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Biologie
Auenwälder
Auenwälder
Früher waren Flußtäler mit ihren Auenwäldern für die Menschen unwegsame Gegenden. Später wurden die Auenwälder durch Flußbegradigungen, Land- und Forstwirtschaft, Besiedlung und Industrialisierung auf so großer Fläche zerstört wie kaum ein anderes Ökosystem in unseren Breiten. Heute gibt es nur noch sehr wenige echte Auenwälder, denen die Gesellschaft im Gegensatz zu früher einen hohen Wert beimißt. Auenwälder gehören zu den naturschutzrechtlich geschätzten Biotopen. In der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen der Bundesrepublik Deutschland von 1994, erstellt vom Bundesamt für Naturschutz, wird die Gefährdung von Weich- und Hartholzauenwäldern mit weitgehend ungestörter Überflutungsdynamik als "von vollständiger Vernichtung bedroht" eingestuft. Charakteristisch für die Weichholzaue ist der Baum des Jahres 1999: die Silberweide.
Bedeutung der Auenwälder
Auenwälder bieten Lebensraum für eine große Vielfalt von Tier- und
Pflanzenarten und sind von großer Bedeutung für die Menschen. Sie haben einen
hohen Erholungswert, speichern Wasser und verbessern die
Grundwasserqualität. Die Passage des Wassers durch die Sand- und
Kiesschichten der Auen ist eine optimale Form der natürlichen Wasserreinigung.
Somit tragen Auenwälder zu einer langfristigen Sicherung der Grund- und
Trinkwasservorräte bei. Je nach ihrer Größe können Auenwälder auch zum Schutz
vor Hochwasser beitragen. Bei Hochwasser gelangt das Wasser in die
Auenwälder, wo es langsamer fließt als im Flußbett. Wenn das Hochwasser
abklingt, fließt das Wasser verzögert in das Flußbett zurück. Dadurch wird die
Hochwasserweite gestreckt, die Hochwasserspitze abgeflacht und damit die
Hochwassergefahr vermindert.
Ursachen für den Verlust von Auenwäldern
An den aus den Alpen kommenden Flüssen wie Rhein, Isar und Inn konnten sich
Auenwälder viel länger in größerem Umfang erhalten als an den in den
Mittelgebirgen entspringenden Flüssen wie Elbe, Oder, Ems und Weser. An den
Mittelgebirgsflüssen wurden diese Wälder schon vor Jahrhunderten für eine
landwirtschaftliche Nutzung gerodet. Der fruchtbare Boden wurde für eine
ertragreiche Grünlandnutzung herangezogen. Da das Hochwasser der alpinen Flüsse
mit ihren durchschnittlich höchsten Wasserständen im Sommer in die Zeit der
Heuernte fiel, war hier eine Rodung der Auenwälder für die Landwirtschaft nicht
interessant und blieb deshalb auf einzelne Flächen beschränkt.
Dies änderte sich Anfang des 19. Jahrhunderts, als in Deutschland die ersten
großen Flußbegradigungen erfolgten, so die Tulla'sche Rheinkorrektur um 1825. Im
Laute der Zeit wurden die meisten Flüsse aus Hochwasserschutzgründen, zur
Schiffbarmachung und zur Stromgewinnung begradigt, kanalisiert und mit
Dammbauten und Staustufen ausgerüstet. Durch die Flußbegradigungen erhöhte sich
die Fließgeschwindigkeit und das Flußbett wurde tiefer ausgewaschen. Die
Befestigung der Ufer verstärkte die Tiefenerosion zusätzlich, denn statt einer
Seitenerosion im Bereich der Ufer konnte der Fluß seine Kräfte nur noch an der
Flußsohle ausüben. Die Tiefenerosion führt bis heute zu einem schleichenden
Verlust von Auenwaldstandorten, weil sich die Wasserverhältnisse in den Auen
verschlechtern. In den ausgedeichten Bereichen wie auch in den verkleinerten
Überschwemmungsgebieten kam es zum Absinken des Grundwasserspiegels und folglich
zum Austrocknen der Auen, die gleichzeitig als Grünland erschlossen wurden.
Die Gewinnung enormer Mengen an Kies und Sand für wasserbauliche und andere
bauliche Maßnahmen führte zu einer weiteren Schädigung der Aue. Sobald die Auen
von ihren Lebensadern. den Flüssen, abgeschnitten waren, war es nur noch eine
Frage der Zeit bis Siedlungen, Straßen und Industrie folgten.
Wo gibt
es heute noch Auenwälder?
Großflächige naturnahe Auengebiete findet man noch in Frankreich. wo einige
große Flüsse wie Rhone und Garonne noch nicht vollständig kanalisiert sind. Dort
gibt es, zumindest streckenweise, sogar noch einige echte Wildflüsse wie Loire
und Allier. Die europaweit größten Flußauen gibt es im ehemaligen Jugoslawien an
den Flüssen Save und Drau. In Deutschland blieb kaum ein Fluß von gravierenden
Eingriffen verschont, so daß großräumige Überschwemmungsgebiete und echte
Auenwälder nahezu verschwunden sind. Nur noch Relikte ursprünglicher Auenwälder
sind erhalten. Diese findet man an der Elbe zwischen Magdeburg und Bleckede, an
der unteren Oder, an der Donau zwischen Ulm und Deggendorf sowie im
Isarmündungsgebiet. Am Oberrhein zwischen Basel und Bingen sind noch größere
Auengebiete mit Auenwäldern zu finden wie die Rastätter Rheinauen oder das
bedeutendste Feuchtgebiet Hessens, das Naturschutzgebiet und Europareservat
Kühkopf-Knoblochsaue westlich von Darmstadt.
Das
Ökosystem Auenwald
Auenwälder stehen in einem dynamischen Beziehungsgefüge zu ihren
Fließgewässern. Der entscheidende Faktor für ihre Struktur, ihre
Wandlungsdynamik sowie die Zusammensetzung ihrer Lebensgemeinschaften
ist
ihr Fluß. Der Fluß ist das Herz, welches den Auenwald am Leben erhält.
Die Lebensgemeinschaften des Auenwaldes sind daran angepaßt, daß sie in
unregelmäßigen Abständen trockenfallen und überflutet werden. Die Dynamik des
Wassers, die auch den Flußlauf verlagern kann, führt zu einer ständigen
sichtbaren Verwandlung des Auenwaldes. Uferstreifen, Sandbänke und Inseln werden
abgetragen, ganze Wälder können verschwinden.
In einer Aue können verschiedene Waldgesellschaften vorkommen. Durch Unterschiede in Höhe und Dauer der Überflutung folgt einer
Weichholzaue landeinwärts eine Hartholzaue, die in einen Eichen-Hainbuchenwald übergehen kann. Wo
Bodensubstrat und Bodenwasserhaushalt dies zulassen, können sich landeinwärts
auch Buchenwälder anschließen. In Niederungen sowie in Randsenken der großen
Flußauen wächst der Traubenkirschen-Erlen-Eschen-Wald. Sein Standort ist
gekennzeichnet durch ganzjährig hochstehendes Grundwasser. Überschwemmungen
durch Fließgewässer haben nur geringe Bedeutung.
Auenwaldvielfalt
Hartholzauenwälder und Weichholzauenwälder können aufgrund standörtlicher
Unterschiede in verschiedene vielfältige Typen unterteilt werden. Kein Auenwald
gleicht dem anderen. Die Überflutungsdauer und weitere variierende
Standortfaktoren wie Bodentyp, Nährstoffangebot, Grundwasserganglinien,
Lichteinfall sowie Klimafaktoren beeinflussen die Zusammensetzung seiner Tier-
und Pflanzenwelt. Auch die Höhenlage spielt eine bedeutende Rolle. Die am
tiefsten gelegenen Hartholzauerwälder werden im Mittel bis zu 90 Tage
überflutet, die am höchsten gelegenen vielleicht nur einmal im Jahrzehnt. Ebenso
beeinflußt das Feinrelief in Verbindung mit den Bodenarten die
Auenwaldgesellschaften. Die Ablagerung von Sedimenten aller Korngrößen, je nach
Strömungsverhältnissen auf engstem Raum, führt zu standörtlicher Vielfalt in der
Aue und zu der guten Nährstoffversorgung der jungen, alliuvialen Böden
(eutropher Standort).
Freie Wasserfläche
Auf offenen Wasserflächen der stehenden oder nur bei Hochwasser
durchflossenen Altarme und Altwasser können sich im weichen Bodengrund wurzelnde
Schwimmblattgeselischaften ansiedeln. In sich schnell erwärmenden
Flachwasserbereichen mit geringer Wassertiefe siedeln die Seekanne und der
Wasserknöterich. Beide Arten können auch Landformen ausbilden, trockenzufallen
schadet ihnen nicht. Seltener findet man die stark gefährdete Wassernuß. Bekannt
sind die Gelbblühende Teichrose sowie die Weiße Seerose.
Seekanne
Gem.
Blaustern Blaustern
Schwimmblatt
Röhrichte und Großseggenrieder
An die Wasserpflanzengesellschatten können
sich
Röhrichte und Großseggenrieder anschließen. In den Röhrichten dominieren
Arten wie Gemeines Schilf sowie Schmal- und Breitblättriger Rohrkolben. In den
Großseggenriedern überwiegen Großseggen, Rohrglanzgras und andere Arten.
Weichholzaue
Der Weichholzauenwald, auch Weichholzaue, schließt an die
Röhrichte und Großseggenrieder an. Bedingt durch die Dynamik des Flusses
zeichnet er sich durch starke morphologische Veränderungen aus. Die häufigste
Form der Weichholzaue ist das Silberweiden-Gehölz, das auf grobkörnigem
Sand- und Kiesboden, aber auch auf Lehm- und Tonboden wachsen kann.
Hier
dominieren Silberweide und Schwarzpappel. Man findet es an größeren Flüssen,
während an kleineren Flüssen mit schmaler Aue mehr das Bruchweidengehölz zu
finden ist.
Dem Silberweidengehölz zum Wasser hin vorgelagert, kann sich an breiten
Flüssen auch das Mandelweiden-Korbweidengebüsch befinden. dessen biegsame,
schmalblättrige Strauchweiden den Hochwassern besonders gut widerstehen
können.
Die Holzverkernung bei Weichhölzern erfolgt sehr spät, sodass sie sich in den
ersten Lebensjahren auch starken Strömungsgeschwindigkeiten anpassen können. Die
Silberweide kann lange Zeiten, ca. 90-190 Tage, von Überflutungen ertragen, im Extremfall bis zu 300 Tage. Und sie kann für eine gewisse Zeit eine
Wasserhöhe bis zu 4 m verkraften. Ihr Bestand wird nur auf höher gelegenen
trockeneren Bereichen von der Echten Schwarzpappel verdrängt.
Die Artenzusammensetzung der Krautschicht in einer Weichholzaue ist sehr
vielfältig und abhängig vom Boden sowie den sich jährlich ändernden
hydrologischen Bedingungen. Hier wachsen z.B. Sumpfvergißmeinnicht, Knötericharten,
Sumpflabkraut, Rohrglanzgras und die Gelbe Schwertlilie.
Sumpfvergissmeinnicht
Knöterich Sumpflabkraut
Rohrglanzgras
Während es in Frankreich an der Loire und in Österreich an der Donau noch größere Weichholzauenwälder gibt, sind in Deutschland nur noch kleinflächige Restbestände erhalten.
Eichen-Ulmen Hartholzaue
Mit zunehmender Entfernung vom Fluss kommt es zum fließenden Übergang der
Weichholzaue zur Hartholzaue. Hier ist die Dynamik geringer und es überwiegt die
Sedimentation.
Hartholzauenwälder wachsen auf relativ feinkörnigem Substrat. Bis zu ihrer
vollen Entfaltung vergehen viele Jahrzehnte. Sie verkraften Überflutungshöhen
von 0,5 bis 2,5 Meter und eine jährliche Überflutungsdauer von bis zu 100
Tagen. Hartholzauenstandorte unterliegen auch großen
Grundwasserschwankungen, die eng mit den Abfluss-Ganglinien im Fluss gekoppelt
sind,
Man findet hier längerlebige Baumarten wie Feld- und Flatterulme. Stieleiche
und Esche.Diese Bäume lassen viel Licht durch das Kronendach für den Wuchs einer
zweiten Baum- sowie einer Strauchschicht. Der Übergang der 2. Baumschicht,
bestehend aus dem Jungwuchs der Bäume der 1. Schicht sowie aus Feldahorn,
Winterlinde, Wildbirne und Wildapfel, zur Strauchschicht mit Rotem
Hartriegel, Pfaffenhütchen, Weißdorn und Gemeinem Schneeball ist oft
nicht eindeutig.
Die niedrige Krautschicht wird z.B. gebildet von der giftigen
Einbeere, von Kletten-Labkraut,
Scharbockskraut, Knoblauchsrauke und Einbeere bestimmt.
An den lichtreicheren Rändern der Hartholzaue findet man häufig auch Lianen
wie Wilder Hopfen und Gemeine Waldrebe. Im dichteren, dunkleren Bereich kann
Efeu wachsen.
Insgesamt können ca. 20 Baum- sowie bis zu 30 Straucharten in einem
Hartholzauenwald ihren Lebensraum finden.
Auenwald als Lebensraum für Tiere
Auch die Vielfalt der in Auenwäldern vorkommenden Tierarten unterstreicht,
wie wichtig es ist, die noch vorhandenen Auenwaldrelikte zu erhalten und neue
Auenwälder zu schaffen.
Insekten
Im Sommer zeigt uns das Summen zahlloser Mücken einen Teil des
Nahrungsreichtums an, den Insektenvertilger hier vorfinden. Untersuchungen in
Rheinauengebieten ermittelten ca. 400 Falterarten, die überwiegend nacht- und
dämmerungsaktiv sind. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht. Vertreter der
farbenprächtigen Tagfalter sind Großer Schillerfalter, Großer Fuchs, Violetter
Silberfalter und Großer Eisvogel, einer unserer größten Tagesschmetterlinge.
Seine Raupen ernähren sich ausschließlich von den Blättern der Zitterpappel.
Die Larven der Libellen verbringen eine Entwicklungszeit von bis sechs Jahren
im Wasser. Dann können Blauflügelige und Gebänderte Prachtlibelle,
Königslibelle, Kleine Mosaikjungfer, Blutrote Heidelibelle und
als farbenprächtige Insektenjäger ihre faszinierenden Flugkünste beweisen.
Auch bis 1000 Käferarten können im Auenwald vorkommen, von winzig kleinen Käferarten bis zum 8 cm langen Hirschkäfer, dem Weberbock. In ihm leben außerdem z.B. der Fischotter, Laubfrosch und Eisvogel.
Amphibien
Kammolch, Bergmolch, Erdkröte, der sprunggewaltige, bei Flucht bis zu zwei
Meter weit springende Springfrosch und der Laubfrosch als bester Kletterer unter
den einheimischen Froschlurchen sowie die Gelbbauchunke. Kreuzkröte oder Geburtshelferkröte gehören zur Gruppe jenen,
die die zahlreich vorhandenen Laichgebiete und den
Nahrungsreichtum in den Auen schätzen.
Vögel
Auen sind wahre Vogelparadiese. Auenwälder haben die höchste Brutvogeldichte
aller mitteleuropäischen Lebensräume. In der offenen natürlichen Flußaue findet
man Flußseeschwalbe, Flußregenpfeiter und Flußuferläufer. Der exotisch anmutende
Eisvogel legt in den Steilhängen weicher, lehmiger Flußufer seine bis zu einem
Meter lange Brutröhre an. Die Stillwasserzone und die Röhrichte bieten
Lebensraum für Rohrammer, Teichrohrsänger, Rohrweihe und verschiedene
Reiherarten.
In der Weich- und Hartholzaue leben Singdrossel, Pirol, Nachtigall,
Mäusebussard, Waldohreule und viele Spechtarten, deren Vorkommen durch einen
hohen Anteil von Alt- und Totholz begünstigt wird.
Auen sind Trittsteinbiotope für den Vogelzug, und im Winter finden zahlreiche
nordische Wintergäste wie Enten, Gänse, Taucher und Säger im Auenbereich
Zuflucht, da Flüsse in unseren Breiten selten ganz zufrieren.
Säugetiere
Rothirsch, Wildschwein, Dachs, Rotfuchs, Iltis, Wildkaninchen und Feldhase
sind auch im Auenwald heimisch. Der Fischotter, in
Deutschland fast ausgestorben, findet in den Auenlandschaften einen idealen
Lebensraum. Er beansprucht große störungsarme Lebensräume und entfernt sich bei
seinen Streifzügen bis zu 20 km von seinem Bau. Der Biber, mit bis zu einem
Meter Länge und 35 kg Gewicht das größte europäische Nagetier, lebt ebenfalls in
den Flußauen.
Auenschutz, Auenregeneration und Auenwaldneuanlage
Heute sind die hohen ökologischen und ökonomischen Kosten bekannt, die die
Zerstörung der Flußauen mit ihren Auenwäldern verursacht hat. Dies wird in den
letzten Jahren besonders deutlich. Durch den Verlust der Auen als
Überschwemmungsgebiete treten "Jahrhunderthochwasser" in viel kürzeren Abständen
auf als in früheren Jahren. Jetzt kommt es darauf an. diese Erkenntnisse in die
Praxis umzusetzen. Noch vorhandene Auenwälder und intakte Auengebiete müssen
geschützt sowie Möglichkeiten für die Wiederherstellung zerstörter Bereiche und
für die naturnahe Rückhaltung des Niederschlagswassers in den Einzugsgebieten
der Flüsse genutzt werden,
Dazu sollten die möglichen und nötigen Schritte zum Schutz und
zur Regeneration der Auen erfolgen.
- Dauerhafter Schutz der Flußlandschaften und
Sicherung naturschutzwürdiger Flächen.
- Nach Möglichkeit keine weitere Besiedlung der hochwassergefährdeten Talauen.
Überschwemmungsgebiete müssen ausgewiesen werden.
- Rückverlegung bzw. Abbau von Deichen
und die Eingliederung der so geschaffenen Gebiete in das
natürliche
Fließgeschehen des Flusses. Durch die neuen Überschwemmungsgebiete könnte einem
Hochwasser die Spitze genommen, die biologische Vielfalt erhöht und die
biologische Reinigung des
versickernden Niederschlagswassers in den Auen
verbessert werden. Dabei müssen jedoch gleichzeitig
zufriedenstellende Lösungen
für die betroffenen Anwohner gefunden werden.
- Bereitstellen von Korridoren zur freien Entwicklung der Gewässerläufe.
Das Fließgewässer sollte wieder
Raum zur
Entfaltung seiner natürlichen Dynamik erhalten.
- Das Entfernen von Ufer- und
Sohlbefestigungen im möglichen Umfang, sodass der Fluß sich mit der
eigenen
Dynamik seinen Lauf gestalten kann.
- Beseitigung von Barrieren, die den Austausch von Organismen im Gewässer oder
in der Aue behindern
oder gar unterbinden, z. B. durch die Wiederherstellung der
Durchgängigkeit von Wehranlagen für
Organismen und Geschiebe oder die
Rückverlegung bzw. Absenkung von Wegedämmen und Deichen.
- Nachhaltige und umfassende Verbesserung der Gewässergüte.
-
Naturnahe Auen und Auenwälder sind auch für die Lebensqualität der Menschen
von großer Bedeutung.
Es müssen Wege gefunden werden, um in naturnahen,
sensiblen Landschaftsteilen Naturschutz und
Naherholung in Einklang zu
bringen. Ruhezonen für die Natur und gezielte Besucherlenkung mit
umfassenden
Informationsmöglichkeiten können dazu
beitragen, die Naturschönheit eines Auenwaldes
zu erfahren und gleichzeitig
zu erhalten.
- Schutz und Neuanlage von Auenwäldern. Bei der Entwicklung neuer Auenwälder
wird es sich dabei vor
allem um Hartholzauenwald handeln, denn geeignete
Standorte für Weichholzauenwälder rar.
- Erhalt schützenswerter Feucht-Grünlandgesellschaften durch Aufrechterhaltung
ihrer Bewirtschaftung.
- Das vielerorts übliche Verbrennen des Treibgutes sollte unterbleiben.
Treibgut ist ein "Überlebens- und
Verbreitungsfloß" für zahlreiche Pflanzen- und
Tierarten.
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