
|
|
|||
|
|

Deutschland
Bautzen
-
die Hauptstadt der Sorben
Bautzen,
sorbisch Budyšin, ist
nicht nur eine Kreisstadt in Sachsen und der Oberlausitz, sondern auch die
Hauptstadt der in Deutschland beheimateten Sorben. Die Stadt steht auf einer Granithöhe am Oberlauf der Spree, von der Ortenburg (um
1000 gegründet) überragt. So finden wir hier auch das Museum für sorbische Geschichte und Kultur.
Hier leben 44 000 Einwohner. An Industrie finden wir besonders die
Fleischwaren-, Bau- und Metallindustrie.
Bautzen entstand als Stammsitz der slawischen Milsener, auf
dem die Ortenburg als Grenzfeste der Markgrafen von Meißen gebaut wurde. 1002
erstmals namentlich erwähnt, kam Bautzen 1031 in deutschen Besitz und
erhielt 1213 das
Stadtrecht. Seit 1346 war es Hauptsitz des Lausitzer Städtebundes. In der Schlacht
bei Bautzen siegte am 20./21. 5. 1813 Napoleon I. über Preußen und Russen.
In
Bautzen befand sich 1945 bis 1950 ein sowjetisches Internierungslager, bis 1990 dann ein Gefängnis des Staatssicherheitsdienstes der DDR.
Bautzen
zeigt auch ein mittelalterliches
Stadtbild mit vielen Türmen (Lauen-, Reichen-, Wendischer Turm, Nikolaitor),
Petridom, Michaeliskirche.
In den Ausstellungsbereichen des
Satdtmuseums werden in einer nahezu
chronologisch angelegten Abfolge ausgewählte Aspekte und Ereignisse der
wechselvollen Geschichte der Stadt vorgestellt. Zuerst wird auf die frühe
städtische Entwicklung verwiesen, wobei sich der Bogen von der ersten Erwähnung
Bautzens als "civitas Budusin" im Jahre 1002, über die Verleihung des
Stadtrechts um 1213, zu den Hussitenkriegen 1429, hin zum ausgehenden
Mittelalter spannt.
Hier findet man aber auch die Abteilung Oberlausitzer
Völkerkunde. In diesen Räumen finden sich Einrichtungs- und
Gebrauchsgegenstände, die man in den Dörfern der Oberlausitz im 18. und 19.
Jahrhundert tagtäglich benutzte und die neben ihrer klaren Funktion oftmals
durch ihre lebensfrohe Farbigkeit sowie ihre äußerst praktische Konstruktion den
Betrachter überraschen. Der Besucher wird mit Volkskunst, Keramik, Möbeln,
Handwerk und Brauchtum der Region vertraut gemacht. So läßt sich das Leben und Wohnen an
Hand eines original wiederaufgebauten Napfkachelofens oder durch einen Blick in
die typische Wohnstube mit originaler Einrichtung eines wohlhabenden Großbauern
und Verlegers aus Ebersbach nachvollziehen. Man kann aber auch eine Schlafkammer aus
einem Faktorenhaus in Ebersbach / Oberlausitz, um 1800 besichtigen. Ferner geben Flachsbreche und Hechelbock, Spul- und Spinnräder und ein
mechanischer, inzwischen wieder funktionstüchtiger, Webstuhl aus dem Jahre 1816
Zeugnis über die Leinenproduktion in Heimarbeit als Lebensgrundlage für einen
Großteil der Dorfbewohner.
Bautzen wird immer mehr zum Anziehungspunkt für Touristen
und liegt dabei deutlich über dem Trend. Im ersten Halbjahr 2004 kamen 32016
Gäste in die Stadt, das waren über 3000 Besucher mehr als im gleichen Zeitraum
des Vorjahres. Damit stiegen die Gästezahlen um 11 Prozent, während sachsenweit
nur eine Steigerungsrate von durchschnittlich 8 Prozent erreicht wurde. Anteil daran hat
sicher auch die Talsperre im Landkreis Bautzen, es wird die Spree
aufgestaut. Der Stauraum beträgt 44,6 Mio. Kubikmeter, die Fläche umfasst
5,6 qkm, die Stauhöhe 13 m. Der Stausee wurde1975 fertig
gestellt. Er dient der Betriebswasserversorgung, dem Hochwasserschutz und der
Energieerzeugung
Der Touristenstrom der letzten Monate lässt
vermuten, dass sich diese Tendenz auch in den Sommer- und Herbstmonaten
fortgesetzt hat.
Bilder:
© Michael Frunzke
![]()