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Biologie
Säugetiere
Elefanten - die beliebten
sanften
Riesen
Die Familie der Elefanten umfasst heute nur noch zwei Arten, den Asiatischen Elefanten und den Afrikanischen Elefanten. Beide gehören in die Ordnung der Rüsseltiere. Die heutigen Elefanten sind die schwersten lebenden Landsäugetiere. Sie werden an Größe nur noch von den Waltieren übertroffen, wobei der Blauwal das größte jemals existierende Säugetier ist. Die massige Gestalt der Elefanten erreicht eine Körperhöhe von bis zu 4 Metern und ein Gewicht von über 7 Tonnen. Elefanten zeichnen sich durch einige Besonderheiten im Körperbau aus.
Merkmale:
Damit der groß ausgelegte Schädel
mit den z. T. mächtigen Stoßzähnen nicht zu schwer und damit unbeweglich wird, besteht er über der dünnen, das
Gehirn umschließenden Schädeldecke aus schwammähnlicher, poröser
Knochensubstanz. Dadurch entsteht ein inhaltsmäßig großes, aber der Größe nach
ein relativ leichtes Schädeldach. Die Hohlräume sind teilweise mit Schleimhäuten
der Nase ausgekleidet und dienen dem Geruchssinn, der einer der am besten
ausgebildeten Sinne der Elefanten ist.
Rüssel:
Eine weitere
Besonderheit ist der Rüssel. Er ist ein mächtiges und sehr bewegliches Organ, das aus der
Verlängerung und Verwachsung von Nase und Oberlippe entstanden ist. Bei den
beiden lebenden Arten ist er unterschiedlich gebaut und dient deshalb u. a. zur
Unterscheidung von Afrikanischen und Asiatischen Elefanten.
Für die Tiere ist
der Rüssel ein unersetzbares Organ zum dem Atmen und der gerichteten Geruchswahrnehmung,
aber auch zum Riechen, Tasten und Greifen. Sie nutzen ihn als
Werkzeug, das der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme,
der Körperpflege und der innerartlichen
Kontaktpflege, aber auch als Waffe dient. Der Rüssel ersetzt eine Hand, mit ihm können die Elefanten
Pflanzen vom Boden aufnehmen, aber auch Blätter und Zweige aus bis zu 6 m
Höhe abpflücken, ohne dass ein übermäßig
langer Hals hätte entwickelt werden müssen, wie z. B. bei den Giraffent. Beim Trinken
saugt der Elefant das Wasser etwa 40 cm hoch in den Rüssel ein, verschließt das
Rüsselende mit dem /den Rüsselfinger/n
und spritzt sich dann das Wasser in den Schlund.
Eine Rüsselfüllung entspricht etwa einem Haushaltseimer. In der
Dürrezeit dient der Rüssel als Bohrer, mit dem die sie in ausgetrockneten
Flussbetten nach Wasser graben. In solchen Trockengebieten hängt oft die
Existenz vieler anderer Tierarten vom Vorhandensein der Elefanten ab. Sie
müssen verdursten, wenn die riesigen Kolosse
aus ihrem Gebiet abwandern.
Ein erwachsener Mann hat keine
Chance gegen die Wucht eines ihm wütend entgegengeschleuderten
Elefantenrüssels, selbst wenn das Tier noch recht jung ist. Allerdings
benutzt ihn ein Elefant dazu nur im äußersten
Notfall, denn der Rüssel ist ziemlich empfindlich.
Zähne:
Das
Gebiss der Elefanten weist einige Besonderheiten auf, die nur bei ihnen zu finden sind. Sie besitzen
keine Eckzähne, verfügen
aber über oftmals sehr lange Schneidezähne, die zu Stoßzähnen umgewandelt sind. Bei den Asiatischen
Elefanten können die Stoßzähne jedoch auch stark zurückgebildet
sein oder fehlen. Sie bestehen zur Hauptsache aus Elfenbein, das sich aus
Dentin (knochenähnlich)
und Kalziumsalzen
zusammensetzt. Außen sind sie von einer dünnen Schmelzschicht überzogen, die
sich rasch verbraucht. Die Stoßzähne sind als kleine, bis 5 cm lange
Milchzähne bereits bei der Geburt vorhanden, die nach einem Jahr ausfallen. Die
endgültigen Stoßzähne brechen im zweiten oder dritten Lebensjahr durch und
wachsen während des ganzen
Lebens. Durch Abnutzung und Bruch erreichen sie gewöhnlich nur die Hälfte ihrer
möglichen Länge. Da die Zahnhöhle mit zunehmendem Alter im
vorderen Teil völlig zuwächst, werden die Stoßzähne von Jahr zu Jahr massiver
und schwerer. So erreichen sie bei den Bullen etwa je Paar ein Gewicht von 110
kg, während es die Stoßzähne der Kühe nur ca. 20 kg schwer sind.
Doch auch die
Mahlzähne sind recht eigentümlich. In jeder Kieferhälfte sind je 3 Vorbackenzähne und Backenzähne vorhanden. Da Elefanten aber sehr alt werden und lange
wachsen, benötigen sie mehr als zwei Zahnsätze, die während der ganzen
Lebensspanne nacheinander in Gebrauch genommen werden können und sich auch
dem
ständig größer werdenden Kiefer anpassen. Es ist deshalb in jeder Kieferhälfte
immer nur ein Zahn voll funktionstüchtig. Dieser wandert langsam im Kiefer nach vorn, gefolgt vom
nächstfolgenden. Er wird bei den Kaubewegungen, mit denen die Elefanten nur
nach vorn und hinten raspeln, aber nicht seitlich mahlen können, abgenutzt und
bricht schließlich aus. Dabei ist der nachwachsende
Zahn stets etwas länger als der vorherige.
Neben Rüssel und
Zähnen dient die fleischige Zunge der Nahrungsaufnahme. Mit ihrem breiten, höckerartigen
Wulst am Hinterende befördert sie die Nahrung den Schlund
hinunter.
Extremitäten:
Elefanten sind Zehenspitzen- bzw. Sohlenspitzengänger. Die
vier Füße bedecken zusammen eine Fläche von über l Quadratmeter, was den Druck
auf den Boden stark aufteilt. In den Fuß ist ein dickes
Polster aus elastischem, gallertartigem Bindegewebe unter den Mittelfuß- und
Zehenknochen eingelagert. Das wirkt wie ein Stoßdämpfer
für das Fußwurzelgelenk, das
fälschlicherweise immer wieder als "Knie" bezeichnet wird. Die Fußsohle ist biegsam und
weichhornig und besitzt Einlagerungen aus Hornstücken, die
gegenseitig beweglich sind.
Haut:
Die
Bezeichnung "Dickhäuter" ist hinsichtlich der Haut nicht zutreffend,
denn diese ist durchaus nicht so dick und unempfindlich, wie wir allgemein
glauben. Sie ist im Gegenteil nur 2-4 cm stark, bis dicht unter die verhornte
Schicht gut durchblutet und überall sehr tastempfindlich. An Hals und
Hinterende bildet die Haut oft große Falten. Bis auf das Schwanzende, das eine
lange Endquaste bis zur Ferse hinunter trägt, und die langen, ausdrucksvollen
Wimpern, bildet die Haut nahezu keine Haare. Lediglich auf Rücken und Nacken
finden sich spärliche, kurze Borsten. Neugeborene Elefanten besitzen ein mehr
oder weniger spärliches, bräunliches Haarkleid, das aber bald verschwindet.
Ernährung:
Elefanten haben einen relativ einfach gebauten
Magen und einen sehr langen Darm. Sie sind ausgesprochen schlechte Futterverwerter. Fast die Hälfte der
aufgenommenen Nahrung verlässt den Darmtrakt
unverdaut. Deshalb verbringen Elefanten den Hauptteil ihres Lebens mit der Aufbereitung und
dem Verzehr der Nahrung. Erwachsene Tiere gehen dieser Beschäftigung
ungefähr 18-20 Stunden am Tag nach.
Asiatischer Elefant
Den Asiatischen
Elefanten bezeichnen wir oft fälschlich als "Indischen Elefanten",
der aber nur eine der vier lebenden Unterarten des Asiatischen
Elefanten ist.
Merkmale:
Asiatische
Elefanten erreichen eine Körperhöhe von bis zu 3,10 m und wiegen bis zu 5
Tonnen. Der Rumpf der Tiere ist massig. Die Rückenlinie ist gerade und leicht
nach oben gewölbt. Die Stirn ist steil und durch zwei große, wulstartige und
schwammige Knochenauftreibungen über den
Augen, die an die Form eines Buckels erinnern.
Die Ohren sind wesentlich kleiner als bei den Afrikanischen Elefanten, sie sehen
wie ein auf die Spitze gestelltes Dreieck aus. Der Rüssel trägt an seinem Ende
nur einen Fortsatz, den so genannten Rüsselfinger, der sich am oberen Rand des
Rüsselendes befindet. Die Weibchen haben
nur kleine oder gar keine Stoßzähne. Auch
die Männchen haben, wenn vorhanden, sehr
kleine Stoßzähne.
Lebensweise:
Asiatische
Elefanten sind Tag- und Dämmerungstiere. Da sie aber bis zu 20 Stunden am Tag
mit der Aufbereitung und dem Verzehr der Nahrung beschäftigt sind, müssen sie
zwangsweise manchmal auch nachts aktiv sein. Sie bewohnen die
unterschiedlichsten Lebensräume, Urwälder und Bergwälder bis 3000 m Höhe, im Himalaja stoßen sie bis zur Schneegrenze vor. Sie
leben aber auch im Gras- und Bambusdschungel oder im Buschdickicht.
Sie spielen eine wichtige Rolle in der Lebensgemeinschaft der Regenwälder. Da
den riesigen Tieren wegen ihrer Größe und Kraft, aber auch wegen ihrer
vielfältig verwendbaren Rüssel alle Pflanzen
der Kraut- und niedrigeren Baumschicht zur Verfügung stehen, stellen sie ein
natürliches Gleichgewicht zwischen altem Pflanzenbestand und frischem
Unterwuchs her. Elefanten können mittlere Bäume niedertreten und größere durch
Entrinden zum Absterben bringen.
Die meist sehr ortstreuen Tiere leben in großen Territorien, die sie
höchstens während der Trockenzeit verlassen. Die Herden wandern dann in so
genannte Trockenreviere. Diese Wanderungen sowie die Wechsel innerhalb der
Gruppenterritorien folgen generationenlang denselben breitgetretenen Pfaden,
den so genannten Elefantenstraßen, die auch andere Tiere im dichten
Dschungel nutzen - Nashörner, Tiger, Hirsche und Büffel sind
hier regelmäßig anzutreffen. Sie führen auch zu den Wasserstellen. Aber auch der Mensch profitiert davon, indem er die
Elefantenstraßen direkt benutzt oder sie als Grundlage für seine eigenen
Straßenbauten heranzieht.
Eine Elefantenherde ist in
Untergruppen gegliedert. Neben einzelgängerischen Altbullen gibt es
Bullenherden, in denen die jüngeren männlichen Tiere vereint sind. In anderen
Herden leben Mutterfamilien, denen mehrere erwachsene Weibchen mit ihren Jungtieren
angehören. Eine straffe
Rangordnung garantiert den Zusammenhalt der Gruppe. Die Führung hat stets eine
erfahrene Leitkuh. Die Tiere sind untereinander persönlich bekannt. Elefanten
halten ständig stimmlichen und geruchlichen Kontakt, dadurch pendelt
sich ein festes Sozialgefüge ein. Selbst die
einzelgängerischen Bullen kennen sich genau, indem sie an bestimmten Punkten
ihre Duft- und Rangmarken absetzen. Sie meiden
aber den direkten Kontakt.
Fortbewegung:
Elefanten sind Passgänger. Sie bewegen sie sich
mit ca. 7 km/h vorwärts, können bei zügigem Schreiten aber auch größere
Strecken mit 15 km/h zurücklegen. Kurzfristig erreichen sie sogar eine
Geschwindigkeit von 40 km/h und holen damit jeden fliehenden Menschen ein. Sie belasten
dabei den Boden nur wenig und hinterlassen somit kaum Spuren. In unbekanntem Gelände tastet
vor jedem Schritt der Rüssel den Boden ab. Sie sind sehr gute Schwimmer, die
ihren Rüssel unter Wasser geschickt als Schnorchel einsetzen, sie baden und
suhlen sich auch gern im Schlamm. Die Hautpflege nimmt neben der
Nahrungsaufnahme die meiste Zeit in Anspruch. Das Fächeln der Ohren dient der
Temperaturregulierung des Körpers.
Lautgebung:
Elefanten
besitzen ein gutes Erinnerungsvermögen für akustische Eindrücke. Das lässt auf ein reichhaltiges Vermögen an Lautäußerungen
schließen. Bei der Begrüßung gibt es grollende, rumpelnde Laute oder auch
ein Quietschen. Ein lautes
Brüllen ist häufig als Drohlaut bei der Begegnung mit fremden Artgenossen an
der Territoriumsgrenze zu hören, bei Angst oder Wut das bekannte Trompeten. Daneben findet auch eine Verständigung über große
Entfernungen statt. Lange war unbekannt, wie das geschieht, da man nichts hören
konnte. Jetzt weiß man, dass da die Verständigung per Infraschall erfolgt.
Fortpflanzung:
Die
Geschlechtsreife tritt zwischen dem 7. und 11. Lebensjahr ein. Die
Fortpflanzungsrate ist gering. In der Regel
beträgt die Pause zwischen den einzelnen Geburten bei einer Kuh etwa 4 Jahre.
Die Tragzeit beträgt im Schnitt 22 Monate. Während ihres Lebens bringt eine Kuh
etwa 7 Kälber zur Welt. Während einer Geburt bilden die übrigen
Gruppenmitglieder einen Ring um die werfende Kuh, und zwei erwachsene Weibchen
helfen bei der Niederkunft: Sie helfen dem Neugeborenen auf die Beine und lösen
es aus den Embryonalhüllen. Nach 10 Minuten kann das Junge stehen, nach etwa l Stunde bereits
gehen. Die jungen Elefanten leben zusammen,
sie werden jeweils durch eine erwachsene Kuh bewacht. Diese kaut den
Jungen auch feste Nahrung vor, die die Kälber schon bald neben der Muttermilch
aufnehmen. Bis zum Ende ihres zweiten Lebensjahres werden sie gestillt (nur von
der Mutter) und gefüttert.
Musth:
Ein besonderer Zustand ist die eigentümliche Erscheinung, die bei Bullen im Alter von 15-20 Jahren
auftritt und die die Inder "Musth" nennen. Sie wird deutlich durch
die Sekretion der Schläfendrüse
und durch das Verhalten der Tiere. Die Musth wurde lange Zeit mit der Paarung in Zusammenhang gebracht,
da sich Tiere in Musth häufiger
fortpflanzen. Während der Musth sondert die Schläfendrüse eine stark riechende,
braunschwarze, ölige Flüssigkeit ab, die in breitem Band bei erwachsenen
Asiatischen Elefantenbullen bis in die Mundwinkel läuft. Während der Musth werden
die Bullen unberechenbar und in Gefangenschaft zu einer Gefahr für die
Pfleger. Deshalb werden in Indien Bullen in der Musth in ein entferntes
Waldstück gebracht und an allen vier Beinen an Bäume gekettet, bis dieser
Zustand vorüber ist. In Zoologischen Gärten werden aus diesem Grund selten
Bullen gehalten.
Gefährdung:
Der Asiatische
Elefant gilt heute als vom Aussterben bedroht. Sein Lebensraum schrumpft durch
die Landnahme des Menschen immer mehr zusammen, sodass für die Herden nur
kleine Rückzugsgebiete bleiben, in denen sie weit voneinander getrennt leben.
Nur auf Sri Lanka, wo der Elefant tief verehrt wird, bestehen
großzügig angelegte Reservate.
Afrikanischer Elefant
Vom Asiatischen
Elefanten unterscheidet sich der Afrikanische Elefant so erheblich, dass man
ihn in eine eigene Gattung stellte. Es lassen sich zwei Unterarten
unterscheiden:
1. der riesige, großohrige
Steppenelefant:
Er ist die größte Unterart und bewohnt das nördliche und südliche Westafrika,
das nördliche Zentralafrika und Ostafrika.
2. der kleinere, rundohrigere Waldelefant:
Er bewohnt
die Wälder Westafrikas und
des Kongogebietes.
Merkmale:
Mit seiner
Körperhöhe von bis zu 4 m und einem Gewicht
von 7,5 Tonnen bei den größten Exemplaren des Steppenelefanten ist der
Afrikanische Elefant das schwerste Landsäugetier der Gegenwart. Seine Stirn ist
flach, fliehend und hat manchmal oberhalb des Rüsselansatzes eine buckelartige
Erhebung. Der höchste Punkt des Körpers ist nicht der Kopf, sondern der Rücken.
Die Ohren sind sehr groß, fächerartig. Die Rüsselspitze besitzt im Gegensatz zu der des Asiatischen
Elefanten zwei zipfelige Fortsätze, die Rüsselfinger, die aber schwächer ausgebildet sind als bei den asiatischen Formen. Der
Rüssel weist tiefe Querrunzeln auf, während er beim Asiatischen Elefanten glatt
ist.
Beide Geschlechter bilden Stoßzähne
aus. Die der Weibchen sind allerdings kleiner und schwächer als die der
Männchen. Bei diesen sind Längen über 3 m nicht selten. Der Körper wirkt schlanker
und steht auf höheren Beinen als beim Asiatischen Elefanten. Die Rückenlinie
ist gerade oder in der Mitte leicht eingesenkt und über der Kruppe erhöht. Die
Haut ist stärker behaart und der Schwanz länger als beim Asiatischen Elefanten.
Lebensweise:
Die Afrikanischen Elefanten sind
nur in wasser- und nahrungsreichen Gebieten ortstreu.
Viel häufiger ziehen die Herden herum. Zur Trockenzeit
unternehmen sie weite Wanderungen, auf denen sie keine festen Wechsel benutzen.
Auch die afrikanischen Elefanten
haben eine vielschichtige
Organisation. Die soziale Grundeinheit ist die Familiengruppe, mit einer Kuh
und ihren noch nicht geschlechtsreifen
Nachkommen verschiedenen Alters, dazu kommen ein oder mehrere erwachsene
Männchen. Die übrigen Bullen trifft man oft in kleineren Männerrudeln, seltener
als Einzelgänger an. Dies ist eher bei sehr alten Tieren der Fall. Die
einzelnen kleineren Untergruppierungen schließen sich meist zu erweiterten
Familiengruppen von 20-30 Tieren oder auch zu mehr oder weniger zufälligen
Ansammlungen von mehr als 100 Tieren zusammen. Die
Herdenführung übernimmt auch hier ein erfahrenes erwachsenes Weibchen.
Zwischen den
Gruppenmitgliedern besteht eine sehr enge Bindung. Verletzte oder kranke Tiere
werden durch Artgenossen gestützt und betreut. Da Elefanten keine natürlichen
Feinde haben, sind sie in
Weidegemeinschaften mit anderen Steppentieren sehr verträglich. Die
Geschwindigkeit ihrer Fortbewegung beträgt 4-35 km/h. In undurchdringlichem Gelände halten die
Tiere dauernden stimmlichen Kontakt durch ein leises Kollern. Bei Kämpfen und
in Wut lassen sie ein lautes Brüllen, als Schrecklaut ein lautes Trompeten
hören, das auch Flucht oder Angriff signalisiert. Das Ohrwedeln dient nicht nur
der Abkühlung: Heftiges Wedeln drückt Angriffsstimmung oder eine ranghohe
Stellung aus. Direkter persönlicher Kontakt wird ständig durch gegenseitiges
"Berüsseln" gehalten. Bevorzugte Stellen hierfür sind die Ohren und
Schläfen. Bullen fahren den Weibchen auch mit dem Rüssel in den After.
Fortpflanzung:
Die Männchen des Afrikanischen Elefanten sind viel verträglicher als die des
Asiatischen. Sie sondern sich zwar mit der Kuh ab, dulden aber auch andere
Bullen in ihrer Nähe. Die Männchen bemühen sich das ganze Jahr über geradezu
liebevoll um die Weibchen. Dieses Verhalten verstärkt sich während der
Brunst der Weibchen. Die
Bullen haben keine feste Brunstzeit, sondern sind das ganze Jahr über
paarungsbereit. Man sieht während der Paarungszeit der Weibchen häufig Bullen
und Kühe mit innig verschlungenen Rüsseln. Auch sonst sucht der Bulle
engen Kontakt zum Weibchen. Vereinzelt beobachtet man jetzt heftige Kämpfe
unter den Männchen. Die Kühe paaren sich schließlich in großen Trupps mit
mehreren Männchen nacheinander.
Die Geburtshilfe und der Schutz der
Gebärenden geschieht in gleicher Weise wie bei den Asiatischen Elefanten. Die
Empfängnis - und damit die Geburt - richtet sich jeweils nach der Jahreszeit, d. h. nach dem Termin der Regenzeit und damit nach
dem größten Nahrungsangebot, das sich dem aufzuziehenden Jungtier bietet. Die
Trächtigkeit beträgt 22 Monate. Das Kalb wird etwa 2 Jahre lang von
der Mutter gesäugt, manchmal auch länger. Die Mutter und andere Weibchen kümmern sich um die Jungtiere
und helfen unbeholfenen Jungen.
Musth:
Die Musth tritt
genauso auf wie bei den
Asiatischen Elefanten. Allerdings tritt sie bei den Afrikanern viel weniger in
Erscheinung und hängt ebenfalls nicht unmittelbar mit dem
Fortpflanzungsverhalten zusammen.
Gefährdung:
Auch der
Afrikanische Elefant ist heute in seiner Existenz bedroht. Vor allem die
hemmungslose Jagd nach dem "weißen Gold", dem Elfenbein seiner
Stoßzähne, hat die Bestände innerhalb von nur 10 Jahren um
mehr als die Hälfte auf 600000 Tiere schrumpfen lassen. Intensive Bemühungen
um den Erhalt dieser imposanten Tiere sind daher dringend erforderlich.
Steckbrief:
| Arten: |
ASIATISCHER ELEFANT |
AFRIKANISCHER ELEFANT |
| Ordnung: |
Rüsseltiere |
Rüsseltiere |
|
Klasse: |
Säugetiere |
Säugetiere |
|
Körpermaße: |
Kopf-Rumpflänge ca.
5 - 6
m; Schulterhöhe ca. 2 -3 m, |
Kopf-Rumpflänge
ca
6 -7,5 m; |
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Rücken: |
Buckelrücken |
Sattelrücken |
|
Ohren: |
klein |
groß |
|
Stoßzähne: |
nur bei Bullen |
bei beiden Geschlechtern |
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Rüssel: |
mit einem Greiffinger |
mit zwei Greiffingern |
|
Verbreitung: |
Vorder- und Hinterindien |
tropisches Afrika |
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Lebensraum |
Wälder, Lichtungen, Savannen |
Wälder, Savannen, Steppen, Halbwüsten, Berge |
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Lebensweise |
Mutterfamilien, die oft größere Ein- heiten bilden; Bullen einzelgängerisch, gelegentlich in Bullengruppen |
Mutterfamilien; männliche Tiere in eigenen Gruppen; Zusammenschluss zu lockeren Herden; alte Bullen manchmal Einzelgänger |
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Nahrung |
Pflanzen, hauptsächlich Gras, auch Palmen |
hauptsächlich Gras, aber auch Zweige, Knospen, Blätter, Früchte, Wurzeln |
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Fortpflanzung |
1, selten 2 Junge nach einer Tragzeit von 22 Monaten |
1, selten 2 Junge nach einer Tragzeit von 22 Monaten |
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Höchstalter |
40 Jahre |
50-70 Jahre |
| Gefährdung |
vom Aussterben bedroht; geschützt durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen |
durch Bejagung und Lebensraumvernichtung bedroht; geschützt durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen |
Bilder:
©
Monika Frunzke
Internetlinks
http://www.natur-lexikon.com/-Elefant.html
http://www.world-of-animals.deasiatischer_Elefant.html
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