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Deutschland
Bundesland
Thüringen
Thüringen
ist ein Bundesland in Mitteldeutschland.
Es ist 16172 qkm groß. Hier leben etwa 2,3 Mio. Einwohner.
Verwaltungsmäßig ist Thüringen in 17 Landkreise und 5 kreisfreie Städte
gegliedert.
Seine Hauptstadt ist Erfurt.
Landesnatur
Thüringen ist ein Teil der Mittelgebirgsschwelle mit dem Thüringer
Wald (Großer Beerberg 983 m) als dem bedeutendsten Höhenrücken, der sich
nach Südosten im Thüringischen Schiefergebirge und im Frankenwld
fortsetzt. Zentrum des Bundeslandes ist das Thüringer Becken. Es ist größtenteils sehr fruchtbar, ebenso der
Tieflandstreifen der Goldenen Aue zwischen Kyffhäuser und Hainleite. Im
Norden reicht das Land bis in den Unterharz. Im äußersten Südosten hat Thüringen
Anteil an der Hochfläche des Vogtlands.
Der größte Teil des Landes wird durch die Saale und ihre Nebenflüsse,
Unstrut, Ilm und Weiße Elster, entwässert. Die Flüsse sind zu zahlreichen Stauseen
aufgestaut, von denen der Bleilochtalsperre und der Hohenwarte-Stausee die größten sind.
Jüngste Stauanlage ist die Leibis-Talsperre im
Schwarzatal.
Das Klima ist mild und im Regenschatten von Harz und Thüringer
Wald ist das Land verhältnismäßig niederschlagsarm. Das Gebiet an der mittleren Unstrut ist die trockenste Gegend
Deutschlands. Demgegenüber sind die
Höhenlagen des Thüringer Walds sehr regenreich und kühl. Fast ein Drittel der
Landesfläche wird von Wäldern eingenommen - die Buchenwälder im Hainich wurden
als Nationalpark ausgewiesen.
Bleilochtalsperre bei
Saalburg
Der Bleilochstausee ist mit einer Länge von 28 km und einem Wasservolumen
von 215 Mio. m³ den größten Stausee in ganz Deutschland. Die Staumauer wurde in den
Jahren von 1926-1932 erbaut. Die Länge beträgt 250, die Höhe 65 m und die Breite
47m an der Sohle. Sie liegt zwischen den Bleibergen. Durch diese Berge bekam die
Talsperre ihren Namen.
Bevölkerung
Die Bevölkerung spricht in Nord- und Ostthüringen die dem Obersächsischen
verwandte thüringische Mundart, die Muttersprache Luthers, im Südwesten dagegen
wird fränkisch gesprochen. 22% der Bevölkerung leben in den fünf kreisfreien Städten Erfurt,
Gera, Jena, Suhl und Weimar. Der Anteil der Ausländer an der Wohnbevölkerung
liegt bei nur 2,1%.
Wirtschaft
Die Landwirtschaft findet im Nordteil des Thüringer Beckens beste
Voraussetzungen, so kann hier der Anbau von Weizen, Gerste und Zuckerrüben erfolgen.. Bei Erfurt werden in
großem Umfang Gemüse, Blumen und Heilpflanzen angebaut und Samen gezüchtet.
In
den weniger fruchtbaren Gegenden wird Roggen-, Hafer- und Kartoffelanbau
betrieben.
Die bedeutendsten Bodenschätze sind die Kalisalze an der Werra,
bis 1990 auch der
Uranbergbau bei Gera. Die wichtigsten Industriezweige sind die optische und elektronische
Industrie sowie der Gerätebau in Jena, der Fahrzeug- und Maschinenbau in Eisenach
und
Waltershausen, außerdem die elektrotechnische Industrie in Erfurt und
die Metallverarbeitung. Besonders traditionsreich sind die Glas-, Porzellan-, Holz-
und Spielwarenindustrien, z.B. in Sonneberg.
Im Thüringer Wald kommt
dem Tourismus wachsende Bedeutung zu. Neben Wanderurlaub oder Wintersport
(Oberhof) bietet sich auch der Erholungsurlaub in den zahlreichen Kurorten an.
Die einzigartigen Kulturstätten in Weimar werden auch von zahlreichen
ausländischen Gästen besucht. Hervorzuheben sid hier natürlich die Wohn- und
Gedenkstätten an unsere großen deutschen Dichter Goethe und Schiller. Das Autobahn- und Straßennetz wird weiter
ausgebaut, da Thüringen durch seine zentrale Lage auch als Transitland von
Bedeutung ist. Das Eisenbahnnetz ist auf Erfurt ausgerichtet, wo sich auch ein
internationaler Flughafen befindet.
Geschichte
Der germanische Stamm der Thüringer wird erstmals im 4. Jh. erwähnt.
Sein Reich wurde 531 von Theuderich (fränkischer König 511-533)
erobert und seitdem als fränkische Provinz regiert und im 8. Jh. von Bonifatius
christianisiert.
Durch Erbteilung und Aussterben mehrerer Grafengeschlechter bildete sich eine
Vielzahl von einzelnen Herrschaften aus, darunter die geistlichen Gebiete von
Mainz, Fulda und Hersfeld und die Reichsstädte Mühlhausen und Nordhausen. Den
Hauptanteil erwarben jedoch die Wettiner, die Grafen von Schwarzburg und die
Herren Reuß. Zuletzt bestand Thüringen aus dem Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach
und 3 Herzogtümern (Sachsen-Meiningen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha und vier Fürstentümern. Sie schlossen sich
1920 zum Land Thüringen zusammen, mit Ausnahme des Landesteils Coburg, der durch
Volksabstimmung zu Bayern kam. Durch die Verfassung von 1921 wurde Thüringen
Freistaat. 1944 wurde Thüringen um den Regierungsbezirk Erfurt und den Kreis
Schmalkalden (beide bisher preußisch) vergrößert.
Am Ende des 2. Weltkriegs wurde
Thüringen von US-amerikanischen Truppen erobert, kam
aber zur sowjetischen Besatzungszone. Im Zuge
der Neugliederung der DDR wurde 1952 das Land Thüringen als politische Einheit
aufgelöst und im
Wesentlichen auf die Bezirke Gera, Erfurt und Suhl aufgeteilt.
Bei der Wiedervereinigung Deutschlands wurde
1990 das Land Thüringen wiederhergestellt. Es nahm wieder die Bezeichnung
„Freistaat Thüringen“ an. Ministerpräsidenten waren bzw. sind seitdem Josef Duchac,
CDU, Bernhard Vogel,
CDU, seit 2003 Dieter Althaus, CDU.
Bilder:
© Monika Frunzke
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