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Biologie
Der Wald
Tollwut
(auch: Hundswut, Lyssa, Rabies)
Tollwut ist eine akute, tödlich endende Infektionskrankheit der Tiere und des Menschen.
Sie gehört zu den schwersten Infektionskrankheiten, auch in den hoch zivilisierten Ländern. Der
Erreger ist ein Virus (Rabies-Virus), das über die aufsteigenden
Nervenbahnen in das Gehirn gelangt, dort Entzündungen und Degenerationen der
grauen Hirnsubstanz hervorruft und unter Krämpfen und Herzlähmung zum Tode
führt.
Hauptinfektionsquelle ist in Europa der Fuchs. Die Übertragung
erfolgt über den Speichel eines infizierten Tieres, wenn er auf die verletzte
Haut, auf Schleimhautläsionen oder Lidbindehäute gelangt. Die
Inkubationszeit beträgt 1- 3 Monate, selten bis zu 10 Monate. Im
Krankheitsverlauf unterscheidet man 3 verschiedene Stadien: 1. das
Stadium, in dem die Tiere schläfrig und apathisch sind; 2. das
Stadium (bei der sog. stillen Wut nicht ausgeprägt), in dem
die Tiere aggressiv und leicht erregbar sind, und 3. das Stadium mit Lähmungserscheinungen. Die klinischen
Symptome
bestehen in Speichelfluss, Durst, Schluckkrämpfen (dadurch Furcht vor Wasser), Sehstörungen, Toben und/oder Lähmungen.
Die Krankheit muss nicht sofort sichtbar sein. Im Zeitraum von 3 Wochen bis 3 Monaten (in Ausnahmefällen sogar bis zu einem Jahr) nach der Bissverletzung kommt es zur Rötung mit einem Kribbeln der Bissnarbe, im weiteren Verlauf zu Krämpfen der Schlund-, Kehlkopf- und Atemmuskulatur mit Erstickungsgefühl, Atemnot, Erregungszuständen und Herzlähmungen mit Todesfolge.
Die Tollwut ist weltweit verbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 60.000 Erkrankten. Die höchsten Erkrankungszahlen werden aus Süd- und Südostasien gemeldet. In Deutschland konnte durch systematische Bekämpfungsmaßnahmen (z.B. durch die Immunisierung der Füchse) die Erkrankung bei Wild- und Haustieren nahezu eliminiert werden. Dadurch besteht das Tollwutinfektionsrisiko für Menschen in Deutschland fast ausschließlich bei Reisen in Länder mit erhöhten Tollwutinfektionsrisiko. Nach einer Bissverletzung muss aber immer umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
In den
industrialisierten Ländern findet sich der Tollwuterreger hauptsächlich bei wild
lebenden Waldtieren. Füchse sind die Hauptvirusträger, von ihnen geht die
Übertragung auf Haustiere aus. Deshalb sind Hunde und Katzen die häufigste
Infektionsquelle für den Menschen. Die Impfung der Füchse mit Impfstoffködern
hat in Europa zur Eindämmung und teilweise sogar Ausrottung der Tollwut geführt.
In Europa treten jährlich nur noch vereinzelte Fälle auf, die höchsten
Erkrankungszahlen finden sich in Südostasien, danach folgen Afrika und
Lateinamerika.
Übertragung:
Die
Tollwutviren werden hauptsächlich durch Tierbisse (v.a. Hunde, Katzen,
Fledermäuse) auf den Menschen übertragen, aber auch über Hautverletzungen oder
direkten Kontakt des infektiösen Tierspeichels mit der menschlichen
Schleimhaut.
Beim Menschen sind Bisswunden sofort örtlich zu desinfizieren, anschließend ist die Impfung mit Tollwutvaccinen unverzüglich durchzuführen; bei Haustieren sind Therapieversuche und die Schlachtung erkrankter Tiere untersagt. Für die Tollwut besteht Anzeigepflich. Die Vorbeugung besteht in der Reduzierung der Fuchspopulation, in der Einrichtung von Katzen- und Hundesperren sowie in der Impfung von Katzen und Hunden.
Alle diese Informationen sind auf keinen Fall ein Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Infos hier können und dürfen nicht dazu verwendet werden, eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Wann ist die Impfung sinnvoll?
Die Erkrankung tritt
weltweit auf und führt nach Ausbruch immer zum Tod. Deshalb ist die vorbeugende
Impfung gegen Tollwut für
alle wichtig, die häufig mit möglicherweise erkrankten Wildtieren, Hunden oder
anderen Tieren in Kontakt kommen. Dazu gehören Tierärzte, Tierpfleger, Jäger,
Forstpersonal und andere Personen die in Gebieten mit Wildtollwut Kontakt zu
Tieren haben, wie Tierhändler oder Schlachter, sowie Personal in Laboratorien
mit Tollwutrisiko. Auch Personen, die engen Kontakt zu Fledermäusen haben sind
gefährdet.
Außerdem ist die Impfung nach jeder Verletzung durch ein
tollwutverdächtiges Tier Pflicht. Als Verletzung gelten nicht nur
Bissverletzungen, sondern auch leichte, nicht blutende Kratzer. Suchen Sie
deshalb sofort einen Arzt auf, wenn Sie durch ein tollwutverdächtiges Tier
verletzt wurden. Rechtzeitig begonnen liegt die Schutzrate bei 100 Prozent.
Reisende, die in
tollwutgefährdete Länder fahren und dort längere Zeit unterwegs sind oder
Abenteuer-Reisen unternehmen, tragen ebenfalls ein erhöhtes Risiko an Tollwut zu
erkranken. In den Tropen und Subtropen muss jedes Tier als tollwutverdächtig
gelten. Das gilt ganz besonders für Straßenhunde. Gerade Kinder gehen mit Tieren
sehr unkritisch um. Hinzu kommt, dass in diesen Reiseregionen nach einem
Tierbiss häufig keine sofortige Tollwutvorsorge möglich ist. Für normale
Urlaubsreisen reicht es völlig aus vorsorglich keine Tiere, wie Hunde und
Katzen, zu streicheln oder zu füttern.
Die Impfung ist
für Kinder jeden Alters möglich.
Wie oft muss man impfen?
Die Tollwut-Impfung
verläuft je nach Präparat unterschiedlich. In der Regel sind für einen
vollständigen Impfschutz drei Impfungen notwendig. Eine Woche nach der ersten
Impfung erfolgt die zweite, nach weiteren zwei Wochen die dritte Impfung (Tage
0, 7, 21 oder 28).
Zwei Wochen nach der dritten Impfung besteht bereits ein recht
guter Schutz. Wer dauerhaft infektionsgefährdet ist, muss die Impfung regelmäßig
auffrischen. Der Impfschutz hält zwischen zwei und fünf Jahren an, je nach
Risiko.
Quelle:
Melanie Iris Zimmermann,
Apothekerin - http://www.netdoktor.de/reisemedizin/impfungen/fakta/impf_tollwut.htm
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