Im östlichen Erzgebirge, südlich der Landeshauptstadt Dresden und nur
wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, liegt in einem weiten
grünen Tal das alte Bergbaustädtchen Geising. Der denkmalgeschützte Stadtkern
und viele schöne Bürgerhäuser in traditioneller Fachwerkbauweise sind Zeitzeugen
der Geschichte der Stadt.
Ein großer Schwerpunkt liegt auf dem
Fremdenverkehr. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten zeugen von historischer und
traditioneller Bedeutung der Region. Durch die landschaftlich idyllische Lage,
die gute Verkehrsanbindung und die Nähe zu interessanten Ausflugszielen ist
Geising ein vielbesuchter Urlaubs- und Erholungsort.
Ob Sommer oder Winter,
Geising und Ortsteile bieten Abwechslung für Jung und Alt. In waldreicher
Umgebung, bei gutem Mittelgebirgsklima und vielen Naturschönheiten ist ein hohes
Maß an Erholung möglich. Auf Wanderschaft zwischen Fichten- und Mischwäldern
oder auf Bergwiesen kann man die Flora und Fauna des Landschaftsschutzgebietes
Osterzgebirge entdecken. Ob zu Fuß, mit dem Rad, zu Pferd oder mit dem Kremser -
unvergessene Eindrücke werden mit nach Hause genommen.
Olbernhau
Olbernhau, die “Stadt der sieben
Täler”, liegt mitten im
Erzgebirge, zu ihr gehören die Stadtteile Hirschberg, Grünthal, Rothenthal, Dörfel,
Rungstock, Blumenau, Ober-, Nieder- und Kleinneuschönberg sowie Reukersdorf.
Die einzelnen Stadtteile befinden sich in einer Höhe
zwischen 430 und 600 m hoch. Olbernhau
erstreckt sich immerhin über 15 km, vom Unterlauf der Schweinitz bis zum nordwestlichen
Ausgang der Flöha-Talwanne. Die
umliegenden Höhenrücken mit Buchen- und Fichtenwäldern erheben sich ca. 200 m über der Talsohle. Mit 12600 Einwohner
ist Olbernhau die größte Stadt im Mittleren Erzgebirgskreis.
Das Erzgebirge wurde
2005 von einem tornado-ähnlichen Wirbelsturm heimgesucht.
(siehe
bei www.monika-frunzke.de) Bilder: ©
Monika Frunzke
![]()