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Biologie
Bienen




Die Hornisse


Keine Angst vor der Hornisse!

Die Hornisse hat einen unberechtigt schlechten Ruf. Sie sieht aus wie eine zu groß geratene Faltenwespe, gilt als aggressiv und ihr Stich als wesentlich giftiger als der von der Wespe oder Biene. Das ist aber falsch und hat zu einer ungerechtfertigten Verfolgung der Hornissen geführt, sodass sie im Bestand bedroht sind und deshalb unter Schutz stehen.
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Die Hornisse
ähnelt den Wespen, ist aber mit 20-35 mm  Körperlänge um einiges größer. Sie ist hinten braungelb, vorn rotbraun gefärbt. Auffallend sind ihre nierenförmigen, aus zahlreichen Einzelaugen zusammengesetzten Facettenaugen. Außerdem besitzt sie drei punktförmige Nebenaugen, sie sind auf dem Scheitel zu einem nach hinten offenen Dreieck angeordnet. Diese Nebenaugen übernehmen vorrangig Aufgaben bei den Tagesaktivitaten, während die Hauptaugen das Bildsehen ermöglichen.
Gut erkennbar sind auch die in Ruhestellung gefalteten Flüge! - das namengebende Merkmal aller Faltenwespen. Nicht sichtbar ist der Stachel. Beim Stich wird ein Gift freigesetzt, das zu Schmerz, Rötung und Juckreiz führt. Sie Symptome klingen bei Kühlung schnell wieder ab. Es ist längst nicht so
unangenehm und gefährlich, wie gemeinhin angenommen wird.

Verbreitung und Lebensraum
Die Hornisse ist weit verbreitet: Ihr Vorkommen erstreckt sich ursprünglich über ganz Europa und Nordafrika bis in den klimatisch gemäßigten Teil Sibiriens. Durch den Menschen wurde sie aber seit ca. 1850 auch nach Nordamerika gebracht und breitete sich dort aus.
Als Lebensraum bevorzugt sie neben
Laubmischwäldern vor allem Gärten, Parks und buschreiches Gelände mit reichlich Insektenbesatz. Die Hornisse ist selten geworden, da sie verfolgt wurde. Seit 1987 wurde sie daher in das Artenschutzgesetz aufgenommen und zählt zu den besonders geschützten Arten.

Lebensweise und Fortpflanzung
Die Hornisse gehört zu den sozialen Faltenwespen. Sie bildet Staaten und lebt eigentlich nur für ihr Volk. Ihr Lebenszyklus entspricht dem Jahresverlauf: Ende April, Anfang Mai, wenn die Temperaturen hoch genug sind, erwacht die Hornissenkönigin,  die im vergangenen Herbst geboren und befruchtet worden war, aus dem Winterschlaf. Den Winter hat sie in frostsicherem Holz eines morschen Baumes oder im nicht ganz flachen Erdreich verbracht. Um sich vor der Kälte zu schützen, produzierte ihr Körper Glycerol, ein Frostschutzmittel, und gleichzeitig arbeiteten ihre Organe " auf Sparflamme".
Nachdem sie längere Zeit keine Nahrung zu sich genommen hat, suct sie sich nun diese als erstes. Außerdem sucht sie einen geeigneten Nistplatz, das sind Baumhöh
len, aber auch andere Höhlen. Das können auch Höhlungen unter Verschalungen, in Rollladenkästen oder alten Schuppen sein, die der Mensch geschaffen hat. Durch zu tiefen oder sehr langen Frost, Pilzinfektionen o. ä. schaffen es nur ca. 10 Prozent der befruchteten Jungköniginnen, ein neues Volk zu gründen.
Hat sie einen geeigneten Platz gefunden, beginnt die Königin mit dem Nestbau. Zuerst kommt ein kleiner St
iel, den sie selbst hergestellt, an die Decke der Nisthöhle. An diesen baut sie die ersten ca. 40 Wabenzellen, in die sie Eier legt. Damit hat sie den Grundstein für ein neues Volk gelegt. Nach 5-8 Tagen schlüpfen aus den Eiern kleine Larven, die nun in zwei Wochen ihre 5 Larvenstadien durchleben. Bis sie groß genug sind, um nicht aus der Zelle zu fallen, hält sie hält ein klebriges Sekret darin fest, bis sie groß genug sind, um nicht mehr herausfallen zu können.Außerdem schützt sie ein selbst produzierter Deckel aus Seide, bis sie als Hornisse schlüpft.
Nun helfen ihr viele Arbeiterinnen. Bis dahin haben diese in der Wabenzelle ausgeharrt, um mit ihrer eigenen Körperwärme die k
älteempfindlichen Nachbarpuppen zu wärmen. Dabei erhöhen sie die Temperatur in Kürze um 1o °C auf 31 °C. Jetzt aber übernehmen die Arbeiterinnen die Bautätigkeit und die Nahrungsversorgung, die Königin selbst fliegt zunehmend seltener aus. Die Lebenserwartung der Arbeiterinnen beträgt nur wenige Wochen.
Manchmal passiert es, dass die Nesthöhle zu klein ist und keine weiteren Waben angebaut werden können. Dann zieht der Staat zu einem anderen Standort und beginnt mit dem Bau eines größeren Nestes. Verwendet wird dabei vorrangig morsches Holz, das mit Speichel zu einem Brei verarbeitet wird. Daraus werden die Waben gebaut, immer von oben nach
unten. Mit ca. 10 Brutwaben hat schließlich das Nest die Maximalgröße erreicht. Die Hornissen brauchen Wärme, aber wenn es zu heiß wird, benetzen die Arbeiterinnen die Nestoberfläche mit Wasser, dadurch wird das Nest gekühlt. Ist das Wetter aber zu kühl, bleiben die Hornissen im Nest und ernähren sich von den Vorräten.
In der Zeit zwischen Mitte August und Mitte September wohnen etwa 800 bis 2000 T
iere, je nach Größe des nestes. Jetzt legt die Königin die Eier, aus denen Drohnen, die Männchen, oder neue Königinnen schlüpfen. Vorher aber hat sie Eier gelegt, aus denen sich die Arbeiterinnen entwickeln. Wenn die ersten Geschlechtstiere schüpfen, geht die Sorge der Arbeiterinnen um die alte Königin langsam zu Ende. Dann verlässt die alte Königin das Nest und stirbt. Auch die noch nicht geschlüpften Larven sterben, da nur noch die Geschlechtstiere von den Arbeiterinnen versorgt werden. Die Jungköniginnen müssen sich schließlich einen Vorrat für den Winter anfressen.
Ein paar warme Herbsttage bieten beste Voraussetzungen für das Ausschw
ärmen von Drohnen und Jungköniginnen. Sie sammeln sich zur Begattung in der Nähe auf Bäumen. Nun haben die Männchen ihren "Zweck" erfüllt und sterben bald. Die zuletzt geschlüpften Arbeiterinnen leben etwa bis Ende Oktober, dann erlischt das Leben im Nest. Die Jungköniginnen aber suchen sich einen Platz zum Überwintern. 

Nahrung
Im Frühling gibt es nur wenige Insekten, da ernähren sch die Königinnen vom Saft blutender Bäume. Später jagen sie Insekten bis Bienengröße. Gibt es aber genug Arbeiterinnen, dann lässt sie sich von diesen mit Nahrung versorgen. Den erbeuteten Tieren trennen sie Kopf, Flügel und Hinterbeine ab und bringen nur das eiweißreiche Bruststück als Bällchen zu ihr und den Larven, da nur dieses von den Hornissen verzehrt wird. Erzeugen die Larven an den Wabenzellwänden ein kratzendes Geräusch, animiert das die Arbeiterinnen zum weiteren Beuteholen. Können die Arbeiterinnen während schlechten Wetters nicht ausfliegen, werden sie von den Larven mit Futtertröpfchen versorgt, sodass sie bei gutem Wetter sofort wieder neue Nahrung holen können. Die Arbeiterinnen versorgen sich eher mit kohlenhydratreichen Baumsäften, bes. gern von Eichen, Erlen, Birken und Eschen.Manchmal schälen sie auch dünne Rinde ab, um an die Säfte zu gelangen, deshalb werden sie häufig als Schädlinge dargestellt, obwohl diese Schälschäden gering sind und sie vom Nutzen der Hornissen als Insektenfresser weit übertroffen werden. Hornissen vertilgen nämlich große Mengen an für den Menschen oft lästigen oder schädlichen Insekten. Die Arbeiterinnen verfüttern davon an einem Tag bis 500 Gramm an ihre Larven. Allerdings ärenrn sich auch Imker über die Hornissen, denn diese verzehren nicht nur Fliegen, Bremsen, Raupen, Wespen oder Spinnen, sondern auch Bienen. Aber sie erbeuten so wenige Bienen, dass dadurch das Bienenvolk nicht beeinträchtigt wird, sondern die Hornissen jagen viel mehr Feinde der Bienen, z. B. die Wachsmottenfalter. Größere Tiere und vor allem der Mensch bleiben unbehelligt und werden eher gemieden.

Feinde   
Die Hornissen haben kaum natürliche Feinde, sondern ihre braungelbe Tracht ihre Giftigkeit. Ihr Stachel schützt sie vor dem Zugriff der Vögel - nur der in Südeuropa heimische Bienenfresser hat eine Technik entwickelt, durch die er Bienen, Wespen und wahrscheinlich auch Hornissen mit einer geschickten Schüttelbewegung töten kann. Allerdings werden Hornissen bei Kälte zur einer leichteren Beute.
Ärgster Feind der Hornissen ist der Mensch, der sie häufig für gefährlich hält und z.T. verfolgt. Das Verschwinden geeigneter Nistmöglichkeiten hat die Hornissen in vielen Gegenden zu einer seltenen Art
weden lassen, die heute unter Naturschutz steht.
 

Sieben Stiche töten ein Pferd

Der Volksmund behauptet, auch heute noch, dass sieben Hornissenstiche ein Pferd töten, drei einen Erwachsenen und zwei ein Kind. Dazu kommt das bedrohliche Aussehen und das unheilvolle Fluggeräusch. Dabei kann kaum jemand erzählen, dass er gestochen worden ist. Hornissen sind friedfertig. Man muss sie schon treten oder sie versehentlich einquetschen, um evtl. gestochen zu werden.
Sollte man doch einmal gestochen werden, ist das kein Grund zur Panik. Ist das Opfer nicht gegen das Gift allergisch, hilft Kühlung schnell gegen das unangenehme Gefühl. Im Vergleich zum Bienengift ist das Hornissengift wesentlich weniger wirksam.
Wenn ein Mensch gegen das Gift der Hornisse, Biene, Wespe oder Hummel allergisch ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Sind uns Hornissen unheimlich und man sieht im Mai oder Juni, dass eine Hornissenkönigin in der Nähe ein Nest bauen will, kann man es ihr verleiden: Man geht häuf
iger an dieser Stelle lang, fächelt möglichst Rauch dorthin. Die Königin wird sich dann einen anderen Platz suchen. Man kann sich aber auch an die örtliche Naturschutzbehörde wenden.

 

Internetlink(s)
 
http://www.hornissenschutz.de/
 

Seite erstellt:2006
Seite geändert: 26.01.2010

 

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