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Biologie
Käfer
Der Marienkäfer
Marienkäfer gehören wohl zu den Käfern,
die von den Menschen gern gesehen werden, denn sie gehören ja zu den Tieren,
die wir als unsere Glücksbringer ansehen. Landet einer von
ihnen
auf unserer Hand, dürfen wir uns etwas wünschen. Und eins müssen wir uns
einprägen: Das Punktmuster bzw. die Anzahl der Punkte sagt etwas
über die Artzugehörigkeit aus, nicht aber über das Alter der Tiere. Auch nicht
die Anzahl der Punkte.
Geht das Frühjahr dem
Ende entgegen, können wir sie wieder in der Natur sehen. Sie machen sich
hier nützlich, krabbeln an den Pflanzen herum und fallen über die lästigen Blattläuse her.
Sie sind klein, fast kugelig und leuchtend rot. Der Marienkäfer ist 3-12 mm lang, seine
schwarzen, gelben oder rotbraunen Flügeldecken sind mit einer
wechselnden Zahl andersfarbiger Punkte besetzt. Die Zahl und Anordnung
der Punkte kann von Art zu Art, aber auch von Tier zu Tier unterschiedlich sein.
Die Marienkäfer und ihre Larven ernähren sich vorzugsweise von
Blattläusen und sind daher nützlich. Der Käfer scheidet bei Bedrohung einen
übelschmeckenden gelben Saft aus und wird deshalb von Vögeln gemieden. Ihre Flügeldecken sind
glänzend.
Rund
70 verschiedene Arten gibt es in Deutschland, weltweit sind es etwa 4000.
Die bekanntesten Marienkäfer sind rot mit schwarzen Punkten.
Es gibt aber
auch
Arten mit anderer Farbe und verschiedener Punkte-Anzahl, z.B.
gelb mit schwarzen Punkten oder schwarz mit roten oder gelben Punkten.
Gelbe Marienkäfer mit schwarzen Tupfen, schwarze mit roten Flecken und der
bei uns sehr häufig vorkommende rote Käfer mit schwarzen Punkten.
Die bekannteste Art wird auch Siebenpunkt
genannt. Er hat je drei Punkte auf jedem Flügel und einen dicken in der Mitte.
Die
Blattläuse machen besonders den Gärtnern zu schaffen, sehnsüchtig warten
sie in jährlich auf die roten Käferchen. Mittlerweile haben sich aber auch
die Feinde der Läuse vermehrt und die Plage beseitigt. Bis zu 100
Schädlinge vertilgt ein Glückskäfer pro Tag. Den Rest der Zeit verbringt
das Tierchen mit Sex. Kaum zu glauben:
Bis zu 20 Stunden kann das Liebesspiel dauern. Danach legt das Weibchen
seine Eier auf der Unterseite der Blätter ab. Im Herbst verkriechen sich
die Marienkäfer dann unter dichten Sträuchern, Moos und Gräsern. Und das
bereits seit 120 Millionen Jahren. So alt ist diese Käferfamilie schon.
Bei ihrer Entwicklung durchlaufen die Marienkäfer
alle Stadien vom Ei über die Larve und die Puppe. Sie dauert, je nach
Witterungs- und Nahrungsbedingungen, einen bis zwei Monate. In unseren
Breitengraden ist eine Generation im Jahr die Regel, bei guten Bedingungen
kommen auch zwei vor. Die Larve des Siebenpunktes häutet sich
während ihres Wachstums dreimal. In reifem Zustand stellt die Larve ihre
Nahrungsaufnahme ein und befestigt ihr Hinterende mit Hilfe
eines austretenden Sekretes an
einem Pflanzenteil. In dieser Stellung
verharrt sie mehrere Stunden, manchmal bis zu zwei Tagen. Die Larve häutet sich nach der
Befestigung ein zusätzliches Mal, wobei die Haut bis zum festhaftenden
Körperende zurückgeschoben wird und dort verbleibt.
Der
Marienkäfer hat aber auch natürliche Feinde: Die Brackwespe schiebt dem Käfer von hinten ein Ei unter die
Flügeldecken. Die nach kurzer Zeit aus dem Ei schlüpfende Larve
bohrt sich in den Hinterleib des Käfers, ernährt sich zunächst von seinen
Körpersäften und Fettgeweben und wächst dort heran. Zusammen mit ihrem Wirt hält
sie Winterruhe und vollendet ihre Entwicklung im darauffolgenden Frühjahr, wenn
der Käfer wieder mit der Aufnahme der Nahrung beginnt. Schließlich macht sie sich auch über
die lebenswichtigen Organe des Käfers her. Die Larve bohrt sich einige Zeit später durch die Körperwand nach
außen und verlässt den Käfer, der kurze Zeit später innerlich ausgezehrt
verendet. Sie spinnt an der gleichen Stelle einen
Kokon und verpuppt sich noch unter dem verendenden Käfer. Aus ihr schlüpft dieses elegante Insekt
- sofern es Glück hat und seine Entwicklung ungestört verlaufen kann.
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