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Biologie
Säugetiere
Der Igel
Der heimische Igel ist eines der ältesten heute noch lebenden echten Säugetiere. Man glaubt es kaum , aber es gab ihn schon vor mehr als 60 Millionen Jahren - und damit lebte er bereits vor den Mammuts!
Für
viele von uns hat ein Igel etwas Faszinierendes, auch wenn er als Kuscheltier
nicht gerade geeignet ist. Und welcher Gartenbesitzer freut sich nicht,
wenn sich ein Igel in diesem zu Hause fühlt! Dabei handelt es sich meist
um den in Westeuropa ansässigen Braunbrustigel. Bei unseren östlichen Nachbarn
finden wir den
in Osteuropa ansässigen Weißbrustigel. Und wie ist es
in Berlin? Hier findet man
sogar beide Arten.
Igel ruhen tagsüber, aber mit Einbruch der Dämmerung
und nachts sind sie aktiv. Dabei
orientieren sich mit Hilfe ihres sehr guten ausgeprägten Geruchs- und Gehörsinns. Für
uns Menschen nicht nachvollziehbar, wenn liest, dass der Igel eine Raupe noch
an einem Blatt nagen hören kann, wenn sie 2 Meter entfernt ist. Aber von
manchen Geräuschen schmerzen ihnen die Ohren, z. B. vom Zungenschnalzen oder
vom Anknipsen eines Feuerzeugs.
Das Sehvermögen (schwarz/weiß und Farbe)
ist bei ihnen
schlecht ausgebildet.
Wir erkennen den Igel sofort an ihrem Stachelkleid
-eine gute Waffe gegen Feinde- und das besteht aus immerhin 5000 bis 7500 Stacheln.
Bereits Igelbabys kommen mit sechs
bis acht Millimeter langen Erstlingsstacheln zur Welt, die allerdings bei der Geburt
noch ganz weich sind. Bei Gefahr rollen sich Igel mit Hilfe eines dicken
Muskelringes zu einer Stachelkugel zusammen. Ist die Gefahr aber nicht
so groß, wird meist nur die Stachelhaut ins Gesicht gezogen.
Igel
im Winter
Ab Ende September halten Igel Winterschlaf. Sie überwintern
voll gefuttert und zusammengekugelt in einem mit Moos, Gras und Laub ausgepolsterten
Nest, das sie in geschützten Reisighaufen oder Hecken, unter Kompost- und
Laubbergen oder in trockenen Höhlen und selbst gegrabenen Löchern angelegt
haben. Deshalb ist für uns z.B. bei den im Herbst im Garten anliegenden
Arbeiten Vorsicht geboten, um die Tiere nicht im Schlaf zu stören oder zu
verletzen. Die durchschnittliche Innentemperatur eines Igelnestes beträgt zwischen
1° und 5° C, selbst bei extremen Außentemperaturen. Mit gelegentlichen Unterbrechungen
dauert die Winterruhe der Igel ungefähr von Oktober bis April. In den ersten
lauen Frühlingsnächten geht es dann wieder auf die Jagd nach Regenwürmern,
Insekten, Schnecken und kleinen Wirbeltieren - vielleicht sogar in eurem
Garten!
Igel
gefunden - was nun?
Manchmal kommt der Wintereinbruch gerade für
junge Igel zu früh, und noch bevor sie sich ihren lebensnotwendigen Speckgürtel
angefressen haben. Um aber in der Natur überleben zu können, müssen sie mindestens
300 g auf die Waage bringen. Erreichen Sie dieses Gewicht nicht, sind sie
auf menschliche Hilfe angewiesen. Was also muss man wissen? Was kann man tun?
Hilflos
sind:
• bei Wintereinbruch Igel unter 500 Gramm
•
Igel, die bei Frost noch aktiv angetroffen werden
• verletzte
Igel
• mutterlose Jungtiere
Aufgenommene
Igel:
• sollten einzeln gehalten werden (Igel sind Einzelgänger!)
• brauchen große Boxen mit Schlafhäusern, die ständig gereinigt werden
müssen (am besten einen
Pappkarton mit Zeitungen auslegen;
darauf kommen Stroh und Laub. Den Karton stellt man am besten
in
einen kühlen Raum, z.B. in die Garage oder einen ungeheizten Kellerraum)
• werden abends gefüttert (zum Trinken sollte immer Wasser bereit
stehen, KEINE MILCH!)
Geeignetes
Futter:
• Katzen- oder Hundedosenfutter
• Rinderhack
(ohne Gewürze!)
• milder Käse, Mehlwürmer, Nüsse, Fallobst oder
ein hart gekochtes Ei
Hat man einen hilfsbedürftigen Igel gefunden, sollte man auf jeden Fall bald einen Tierarzt oder eine Igelstation mit ihm aufsuchen. Nur dort können Wunden richtig versorgt sowie Parasiten entfernt werden. Haben Tierarzt oder Igelstation erkannt, dass der Igel nicht hilfebedürftig ist, muss er wieder an seinem Fundort oder in dessen Nähe ausgesetzt werden.
Was
sollte man noch wssen?
Größe: 20
- 30 cm
Gewicht: 800
- 1400 g
Nahrung: Insekten,
Regenwürmer, Schnecken, Eidechsen, Schlangen, Fröche, junge Mäuse,Vögel
Fortpflanzung: Paarung 2mal im Jaar; nach 5 - 6 Wochen Tragzeit kommen
bis zu 7 Junge zur Welt
Feinde: Dachas,
Fuchs, Iltis, Uhu
Alter: 7
- 8 Jahre
Mehr zum Igel findet ihr hier
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