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Biologie
Bienen





Die Hummel
  

Hummeln sind stark behaarte, rundliche Hautflügler, die zu den verbreitetsten und größten Insekten in Mitteleuropa zählen.
Sie fallen durch ihr lautes Brummen auf, wenn sie emsig Pollen und Nektar sammeln. Da sie für eine gewisse eigene Betriebstemperatur sorgen können, sind sie im Frühjahr schon bei noch relativ kühlen Temperaturen unterwegs, wenn andere Insekten noch nicht fliegen können.
So sind sie als Bestäuber auch bei kühlem Wetter sehr geschätzt. Aber auch ihre Friedfertigkeit macht sie bei uns beliebt.

Merkmale
Diese Insektengattung wird bis knapp 3 cm lang. Sie ist an ihrer Größe, der starken Behaarung und dem eher rundlich ovalen Körperbau gut erkennbar. Körpergröße und Färbung variieren je nach Art; auch innerhalb einer Art gibt es z. T. deutliche Unterschiede, so
dass eine genauere Bestimmung dieser Tiere für einen Laien nicht unbedingt einfach ist.

Verbreitung, Häufigkeit und Lebensraum
Die Gattung der Hummeln ist mit ihren ca. 500 Arten nahezu weltweit verbreitet. Lediglich südlich der Sahara und in Australien findet man keine Hummeln. In Europa gibt es 53 Arten, die fast den gesamten Kontinent bevölkern. Einige Arten fehlen in Nordskandinavien. Klimatisch bevorzugen die Hummeln die gemäßigte Breiten. Aber dort, wo sie vorkommen, sind sie meist auch recht häufig. Im deutschsprachigen Raum gibt / gab es 36 Arten, von denen allerdings 7 ausgestorben oder so selten sind, dass man sie kaum noch sieht.
Sie suchen keinen speziellen Lebensraumes, sie leben überall dort, wo es blühende Pflanzen gibt. Einige Arten sind mehr auf bestimmte Lebensräume, z.B. offene Flächen, beschränkt. Häufig sind Hummeln in der Nähe der Menschen, vor allem in Gärten, anzutreffen, weil hier immer irgendeine Pflanzenart blüht.

Lebensweise
Hummeln sind Staaten bildende Insekten, die wie die Honigbiene drei Kasten haben: die Königinnen, die Arbeiterinnen und die Drohnen, das sind die Männchen. Eine Königin bildet mit 50 - 500 Arbeiterinnen einen Hummelstaat bzw. ein Volk, das in einem Nest je nach Art unter der Erde oder oberirdisch lebt. Im Volk gibt es die typische Arbeitsteilung: die Königin besorgt das Eierlegen, die Arbeiterinnen kümmern sich um  den Nestausbau, die Versorgung und Verteidigung des Hummelstaates. Die Männchen begatten lediglich die Jungköniginnen.
Die Arbeiterinnen und Männchen leben nur bis zum Herbst, die Königinnen überwintern meist in Erdlöchern, um im nächsten Frühjahr neue Völker zu gründen. Gegenüber anderen Insekten haben sie einen entscheidenden Vorteil - sie sind in der Lage, selbst die zum Fliegen notwendige Wärme zu erzeugen. Das gelingt durch Vibrationen der Brustmuskulatur, sie kann sich auf eine Starttemperatur von 37 °C aufwärmen. Auf diese Weise können Arbeiterinnen schon bei einer Lufttemperatur von 6 °C, Königinnen sogar ab 2 °C fliegen.

Nahrung
Hummeln ernähren sich ausschließlich vom Nektar und Pollen der Blüten, wobei sich z. T. für beide, Hummel und Pflanze, Vorteile ergeben, die Hummel braucht Nahrung, aber sie nimmt immer Blütenstaub mit zu den anderen Blüten ermöglicht dadurch die Befruchtung vieler Pflanzen. Angelockt werden die Hummeln vom Geruch des Nektars und von Form und Farbe der Blüten. Einige Pflanzen, wie z. B. die Orchidee und Hummelragwurz, locken sie mit imitierten Hummelabbildungen.
In viele Blüten können die Hummeln direkt hineinkriechen, um an den Nektar zu kommen, bei anderen müssen sie ihren Rüssel nutzen. Aber seine Länge bestimmt, welche Pflanzen zum Nektarsaugen genutzt werden können. Die
langrüsseligen Hummeln sind von großer Bedeutung, da sie auch Blüten bestäuben, an deren Nektar die Honigbienen nicht gelangen. Manchmal stechen Hummeln auch seitlich ein Loch in die Blüte, um an den Nektar zu kommen, aber da wirde die Blüte nicht befruchtet. Aber viele früh- oder sehr spätblühende Arten sind auf die Bestäubung durch Hummeln angewiesen, weil bei der kühlen Witterung, bei der diese blühen, nur die Hummeln fliegen können.

Fortpflanzung
Wie bei staatenbildenden Insekten üblich, sorgen auch bei den Hummeln die Königinnen für den Nachwuchs. Im Spätsommer und Frühherbst fliegen die Jungköniginnen und Drohnen aus. Dabei legen die Drohnen Duftstraßen, um die Königinnen anzulocken. Die Begattung erfolgt außerhalb oder innerhalb des Nestes. Die Drohnen sterben danach recht schnell, die befruchteten Königinnen suchen sich Überwinterungsmöglichkeiten, sie graben sich in den Boden ein. Auch die Arbeiterinnen des Volkes gehen im Herbst zu Grunde. Ist der Winter sehr milde, kann ein Hummelvolk auch überleben.
Im Frühjahr, bei einer gewissen Mindestwärme, gräbt sich die Hummelkönigin an die Oberfläche und geht auf Nest- und Nahrungssuche. Dadurch ist sie häufig die erste
Blütenbesucherin. Aber neben der Nahrungssuche ist die Suche nach einem geeigneten Neststandort das wesentliche Ziel der Königin. In einem Mauseloch oder anderen tieferen Einhöhlungen in Boden, Bäumen oder Bauwerken baut sie aus verschiedenem Nistmaterial ein Nest. Gesammelter Pollen wird mit Wachs umschlossen. In dieses Wachs baut sie kleine Becher hinein, in die sie die ersten Eier ablegt. Die schlüpfenden Larven können direkt vom Pollenvorrat fressen; außerdem werden sie noch von der Königin gefüttert. Die zweite Generation an Hummelarbeiterinnen bekommt diesen königlichen Service nicht mehr, dazu stehen nun die Erstgeschlüpften zur Verfügung. Diese sind noch recht klein, erst die folgenden Generationen werden immer größer, bis schließlich sogar Königinnen schlüpfen. Ob eine Hummel Arbeiterin oder Königin wird, hängt wahrscheinlich von der Fütterung ab. Dass später männliche Hummeln schlüpfen, ist dagegen wie bei allen anderen Bienen auch genetisch bedingt: Aus befruchteten Eiern schlüpfen Weibchen, aus unbefruchteten die Drohnen. Diese haben nur einen kurzen Lebenszweck: sie fliegen aus, um eine Königin zu befruchten. Anschließend sterben sie recht rasch.
Hummelvölker sind je nach Art zwischen 100 und 500 Tieren groß, also durchaus überschaubar.
 

Feinde
Hummeln haben - wie viele
andere Insekten - vor allem Vögel als Feinde. Königinnen und Arbeiterinnen haben zur Verteidigung einen Stachel, den sie allerdings nur selten benutzen. Der Mensch braucht kaum Angst vor stechenden Hummeln zu haben. Selbst wenn man sie in die Hand nimmt, ist es eher unwahrscheinlich, dass sie stechen. Trotzdem kann es passieren: Tritt man mit nackten Füßen auf sie, dann stechen sie wahrscheinlich. Dann merkt man, dass ein Stich der Hummel unangenehm sein kann.

Wichtige Hummelarten

Erdhummel
Diese große, schwarz behaarte Hummel hat an Vorderbrust und Hinterleib jeweils einen orange-gelben Ring, während ihr Hinterende weiß ist. Die Spannweite der Flügel beträgt bis zu 43 mm, die Körperlänge bis zu 25 mm. Sie ist sehr weit verbreitet und kommt z. B. sehr häufig in unseren Gärten vor. Ihre Nester befinden sich meist in den Bauen von Kleinsäugern, wie z. B. in Mauselöchern. Sie werden häufig von Parasiten wie der Wachsmotte befallen, die es auf das Wachs des Nestes abgesehen haben. Erdhummeln, deren Völker bis zu 600 Tiere groß sind, leisten eine hervorragende Bestäubungsarbeit und werden daher gern in Gewächshäusern gehalten.

Waldhummel
Sie fehlt in Europa nur in Nordskandinavien. Die Art mit blassrötlichem Hinterleibsende wird bis 20 mm lang. Die Nester werden oberirdisch in Vogelnestern oder Behausungen von Säugetieren angelegt, häufig im Wald oder in Waldnähe. Im Mai gehen die Weibchen gern an den Nektar der Taubnesseln, während man die Männchen im Herbst auf
Doldenblütlern findet.

Gartenhummel
Ihr Kopf ist schwarz, auf der ebenfal
ls schwarzen Brust hat sie vorn und hinten eine gelbe Binde. Ihr Hinterleib ist vorn gelb und hinten weiß. Die bis 22 mm große Art wird bis in 2000 m über Meereshöhe angetroffen, sie hat sich in Menschennähe etabliert. Dazu gehört eine sehr variable Wahl der Nestorte: Egal, ob Mäusenester, Scheunen, Nistkästen oder auf Dachböden - die Gartenhummel findet fast überall einen geeignete Platz. Gern nehmen sie auch Nisthilfen an, die sogar aus schlichtem Pappkarton sein können. Mit ein bisschen Kleintierstreu und unbehandelter Wolle lässt sich ein Mäusenest imitieren. Das Hummelvolk dankt es durch emsige Bestäubungsarbeit.

Steinhummel

Ihr Name wird von der Wahl des Nistortes in Mauerrissen, in anderen Löchern im Gestein oder unter Steinhaufen. Aber sie nisten auch in Vogelnestern, Nistkästen, Schuppen oder Dachböden - alles das reicht für ein Volk von 100 bis 300 Tieren. Auch die Schmarotzerhummel entwickelt sich zuweilen in ihrem Nest. Die weit verbreitete Art wird bis zu 22 mm lang, ist dicht schwarz behaart und hat ein aurfällig orange rotes Hinterleibsende. Steinhummeln sind sehr vielseitig, was ihre Blütenbesuche angeht. Nahezu 250 verschiedene Arten dienen ihnen als Nahrungsquelle.

Feldhummel
Wiesen und Waldränder sind der Lebensraum dieser bis 22 mm großen Art, deren Farbe graugelb verwaschen ist. Die Haare stehen struppig vom Körper ab. Die Nester werden aus Moos und Wachs gebaut. Sie ist fast überall in Europa anzutreffen.

Wiesenhummel
Die schwarze Art, deren Brust und Hinterleib oft eine gelbe Binde hat, ist vom Flachland bis ins Hochgebirge verbreitet. Ihr Lebensraum reicht von Waldrändern über Wiesen und Weiden bis hin zu Gärten und Parks. Sie gehört zu den ersten ausfliegenden Insekten und ist deshalb als Frühlingsbote bekannt.

Ackerhummel
Mit 15 mm Körperlänge ist sie eine kleine Hummelart. Ihr Rücken ist gelbrot, der Hinterleib dunkelgrau, nur die beiden letzten Segmente sind gelbrot. Sie kommt überall dort vor, wo es viele blühende Pflanzen gibt.

Internetlink(s)
 
 

http://aktion-hummelschutz.de/

http://www.bombus.de/ 

Seite erstellt: 2006
Seite geändert: 26.01.2010

 

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