

Biologie
Bären
Die Bären
sind eine Säugetierfamilie aus der Ordnung der Raubtiere,
und zwar großer plumper Landraubtiere,
die sich stammesgeschichtlich aus marderartigen Raubtieren entwickelt haben...
In Abgrenzung
zu den Kleinbären
werden sie auch als Großbären oder Echte Bären
bezeichnet. Sieben Arten von ihnen
bewohnen die großen zusammenhängenden Wälder in Europa,
Asien, Nord- und Südamerika. Der Eisbär dagegen lebt an den nordpolaren Küsten.
Sie bringen 1 bis 3 winzige Junge mit einem Geburtsgewicht von
320-500 g zur Welt. Der Kodiakbär,
ebenso der Grizzlybär,
ist
eine Unterart des Braunbären, er gilt als das größte lebende Landraubtier.
Ausgestorben ist der Höhlenbär.
Die heute noch lebenden Arten sind: Braunbär, Baribal, Eisbär, Brillenbär,
Kragenbär, Lippenbär und Malaienbär
→ Bambusbär
→ Katzenbär
→ Koala.
Koalabär
Eisbär
Pandabär
Baribal Braunbär Brillenbär Katzenbär Kodiak Kragenbär Malaienbär Lippenbär
Merkmale
Die Bären gleichen sich in ihrem Körperbau. Ihr Körper ist stämmig, der Kopf
groß und die Gliedmaßen sind meist kurz , aber sehr kräftig. Die Augen sind klein, die
Ohren rund und aufgerichtet. Die meist langgestreckte Schnauze beherbergt je
nach Art 40 oder 42 Zähne. An den Füßen sind fünf Zehen mit nicht
einziehbaren Krallen. Alle Bären sind Sohlengänger, die Fußsohlen sind
meist
behaart, lediglich bei Arten, die oft auf Bäume klettern, wie der Malaienbär, sind die Fußsohlen
nackt. Der Schwanz ist nur ein kleiner Stummel. Das Fell ist eher lang und bei fast
allen Arten einfarbig, meist braun oder schwarz. Ausnahmen sind der große Panda mit seiner
auffälligen schwarz-weißen Fellzeichnung und der weiße Eisbär. Bei einigen Arten kann eine helle
Fellzeichnung auf der Brust oder im Gesicht vorhanden sein.
Ihr Körpergewicht liegt zwischen 25 und 800 Kilogramm, die Männchen
sind deutlich schwerer als die Weibchen. Die Kopfrumpflänge beträgt 100
bis 280 Zentimeter.
Verbreitung und Lebensraum
Bären sind heute in Europa,
Asien und
Amerika
beheimatet, allerdings bewohnen sie in Südamerika nur den nordwestlichen Teil. In West- und Mitteleuropa gibt es heute nur mehr Reliktvorkommen,
d.h. Überbleibsel aus der Vergangenheit. In
Afrika sind die Bären ausgestorben.
Sie bewohnen eine Vielzahl von Lebensräumen,
von Polarregionen über Grasländer bis zu tropischen Regenwäldern. Allzu trockene
Gebiete meiden sie in der Regel.
Lebensweise
Bären sind scheue
Einzelgänger, nur zur Paarung finden sich Männchen und Weibchen zusammen,
danach geht jeder wieder eigene Wege.
Außer
dem Eisbären führen sie eine eher dämmerungs- oder
nachtaktive Lebensweise. Zum Schlafen ziehen sie
sich oft in Höhlen, hohle Baumstämme oder Erdgruben zurück. Ihre übliche
Fortbewegung ist ein meist langsamer und gemächlicher Passgang (beide Beine einer Seite werden
gleichzeitig gehoben und vorgesetzt), sie können im Bedarfsfall aber bis zu 50
km/h schnell laufen. In der Regel klettern Bären gut besonders der Malaienbär),
sie können auch
ausgezeichnet schwimmen.
Etliche Arten halten während der kalten Monate eine Winterruhe,
aber es ist kein echter Winterschlaf:
Dafür suchen
sie sich Felshöhlen oder hohle Baumstämme und manche graben sich sogar selbst
einen Bau. Nachdem die Tiere sich noch einmal so richtig satt gegessen haben -
ihr Gewicht kann sich dabei verdreifachen -, beziehen sie ihr Quartier, wo sie
meist vier bis fünf Monate ohne Nahrungsaufnahme überwintern
Die
Atemfrequenz und Herzschlag gehen zwar
deutlich zurück,
die Körpertemperatur sinkt aber nur wenig, und
sie sind relativ leicht aufzuwecken. Das ist wichtig, um sich
ggf. gegenüber Feinden verteidigen zu können. Im Spätsommer und Herbst fressen sie sich
darum einen Fettvorrat an, um sich bei kalter Witterung in einen Bau oder eine
Höhle zurückzuziehen.
Nahrung
Bären sind meist Allesfresser, die je nach Art und Jahreszeit in
unterschiedlichem Ausmaß pflanzliche und tierische Nahrung zu sich nehmen. Früchte und andere Pflanzenteile machen bei
vielen Arten einen Gutteil der Ernährung aus, ergänzt wird sie durch Insekten,
deren Larven und kleine
Wirbeltieren wie Fische oder Nagetiere. In unterschiedlichem Ausmaß erbeuten sie
auch größere Wirbeltiere bis Hirschgröße, bei Gelegenheit z.T.
auch Vieh. Der Eisbär ist
der einzige Bär, der überwiegend Fleisch frisst.
Der Große Panda
widerum ernährt sich fast ausschließlich von
Bambus.
Fortpflanzung
Alle ein bis vier Jahre bringt das Weibchen Nachwuchs zur Welt. Die meisten
Geburten fallen in die Monate November bis Februar, wenn das Weibchen Winterruhe
hält. Die Paarung kann aber schon viele Monate vorher erfolgen, von den meisten
Arten ist eine verzögerte Einnistung bekannt.
Die eigentliche Tragzeit ist mit
60 bis 70 Tagen sehr kurz, die ein bis vier (meist zwei) Neugeborenen sind
ausgesprochen klein. Bären zählen innerhalb der Plazentatiere (das
ist ein Säugetier, dessen Embryo mit dem mütterlichen Körper
durch eine Plazenta=Mutterkuchen verbunden ist) zu den Tieren mit dem
größten Gewichtsunterschied zwischen einem Weibchen und ihrem Wurf.
Ausschließlich die Mutter kümmert sich um den Nachwuchs, während dieser Zeit ist
sie ausgesprochen aggressiv und greift nahezu jeden Eindringling -
einschließlich der Männchen - an. Das Absetzen erfolgt nach drei bis neun Monaten. Zumindest
bis zum ersten Herbst, meist aber für 18 bis 24 Monate, bleiben die Jungtiere
bei der Mutter. Die Geschlechtsreife tritt mit drei bis sechs Jahren ein, die Männchen erreichen oft erst mit 10 bis 11 Jahren
ihre eigentliche Größe.
Bären sind eher langlebig, in freier Natur können sie 20 bis 30 Jahre
alt werden, in menschlicher Pflege bis zu 50 Jahre.
Menschen und Bären
Bären spielen
in Mythologie und im
Kult vieler Völker eine wichtige Rolle,
vielleicht auch wegen ihrer Größe und Stärke. Bärenkulte gab
es ereits in der Steinzeit. Götter in Bärengestalt waren unter anderem bei den Kelten bekannt, zahlreiche Mythen lassen
eine Verehrung dieser Tiere erkennen. Auch in der Helden-Literatur und in zahlreichen Märchen und
Sagen der Völker kommen sie vor.
Das
Jagen dieser Tiere findet
aus unterschiedlichsten Gründen statt.: Das Fleisch wird gegessen, das Fell zu Kleidung oder Decken
verarbeitet, Zähne und Krallen zur Zierzwecken verwendet. Einigen
Körperteilen von Bären wird eine medizinische Wirkung zugesprochen, deshalb findet wohl auch die
Gallenflüssigkeit der Kragenbären in der chinesischen Medizin
Verwendung.
Ein anderer Grund für
das
Fangen der Bären liegt darin, dass diese oft als
Unterhaltungsobjekte herhalten mussten und müssen.
Bilder: © Monika Frunzke
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