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Biologie
Bienen
Die
Honigbiene
Die "emsige Biene" -
ein Redewendung, die sehr viel über den Respekt aussagt, den wir vor diesen
faszinierenden Insekten und Menschen, die ihnen im Fleiß ähneln, haben.
Merkmale der Honigbiene
Die Arbeiterinnen
der Honigbiene
werden
12-15 mm lang, eine Königin aber kann 19 mm erreichen. Die
Brust ist besonders an den Seiten gelblich behaart, auch an den Ringen des
Hinterleibes ist die Behaarung deutlich zu sehen.
Der schlanke, lange Hinterleib der Königin wird nur zu etwa zwei Dritteln von
den Flügeln bedeckt, und weist keine
Streifen auf. Die Fühler am Kopf sind ungefähr doppelt so lang wie der
Durchmesser der Komplexaugen.
Arbeiterinnen
haben
auch besondere Drüsen zur Ausscheidung von Wachs und eine längere Zunge, die besonders gut zum Nektarsammeln
geeignet ist, die Königin hat beides nicht.
Die männlichen Bienen, die Drohnen, haben
nur eine Aufgabe:
die Befruchtung der Königinnen. Sie sind dicklich und haben sehr
große Komplexaugen. Sie besitzen keinen Stachelapparat an der Hinterleibsspitze.
Dieser Stachelapparat
trägt einen kleinen Widerhaken, der beim Einstich in die Haut des
Wirbeltieres stecken bleibt. Dadurch wird der Apparat samt Giftdrüse aus
der Biene herausgerissen. Dadurch gelangt das gesamte Gift in
das Opfer. Bienenstiche sind nicht nur schmerzhaft, sondern
zumindest für Allergiker auch gefährlich. Diese Nutzung des Giftes
durch die Biene ist für sie aber tödlich.
Unterarten
Die Honigbiene hat zahlreiche
Unterarten, z.B. die Dunkle Biene, die Kärtner Biene,
die Italienischen Biene, die A.m.
adansoni...
Verbreitung und Lebensraum
Ursprünglich war die Honigbiene
nur in Europa und angrenzenden Gebieten heimisch. Inzwischen hat der Mensch dafür
gesorgt, dass sie über die ganze Welt verbreitet ist, sodass
sie jetzt fast überall auf der Welt vorkommt, sowohl im kühlgemäßigten als
auch im tropischen Klima. In Mitteleuropa kommt die
Honigbiene kaum wild vor, meist ist sie in der Obhut vom Imkern.
Ansonsten lebt sie in lichten Wäldern, an Waldrändern, auf Wiesen und
in Gärten.
Lebensweise und Fortpflanzung
Die Honigbienebilden
einen Staat. Keine der drei Kasten, Königin, Arbeiterinnen und
Drohnen, kann ohne die anderen leben. Ihnen fallen
unterschiedliche Aufgaben zu: Die
Drohnen befruchten die jeweiligen Königinnen, sonst haben sie nur untergeordnete
Arbeiten zu verrichten. Die Königin legt nur die Eier, und das sind immerhin
etwa 120000 in 8
Monaten. De Arbeiterinnen müssen eine Vielzahl unterschiedlichster Aufgaben
bewältigen: sich um die jungen Bienen kümmern, für Nahrung sorgen, auch
für Wachs, den Bau sauberhalten und alle anfallenden Arbeiten. Am 19. und 20. Tag leistet sie Dienst als Wächterin.Sie gibt ihr
Leben, wenn ein Eindringling erstochen werden muss.
Wie
verläuft nun dieses Leben im Bienenstaat?
Im alten Bienenstock schlüpft
eine neue Königin, zuvor verlässt aber die alte Königin beim Schwärmen mit
einem Teil des Bienenvolkes den Stock, um ein neues Volk zu gründen. Die
neue Königin verlässt ca.14 Tage nach ihrem Schlüpfen den Stock und macht
sich zum Hochzeitsflug auf. Dabei wird sie durch mehrere Drohnen in etwa
20 m Höhe begattet, sie bringen die Samenzellen in die Eierstöcke der Königin,
die dort bis zu 5 Jahren als Vorrat gespeichert werden. Deshalb ist in den
kommemden Jahren keine neue Begattung nötig. Jetzt fliegt die begattete
Jungkönigin in den Stock zurück und ersticht alle anderen Jungköniginnen,
die langsamer waren als sie. Nun legt sie bis zu 5000 Eier in die dafür vorgesehenen Brutzellen. In
dieser Zeit wird sie von einem Hofstaat der Arbeiterinnen versorgt, sie aber
auch schützt, füttert und reinigt. Aus den unbefruchteten Eiern
entwickeln sich die Drohnen. Aus den befruchteten Eiern gehen weibliche Bienen
hervor, überwiegend Arbeiterinnen. Die Eier werden in gut
vorbereitete Zellen gelegt: große Zellen für die Drohneneier,
kleine für die Eier, aus denen Arbeiterinnen schlüpfen. Für die
Eier, aus denen die zukünftigen Königinnen schlüpfen werden, stehen tonnenförmige,
große Zellen mit nach untengerichteter Öffnung bereit.
Nach drei Tagen schlüpfen aus den
Eier Larven, die fuß- und augenlos sind, die Maden. Zuerst sind es Rundmaden, bis sie
nach etwa sechseinhalb Tagen Streckmaden werden. Diese verpuppen sich. Nach neun Tagen schlüpft aus der Puppe die
Arbeiterin. Die Larven erhalten von jungen 6-14 Tage alten Arbeiterinnen 3 Tage
lang einen eiweißhaltigen Drüsensaft, dann gibt es
Pollen und Nektar. die Königinnenlarven hingegen bekommen die ganze Zeit
eine dickflüssige Substanz. sie
Kohlenhydrate, Aminosäuren und Vitamine.
Nun müssen die jungen Königinnen
nach der Befruchtung in 8 Monaten bis zu 120000 Eier legen. Die Drohnen haben
in ihren 2-4 Lebensmonaten außer der
Begattung nur wenige Dienste zu verrichten, z.B. wärmen sie
an kühlen Tagen die Brutwaben
und helfen
auch bei der Weitergabe der Nahrung. Haben sie ihre Aufgaben erledigt, werden sie aus dem Stock gezerrt, manchmal auch
erstochen. Da die Drohnen nicht mehr mit Nahrung durch
die Arbeiterinnen versorgt werden, kommen sie in kurzer Zeit um..
Für die Arbeiterinnen ist das
Leben
durch verschiedene Aufgaben abwechslungsreicher.
Als Trachtbienen
legen die Arbeiterinnen in 4-5 Wochen ca. 700 Kilometer zurück.
Nahrung
Die Nahrungssuche obliegt im Bienenstaat den Arbeiterinnen,
wenn diese in der Phase der Trachtbienen sind. Dazu fliegen sie
aus und suchen geeignete Blütenreviere. Auf
dieser Suche verlassen sie sich auf ihre Augen. Diese Komplexaugen bestehenaus jeweils
etwa 5000 Einzelaugen. Jedes
Sehstäbchen fängt ein eigenes,
aber sehr
unvollkommenes Bild ein. Auch die Gesamtheit aller 10000 Augen verhilft den
Bienen nicht zu gutem Sehen. Manche Farben können sie gar nicht erkennen, ultraviolettes Licht können sie aber
gut
wahrnehmen. Also erkennen sie die Blüten nicht nach den Farben, die wir
sehen, sondern meist nach einem Muster, das nur in ultravioletten Wellenlängen
abgestrahlt wird. Sie sehen die weiße Blütenpracht des Apfelbaums
als blaues Wunder.
Bienen sind für Gärtner, Gartenbesitzer u.ä. sehr wertvoll wegen
ihrer so genannten Blütenstetigkeit: Haben sie einmal eine
für sie gute Quelle gefunden, wird die Lage per Bienensprache an den Stock weitergegeben, sodass z.B.
auch die anderen
diese Quelle finden.
Und das Unwahrscheinliche für uns Menschen:
Die Bienen orientieren sich dabei nicht einfach nach dem Sonnenlicht, sondern
sind in der Lage, die Polarisationsrichtung am Himmelsblau reflektierten Licht
zu erkennen und sie für die Richtungsbestimmung einzusetzen. Sie brauchen nur
ein winziges Loch in der Wolkendecke, um zu wissen, wo die Sonne steht.
Übrigens sind Farben auch sehr
wichtig, um den Heimatstock in einer langen Reihe von Bienenstöcken wieder zu
finden. Sind die Stöcke in den Farben Blau, Gelb, Schwarz oder Weiß markiert und stehen zwischen Gleichfarbigen
Stöcke mit anderen Farben, finden die Bienen wieder zurück und können ihrem
Staat die Lage der Quelle mit dem Bienentanz mitteilen. Die Eigenmarkierung der Bienen, ein Spritzer aus
Duftdrüsen, ist nicht stockspezifisch, sie lockt auch andere Bienen an.
Die
Trachtbienen bringen sowohl Pollen als auch Nektar.
Beides wird entweder verfüttert oder in Vorratszellen gelagert. Aus dem Nektar
wird dabei der Honig, den der Imker gewinnt. Für ein 500 g-Glas Honig müssen 1500 Bienen einen Tag lang
arbeiten und dabei etwa 75000 Flüge absolvieren.
Aber die Honiggewinnung ist nur
die eine Seite. Eine Biene
besucht pro Minute etwa 12 Blüten und streift dabei immer etwas von
dem zuvor geernteten Pollen an den Blüten ab. Ihre Bestäubungsleistung macht
den großflächigen Obstanbau erst möglich.
Feinde
Die
Biene ist sehr wehrhaftes, trotzdem hat sie viele Feinde. Etliche Arten,
z.B.
Vögel, (Bienenwölfe
oder Grabwespen, .haben sich sogar auf Bienen spezialisiert. Schaden bereiten auch
Brutparasiten, die ihre Eier in die Brutzellen
legen. Damit ist allerdings kaum eine Gefährdung des Bienenstocks verbunden,
aber krankheitserregende Parasiten können durchaus für große
Verluste sorgen.
Die Tanzsprache der Bienen
Diese
Tanzsprache ist eine phänomenale
Leistung der Bienen. Sie können sich
nicht nur mit Hilfe der Sonne und ihres polarisiertes Lichtes hervorragend
orientieren. Bemerkenswert ist, wie sie Informationen an ihre Artgenossen weitergeben können.
Wenn
sie die Umgebung ihres
Stockes kennen gelernt haben, sind sie schnell in der Lage, nach Suchflügen den besten
Weg zurück zu finden. Nun wird die genaue Lage der guten Tracht mit
Hilfe der Bienentanzsprache an die anderen Arbeiterinnen des Stockes
übermittelt. Liegt diese in unmittelbarer
Nähe, wird es durch einen einfachen Rundtanz signalisiert. Liegt die Futterquelle weiter entfernt,
vollführt die Biene einen komplizierten Schwänzeltanz,
mit dem sie die Richtung angibt: Die Biene läuft eine kleines Stück der geraden
Strecke und führt dabei mit dem Hinterleib schwänzelnde Bewegungen aus. In
einem Halbkreis kehrt sie an den Ausgangspunkt zurück. Nun geht sie ein
zweites Mal, um den Halbkreis in die andere Richtung zu gehen. Die Richtung der
geraden Strecke wird im dunklen Bienenstock auf der senkrechten Wabenflache in
Beziehung zur Schwerkraft gesetzt. Zeigt der Schwänzeltanz nach oben,
wissen die anderen, dass die Tracht
in Richtung der Sonne liegt. Zeigt er nach unten, müssen die Bienen die Sonne
im Rücken behalten. Hat der Schwänzelweg einen bestimmten Winkel zur
Senkrechten, wird damit der Winkel zwischen Sonne und Tracht angezeigt. Den Bienen
gelingt es, den wechselnden Sonnenstand
zu berücksichtigen. Aber es wir noch besser: Es werden dabei Informationen über die Menge und den
Zuckergehalt des Nektarsmitgeteilt und anhand der Geschwindigkeit des Schwänzeltanzes wird auch
die Entfernung mitgeteilt: Schneller Tanz bedeutet kurze Strecke. Dies hat
große Bedeutung, weil die Bienen ihren Energieverbrauch einschätzen müssen.
Honig
Ein wesentliches Ziel der Imkerei ist
neben
der Zucht von Bienen die Gewinnung von
Bienenhonig. Im Wesentlichen besteht
der Honig aus dem Nektar, den die Bienen bei
ihren Blütenbesuchen sammeln. Die Pflanzen
produzieren ihn aus ihrem Siebröhrensaft, um diese Blütenbesuche zu
provozieren. Sie wollen schließlich bestäubt werden.
Der Imker gewinnt den Honig u. a. durch Schleudern oder
Pressen der Waben. Die Gewinnung blütenspezifischer
Honigsorten ist möglich,
weil Bienen sich
über einen längeren Zeitraum auf eine Pflanzenart
konzentrieren können-
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