

Deutsch - Literatur
Biographien
Johann Wolfgang von Goethe
- am 28.08.1749 in
Frankfurt/Main geboren (freie Reichsstadt, Bürger wählten
z.B. die Regierung
der Stadt selbst)
- Vater hatte sich den Titel eines Kaiserlichen Rats gekauft
- Mutter war die Tochter eines
Stadtschultheißen
- Goethe wuchs mit Schwester Cornelia auf, Spiele
mit
Handpuppen
(z.T. selbst erdacht)
- nur kurzer Besuch einer öffentlichen Schule, dann
Unterricht bei Privatlehrern (Hauslehrer) und
beim
Vater, im Vordergrund standen das Erlernen
fremder Sprachen (Griechisch, Latein,
Französisch,
Italienisch, Englisch), außerdem
Mathematik, Geographie, Geschichte, Zeichnen,
Klavier, später auch
Fechten, Reiten, Tanzen
- mit 10 Jahren Besuch des französischen
Theaters
-
1765 Beginn des Studiums in Leipzig (freieres Leben als in
Frankfurt), Universität sehr angesehen,
aber meist sehr steifer
Lehrbetrieb, Goethe nimmt nebenbei Unterricht bei Maler Oeser
- nach 3 Jahren Abbruch des Studiums wegen Krankheit, zurück nach
Hause
- 1770 Studium in Straßburg, Begegnung mit Lenz und Herder, der
Goethes Blick auf
Geschichte und Kultur der Völker richtete und ihn
mit Werken von Shakespeare bekannt machte
- Ausflüge in Umgebung, u.a. in das Pfarrhaus Sesenheim, Liebe zu
Friederike Brion
("Willkommen und Abschied")
- 1771 Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaft, Rückkehr nach
Frankfurt, eröffnet Advokatur;
da ihn dieser Beruf
nicht ausfüllt, überlässt er dem Vater die Führung der Geschäfte
- 1772 einige Monate am Reichskammergericht in Wetzlar, zurück nach
Frankfurt; in
wenigen Jahren
entstanden, z.B. "Die Leiden des
jungen Werther", "Prometheus", "Götz von Berlechingen",
erste
Szenen zu "Faust"
- 1775 Einladung an Weimarer Hof; der 18jährige Karl August wollte
den 26jährigen,
gebildeten,
tatkräftigen und lebenszugewandten
Dr. Goethe kennen lernen; aus dem geplanten Besuch wurde
ein Aufenthalt in Weimar von 57 Jahren; das
kleine Weimar gefiel Goethe wegen seines Interesses
für Kunst
und Kultur; Goethe wollte den Herzog zu
einem "aufgeklärten" Fürsten erziehen; Goethe
erhielt vom Herzog ein kleines
Haus
am Ilm-Ufer geschenkt, das
Gartenhaus
-
1776 wird Goethe Mitglied des Geheimen Consils, dem außer ihm und dem Herzog
nur
noch
zwei Minister angehörten und in dem alle
Angelegenheiten des Staates entschieden wurden;
Goethe lernt Gebrechen des Landes und Nöte der
Bewohner kennen und sucht nach Abhilfe,
will feudale Zustände im bürgerlichen Sinn reformieren und
kostspielige Vergnügungen des Hofes einschränken; bringt
Finanzwirtschaft in Ordnung, reduziert Armee, will Adel und Geistlichkeit
zur Steuerzahlung heranziehen (erfolglos),
herrschaftliche Güter an bäuerliche Pächter vergeben (erfolglos). Ilmenauer Kupfer- und Silberbergbau
beleben (erfolglos), kümmert sich um Land- und
Forstwirtschaft sowie um den Straßenbau
Goethe holt Herder nach Weimar und lässt ihn als leitenden Beamten
einsetzen; die
Gespräche
mit Herder bringen Goethe zum
Pantheismus (Einheit der Natur),
enge Verbindung zur Frau von Stein
(Liebe, geistige Auseinandersetzungen, Gespräche über Entscheidungsfindungen)
- 1786 bis 1788 "Flucht"
nach Italien, um der Enge Weimars zu entgehen; beschäftigt sich mit
antiker
Baukunst und mit Malerei, betreibt botanische und geologische Studien,
besteigt den Vesuv,
Arbeit an "Iphigenie",
"Egmont" und "Faust", erst als der Herzog den
Vorschlägen Goethes zustimmt,
dass dieser künftig nur noch dichterisch tätig
sein
darf, kehrt G. nach Weimar
zurück
-
sichtbarster Ausdruck der Lösung Goethes von den Verhältnissen in Weimar ist
seine innige Beziehung
zu dem einfachen Mädchen
Christiane Vulpius (sie arbeitet als Blumenmädchen in einer Manufaktur),
empört bricht z.B. Frau von Stein
ihre Verbindung zu Goethe ab
- 1789 wird Sohn August geboren
- 1790 zweite Italienreise
- 1794 Beginn der Freundschaft mit Friedrich
Schiller
- 1797 Balladenjahr
- nach dem Tode von Schiller (1805) fühlt sich Goethe
vereinsamt
- 1806 heiratet er Christiane Vulpius
- 1807 Liebe zu Minna Herzlieb (ihr Grab ist auf dem Görlitzer
Nikolaifriedhof)
- 1816 stirbt Christiane
- 1821 bis 1823 Alterszuneigung zu Ulrike
Levetzow
- 1830 stirbt Sohn August'
- 1832 vollendet Goethe den "Faust"
- am 22.03.1832 stirbt Goethe
in seinem Haus Am Frauenplan in Weimar, Beisetzung
in
der Weimarer Fürstengruft
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