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Biologie
Der Wald



Der Fuchsbandwurm

Klasse: Bandwürmer
Unterklasse: Echte Bandwürmer
Ordnung: Cyclophyllidea
Familie: Taeniidae
Gattung: Echinococcus
Art: Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist eine Art der Bandwürmer und parasitiert vor allem im Rotfuchs, Polarfuchs und Marderhund, seltener im Haushund oder in der Hauskatze. Als Zwischenwirt dienen kleine Säugetiere wie Rötelmaus oder Feldmaus. Der Fuchsbandwurm ist der Auslöser der bläschenartigen Echinokokkose, einer lebensgefährlichen Wurmerkrankung.

Merkmale
Als kleinerer Vertreter der Bandwürmer erreicht der Fuchsbandwurm eine Länge von nur rund drei Millimetern bei einem Durchmesser von rund einem Millimeter (zum Vergleich: der größte Bandwurm erreicht eine Länge von rund 20 Metern). Der Kopf besitzt Saugnäpfe und bei vielen Bandwürmern Haken, um sich an der Darmwand des Wirtes festzusetzen. Diese sind in zwei Reihen zu je 13 bis 18 Häkchen angeordnet, wobei die vorderen größer als die dahinterliegenden sind.
Sein Körper ist in drei bis vier segmentähnliche Körperabschnitte unterteilt, wobei der letzte stark vergrößert ist und fast die Hälfte der gesamten Länge des Wurmes ausmacht. In den Abschnitten liegt jeweils ein Satz von Geschlechtsorganen vor, in denen Spermien und später Eier produziert werden.

Verbreitung
Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich vor allem auf die gemäßigten bis kalt-gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas und Nordamerikas, teilweise breitet sich jedoch zusehends auf ganz Mitteleuropa aus, da immer mehr Rotfüchse in die Städte abwandern und sich der Fuchsbandwurm dort vor allem unter der Nagetierpopulation ausbreiten kann. Die Befallsdichte schwankt erheblich, in manchen Regionen sind bis zu 70 % der Füchse befallen (Südwestdeutschland), in anderen nur bis zu 5 %.
Vor allem in Sibirien und Alaska mit den Inseln des Beringmeers sowie in der Schweiz (Schwerpunkt Kanton Thurgau) und in Deutschland im Bereich der Schwäbischen Alb häufen sich die Vorkommen. Zumindest in Europa kommt es aufgrund dieser inselhaften Verbreitung so gut wie gar nicht zu einer Überlappung mit dem Verbreitungsgebiet für den Hundebandwurm. Ein Grund für diese Verteilung ist noch nicht bekannt.

Warnung vor Garten-, Wald- und Feldfrüchten - Infizierung mit dem Fuchsbandwurm ist möglich
Im Herbst ist auch im Wald Erntezeit. Die Sträucher der Heidelbeere wachsen vor allem in Nadelwäldern und Heiden. Sie kommen meist in großen Beständen vor, sodass sich das Sammeln trotz der geringen Größe der Beeren lohnt.
Doch Vorsicht: Alle Früchte und Beeren, aber auch Pilze, können mit den mikroskopisch kleinen Eiern des Fuchsbandwurms infiziert worden sein. Für den Menschen kann eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm durchaus tödlich enden. Um die Infektionsgefahr zu senken, hilft es, die Früchte vor dem Verzehr gründlich zu waschen und bei der Weiterverarbeitung stark zu erhitzen.
Aber nicht nur an Beeren oder Pilzen, die im Wald gefunden werden, sondern auch an Früchten in der Nähe von Städten und sogar an bodennah wachsenden Gartenfrüchten und -gemüse im eigenen Garten können sich Menschen mit dem Fuchsbandwurm infizieren. Überträger sind nicht nur die Füchse selbst, sondern auch Kleinnager oder Haustiere.
Menschen, die die Eier des Fuchsbandwurmes aufgenommen haben, erkranken oft erst nach mehreren Jahren. Es wird ausschließlich die Leber angegriffen. Die Infektion ist jedoch lebensgefährlich.

Folgen einer Infektion beim Menschen
Bechtet: Das ist eine knappe, laienhafte Darstellung.
Fuchsbandwürmer sind selbst bei hohem Aufkommen im Endwirt für diesen kaum schädlich, für den Menschen hat aber eine Infektion meist verheerende Folgen. In den Organen eines infizierten Menschen, vornehmlich in Leber, Lunge und Gehirn, findet eine Finnenentwicklung statt. Dabei entsteht ein Netzwerk von Röhren in den befallenen Organen. Sie enthalten die Finnen in Form von Anhäufungen mikroskopisch kleiner, von Bindegewebe umschlossenen Bläschen (Alveolen). Man spricht daher von einer alveolären Echinokokkose im Gegensatz zur zystischen Echinokokkose bei Infektion durch den Hundebandwurm. Das Finnengewebe breitet sich wie Metastasen aus, wodurch die betroffenen Organe schleichend, aber weitgehend zerstört werden. Die Erkrankung wird meist erst zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion bemerkt, unter anderem, da die Symptome bei Befall der Leber Ähnlichkeit mit einem Leberkarzinom oder einer Leberzirrhose besitzen. Eine Abgrenzung gegen die vorgenannten Erkrankungen ist mittels Antikörpernachweis im Blut möglich. Durch die starke Durchwachsung der betroffenen Organe und die unscharfe Abgrenzung der befallenen Areale zu gesunden Organbereichen ist eine Operation bei fortgeschrittener Erkrankung kaum durchführbar. Ohne eine Operation oder die jahrelange Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten sterben die meisten Patienten an Leberversagen.

Vorbeugung
Die Hauptzahl der Fälle wurde bei Personen beobachtet, die entweder beruflich oder privat mit Landwirtschaft und Waldbau zu tun hatten. An der Zahl der gemeldeten Fälle sind überwiegend
Hunde- oder Katzenbesitzer betroffen. Es wird daher davon ausgegangen, dass bei den meisten Fällen erst eine Dauerexposition zur Infektion führen kann und keine einmalige Aufnahme der Bandwurmeier.
Früchten und Beeren aus Bodennähe (weniger als 60 bis 80 cm über dem Boden) oder Pilzen können möglicherweise Bandwurmeier anhaften. Es wird immer noch empfohlen, bodennah gesammelte Früchte und Beeren niemals ungewaschen zu essen. Tiefgefrieren der Früchte reicht nicht aus, da die Eier erst bei − 80 °C absterben; die Früchte sollten, wenn die Möglichkeit besteht, gekocht werden. Beim Umgang mit mäusefangenden Haustieren, wie Hunden oder Katzen, ist Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen. Hiervon geht vermutlich das größte Infektionsrisiko aus. Nach der Berührung des Fells mit den Händen, zum Beispiel durch Streicheln, sollten diese nicht ungewaschen zum Mund geführt werden, insbesondere wenn das Fell in der Afterregion berührt wurde. Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchs-Populationen gehalten werden, sollten regelmäßig entwurmt werden.
Auch vom Kot eines vom Fuchsbandwurm befallenen Tieres geht eine Gefahr aus, da darin befindliche Bandwurmeier einerseits per Kontaktinfektion bzw. Schmierinfektion zunächst vielleicht z. B. auf Haustiere und dann auf den Menschen übertragen werden können. Der trockene Tierkot könnte andererseits unbemerkt eingeatmet werden und damit auch die in ihm befindlichen Bandwurmeier. Diese sind sehr umweltresistent und bleiben in der Natur auch bei extremen Temperaturen bis zu 190 Tage lebensfähig. Lediglich große, trockene Hitze kann den Bandwurmeiern schaden.

Hinweise
In Deutschland besteht seit 2001 eine Meldepflicht für Echinokokkose, aber nicht in der Schweiz und Österreich.

Schutzmaßnahmen
Zum Schutz vor Fuchsbandwurm-Infektionen sollten Früchte, Gemüse und Pilze vor dem Essen unbedingt abgewaschen und erhitzt werden. Auch das Händewaschen nach dem Sammeln und nach der Gartenarbeit sollte keinesfalls vergessen werden. Einfrieren oder das Einlegen in Alkohol ist hingegen unwirksam. Als weitere Vorsorgemaßnahme sollte Katzen und Hunde regelmäßig entwurmt werden - Infiziert sich ein Haustier mit dem Fuchsbandwurm, besteht ein erhebliches Ansteckungsrisiko für den Tierhalter und dessen Umwelt.
Anfänglich unbemerkt, kann der Parasit während seiner Entwicklung enorme Schäden an inneren Organen verursachen, die sogar - wenn sie nicht erkannt und behandelt werden - tödlich verlaufen.
Würmer sind also auch für die Halter von Vierbeinern ein ernstes Thema - für den eigenen Schutz als auch für den Schutz ihres Tieres!
Nicht immer verlaufen Parasiteninfektionen beim Menschen so dramatisch wie beim Fuchsbandwurm. Aber auch andere Arten wie z.B. Spulwürmer verursachen auf ihrer Körperwanderung über Lymph-/Blutgefäße sowie Leber und Lunge Gewebeschäden, denen durch die konsequente Entwurmung Ihrer Vierbeiner vorgebeugt werden kann.

 

 

 

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