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Deutschland
Bundesland
Sachsen

Sachsen ist ein mitteldeutsches Bundesland,
das aus dem ehemaligen Kurfürstentum bzw.
Königreich der Albertinischen Linie des Hauses Wettin hervorgegangen ist. Es
umfasst
18 413 qkm mit 4,5 Mio. Einwohnern. Seine Hauptstadt ist Dresden.
Von den größenteils waldigen Höhen des Elstergebirges, des
Erzgebirges, des Elbsandsteingebirges und des Zittauer Gebirges, die den Süden
des Landes säumen, reicht Sachsen nach Norden über ein sanft gewelltes,
ackerbaulich genutztes Hügelland bis zur Leipziger Tieflandsbucht und zur
Niederlausitz, den Ausläufern des Norddeutschen Tieflands. Der Tieflandstreifen
ist überwiegend sandig und wenig fruchtbar, während die lehmigen Talauen und die
Lößgebiete des Gebirgsvorlands fruchtbare Böden haben. Weiße und Schwarze
Elster, Zwickauer und Freiberger Mulde entwässern das Land zur Elbe, der
äußerste Nordosten gehört zum Einzugsgebiet der Spree. Die größten Städte sind
Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau, Görlitz, Plauen, Meißen und
Freiberg.

Dresden
Leipzig
Chemnitz

Görlitz
Elbe
Geschichte
Kerngebiet des Landes war die Mark Meißen. Markgraf Heinrich der Erlauchte erwarb
1243 das Pleißnerland und, seit 1249 auch Landgraf von Thüringen, 1264 den größten Teil dieses Landes. Erbstreitigkeiten
der Nachfolger gefährdeten lange Zeit das Erreichte. Die Chemnitzer
Teilung 1382 schuf zeitweise 3 selbständige Landesteile (Osterland,
Thüringen, Meißen).
Die Belehnung des Meißener Markgrafen Friedrich des
Streitbaren mit Sachsen-Wittenberg als Kurfürstentum (Kursachsen)
1423 ließ allmählich den Namen "Sachsen" auf das ganze wettinische
Herrschaftsgebiet übergehen und für das Gebiet des aus Niederdeutschen,
Thüringern, Mainfranken und slawischen Bevölkerungsteilen sich bildenden neuen
deutschen Stammes den Namen Ober-Sachsen aufkommen.
Der Reichtum Sachsens hatte früh zu hoher Kulturblüte geführt.
Unter Kurfürst Friedrich dem Sanfmütigen wurde Sachsen in den
Hussitenkriegen (1429-1432) und nach dem Aussterben der thüringischen
Linie durch den Streit um die neue Landesteilung zwischen ihm und seinem Bruder
Wilhelm III. dem Tapferen, der 1445 Thüringen erhalten
hatte, im Sächsischen Bruderkrieg (1446-1451) schwer erschüttert. Nach
Wilhelms Tod fiel Thüringen an das Kurfürstentum zurück.
Schicksalsvoll wurde die Leipziger Teilung von 1485
zwischen den beiden Wettinern Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht: Ernst, Stammvater der Ernestiner, erhielt Kursachsen, Thüringen und das Vogtland;
Albrecht, Stammvater der Albertiner, Meißen, einen Teil des Osterlands und den nördlichen
Randstreifen Thüringens. Die ernestinischen Kurfürsten (Friedrich der
Weise 1486-1525, Johann der Beständige 1525-1532, Johann Friedrich
der Großmütige 1532-1547) förderten Wissenschaft und gründeten1502 die
Universität Wittenberg, die Kunst (L. Cranach) und die von Wittenberg
ausgehende Reformation M. Luthers, während der albertinische Herzog
Georg der Bärtige (1500-1539) am Katholizismus fest hielt. Der Ernestiner
Johann Friedrich der Großmütige, mit Philipp von Hessen Führer des
protestantischen Schmalkaldischen Bundes, unterlag Kaiser Karl V.
1547 bei Mühlberg und musste in der Wittenberger Kapitulation
zugunsten des Albertiners Herzog Moritz auf die Kurwürde sowie auf den größten Teil
seines Landes verzichten. Moritz wurde dann aber seit etwa 1550 der große
Gegenspieler Karls V. Sein Bruder und Nachfolger August erwarb 1567 in den Grumbach'schen
Händeln weitere thüringische Gebiete und 1583 einen Teil der Grafschaft Henneberg.
Im Dreißigjährigen Krieg trat 1631 Kurfürst Johann Georg I. auf die Seite Gustav Adolfs, schloss aber 1635 mit dem Kaiser
den Prager Frieden, der ihm die Lausitz als erbliches böhmisches Lehen einbrachte. Nach dem
Dreißigjährigen Krieg stellte sich eine steigende Rivalität mit Brandenburg
heraus, an das mit dem Übertritt Kurfürst Friedrich Augusts I. (1694-1733, "des Starken") zum Katholizismus
(1697) die Führung der protestantischen Stände überging.
Friedrich August I., als König von Polen (seit 1697) August II., behauptete die polnische Königskrone im Nordischen
Krieg. Die Verbindung mit Polen brachte neben schweren Lasten auch
unbestreitbare wirtschafliche Vorteile für Sachsen. Dresden wurde unter August
dem Starken und seinem Sohn zur schönsten deutschen Barockresidenz. Während
August der Starke im Stile des Absolutismus erfolgreich regierte
(Gesetzgebungswerk des Codex Augusteus), kam es durch die
Schuldenwirtschaft seines Sohnes Friedrich August II. (als
König von Polen August III.) und des Ministers H. von Brühl sowie durch die Teilnahme am Siebenjährigen Krieg zum
finanziellen Zusammenbruch. Im "Retablissement" des Kurfürsten Friedrich
Christian (1763) und des Administrators Prinz Franz Xaver
wurde mit Hilfe der Stände die Wirtschaft rasch wieder aufgebaut.
Kurfürst Friedrich August III. lehnte sich
zunächst an Preußen an. Im Frieden von Posen mit Napoleon I. (11. 12.
1806) musste er jedoch dem Rheinbund beitreten und Gebietsteile an Westfalen abgeben; er
erhielt den Königstitel (Friedrich August I.), 1807 den Cottbusser Kreis
und das Herzogtum Warschau. Erst nach der Völkerschlacht bei Leipzig trennte
er sich von Napoleon. Auf dem Wiener Kongress (1814/15) musste das neue Königreich
Sachsen die Niederlausitz mit Cottbus, den Osten der Oberlausitz, den
Kurkreis und seine thüringischen Gebiete an Preußen abtreten. Die Lausitz kam zu
den Provinzen Brandenburg und Schlesien, die übrigen Teile zur preußischen
Provinz Sachsen (Sachsen-Anhalt). Unter König Anton kam es im Gefolge der Pariser Julirevolution in
Leipzig und Dresden zu Unruhen, sodass der König sich zur Vereinbarung einer
Verfassung mit den Ständen (1831) und zur Ernennung seines Neffen zum
Mitregenten bereitfinden musste. Unter diesem, Friedrich August II., brachen erneut in Leipzig und Dresden 1848/49
(Märzrevolution) Aufstände aus. Nach der mit preußischer Hilfe bewirkten
Niederwerfung des Mai-Aufstands in Dresden (1849) trat auch hier die
Restauration ein. König Johann schwenkte in die Bahn eines
konservativen Fortschritts und konsequenter Pflege von Wissenschaft und Kunst.
1866 im Deutschen Krieg kämpfte es auf Seiten Österreichs und musste im
Berliner Frieden dem Norddeutschen Bund beitreten.
Mitgliedschaft im Deutschen Zollverein (1834), im Norddeutschen Bund und
im Deutschen Reich bescherten Sachsen einen raschen Aufschwung seiner
Wirtschaft; aber eine starre Innenpolitik unter den Königen Albert und Georg, die 1896 zur Einführung des
Dreiklassenwahlrechts geführt hatte, erzeugte auch scharfe soziale Gegensätze.
Am 10. 11. 1918 brach in Dresden die Novemberrevolution aus; am 13. 11. trat der
König zurück. Am 1. 11. 1920 gab sich Sachsen innerhalb der Weimarer Republik
eine republikanische Verfassung. Die
bürgerliche Beamtenregierung wurde am 10. 3. 1933 von den Nationalsozialisten
gestürzt.
Nach dem 2. Weltkrieg kam das um die Reste Schlesiens
vergrößerte Land Sachsen unter sowjetische Militärverwaltung. Im Zuge der
Neugliederung der DDR wurde es 1952 aufgelöst und im Wesentlichen auf die
Bezirke Dresden, Leipzig und Chemnitz (Karl-Marx-Stadt) aufgeteilt. Bei der
Wiedervereinigung Deutschlands wurde 1990 der Freistaat Sachsen
wiederhergestellt; es nahm wieder die Bezeichnung "Freistaat Sachsen" an. 1992
erhielt es eine neue Verfassung.
2002 löste G. Milbradt (CDU) den seit 1990 regierenden K. Biedenkopf im Amt desMinisterpräsidenten
ab.
Bilder:
© Monika u. Michael Frunzke
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