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Biologie
Vögel
Der Wellensittich
Der
Wellensittich gehört in Deutschland sicher mit zu den am häufigsten gehaltenen
Haustieren. Aber längst nicht alle Besitzer dieser geselligen Vögel verfügen
über ausreichendes Wissen über sie.
Vor 170 Jahren, 1840, hat er das erste Mal die weite Reise von Australien nach Europa gemacht und gewann hier sehr schnell an Beliebtheit, die noch ständig zugenommen hat. So ist er heute der bekannteste und am häufigsten gehaltene Papagei. Dafür gibt es sicher mehrere Gründe, z.B. sein hübsches und farbenfrohes Aussehen, seine Geselligkeit auch mit dem Menschen, seine Gelehrsamkeit beim Sprechen und nicht zuletzt seine häufige Bereitschaft zum Brüten.
Herkunft und Lebensweise
Der Wellensittich gehört zu
den
Echten Papageien und hier zu
den Plattschweifsittichen. In Australien ist er weit verbreitet, bewohnt
aber
vorzugsweise das Landesinnere. In den Gebieten an der Küste findet man ihn selten. Er
lebt oft
in gewaltigen Scharen und scheint ständig zu wandern, immer auf Nahrungssuche,
und zwar
nach reifen Grasrispen. Welkt das Gras, sucht er andere Gebiete auf. Wenn er
brütet, ist er aber bodenständig. Während langer
Trockenzeiten können Tausende Vögel verdursten. Sie setzen dann mit der Brut aus, und die Überlebenden meiden
dann diese Gebiete oft viele Jahre.

das
ist Charlie
Da
sich diese Tiere vorrangig von reifen Grasrispen ernähren, ist auch die Brutperiode
vom Reifwerden des Grases abhängig,
sie
liegt aber meist zwischen September und Dezember. Die Hauptbrutgebiete befinden
sich im Westen und Osten Australiens, denn hier befinden sich riesige Eucalyptuswälder
mit hohem, dichtem Graswuchs. Die Vögel nisten in Kolonien, sie nutzen die
Löcher und Höhlen in den Gummi- und Eucalyptusbäumen,
erweitern sie ggf. auch. Sie brüten dabei 4-6 Eier. Man konnte aber bisher
nicht genau feststellen, ob diese Vögel
nur
einmal brüten oder zweimal hintereinander.
Männchen und Weibchen unterscheiden
sich an der
Farbe ihrer Schnabel- oder Wachshaut. Diese Haut ist bei den Weibchen
gelbgrau bis grünlich braun, die des Männchens blau. Im Gefieder sind beide
Geschlechter gleich. Neben grünen Tieren kommen auch andere Farben vor, vor
allem gelbe oder -wie ihr auf den Bildern sehen könnt- auch blaue.

Charlie
das
ist Bubilein Edy
Bilder: © Michael Frunzke, Dieter Winkler
Wellensittich
werden häufig in zu kleinen Käfigen gehalten, meist auch allein. Diese Art der Haltung entspricht
aber nicht dem von Natur aus geselligen Tier. Man sollte sie in größeren Käfigen
und
zumindest paarweise halten. Einzeln gehaltene Wellensittiche neigen mitunter
dazu, sich die
Brust zu rupfen und ihre Schwanzfedern auszureißen. Diese Verhaltensstörung
kann durch kein Medikament beseitigt
werden, Abhilfe bringt nur eine intensive Beschäftigung mit dem Tier, denn Ursache für das so genannte Federfressen ist fast
immer Langeweile. Abhilfe kann man auch schaffen, indem man dem Tier
einen Gefährten gibt, aber
auch dann muss der Käfig ausreichend groß sein.
Besonders wohl fühlen sich Wellensittiche in
Freivolieren. Hier ziehen sie bei geeigneten Nistkästen,
die 14x14 cm Grundfläche und 25cm
Höhe haben sollten, und geeigneter Fütterung gern Junge groß. Das Brüten gelingt häufig aber
erst dann, wenn mehrere Paare in einem Käfig
sind und entsprechend viele Nistkästen, für jedes Paar einen, anbietet. Sonst kann
es zu Streitigkeiten kommen. Die Nistkästen müssen aber vor direkter
Sonnenbestrahlung und vor Regen geschützt sein, und sie müssen häufig gründlich gereinigt
werden. Die Wintermonate sollte man nutzen, um die Kästen zu desinfizieren.
Das Futter von Wellensittichen
besteht aus verschiedenen Hirsearten, auch Kolbenhirse, Glanz und etwas Hafer.
Sie nehmen auch gern Grünes wie Vogelmiere, Kresse, Salat, Spinat, reifende Grasrispen,
auch Petersilie und
grüne Getreideähren, auch angekeimte Hirse-, Weizen- und Haferkörner. Wenn man
für sie
längere Zeit kein Grünfutter hat, sollte man dem Futter etwas Lebertran
zusetzen. Früchte werden selten genommen. Es ist aber empfehlenswert, ihnen
neben frischem Wasser Zweige von
Obstbäumen, Linde, Eiche oder Ulme zu geben. Mineralsalze,
Sepiaschalen und grober Sand sollten stets geboten werden.
Wellensittiche können bei artgerechter Haltung und Pflege 15-16 Jahre alt werden, in Ausnahmefällen sogar auch noch älter.
Empfehlenswerte Links:
http://www.papageien-gnadenhof.de/ (Auffangstelle für notleidende Papageien)
http://www.sittichpower.de/ (Wellensittiche - Ratgeber und Forum)
Information:
Dieter Winkler
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